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Landespolitik

Orakel Kläranlage: Warum Abwasser ein "wichtiges Werkzeug" ist

29. Juli 2022 19:24 Uhr

Orakel Kläranlage: Warum Abwasser ein "wichtiges Werkzeug" ist
In Proben sind ungefährliche Virusfragmente nachweisbar.

LINZ. Zweimal wöchentlich senden zehn Kläranlagen Proben zur Analyse, das Corona-Monitoring soll mit August weiter ausgebaut werden.

Anfang Juli startete Oberösterreich mit dem Abwassermonitoring, nach Tirol als zweites Land in Österreich. Zweimal wöchentlich senden zehn Kläranlagen einen halben Liter Proben zur Analyse an das Salzkammergut-Klinikum.

Da Coronainfizierte, egal ob mit oder ohne Symptome, ungefährliche Virusfragmente ausscheiden, lässt sich anhand der Abwässer die Dunkelziffer an Infizierten und auch der weitere Pandemieverlauf erahnen. Denn wenn die Zahl der Virusteile im Abwasser anstieg, stieg vier bis zehn Tage später auch die Zahl der Neuinfektionen, das ergaben die Untersuchungen des Landes.

Wellen früher erkennen

"Gerade in Zeiten wieder ansteigender Fallzahlen und rückläufiger Tests ist das Abwassermonitoring eine wertvolle Hilfe, um Wellen früh erkennen zu können", sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) gestern. Die Abwässer seien ein "wichtiges Werkzeug" im Kampf gegen die Pandemie. Zur Beurteilung der Lage brauche es aber weiterhin die Hospitalisierungszahlen, sagt LH-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (VP).

  • OÖ Heute: Abwassermonitoring zeigt CoV-Fallzahlen

Aus den Proben wird die Zahl der "fiktiven Ausscheider" errechnet: jene Leute, die das Virus in sich tragen. Diesen Wert stellt man der Zahl der positiven Coronatests gegenüber. So sei am 5. Juli etwa ein starker Anstieg an fiktiven Ausscheidern errechnet worden, in der Sieben-Tage-Inzidenz habe man diesen erst am 14. Juli gesehen, sagte Pathologie-Primar Rene Silye. Das Screening sei ein "Frühwarnsystem". Aktuell sinkt die Zahl der "fiktiven Ausscheider", was eine Entspannung der Lage "erhoffen" lasse. Man befinde sich aber noch in der Lernphase, so Silye, und müsse herausfinden, wie sich etwa der Tourismus auf die Proben auswirke. Das Land wird mit August das Abwassermonitoring an Schulstandorten, das der Bund auslaufen lässt, übernehmen. Damit kommen 16 weitere Probenstandorte dazu, die Ergebnisse sollen dann rund 450.000 der insgesamt gut 640.000 Haushalte im Land umfassen. Die Ergebnisse will man wöchentlich veröffentlichen. (mis)

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