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Innenpolitik

Impfung: NEOS orten "Kommunikationsversagen" der Regierung

Von nachrichten.at/apa   02. Februar 2021 11:27 Uhr

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger

WIEN. Die NEOS orten Unruhe in der Bevölkerung, was die Impfungen gegen das Coronavirus betrifft.

Schuld daran sei das "Kommunikationsversagen" der Regierung, die den Bürgern nicht das nötige Vertrauen gegeben habe, meinte Gesundheitssprecher Gerald Loacker am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Es brauche klare Vorgaben in Form einer Strategie, wann wer geimpft werde, forderte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger.

Sich impfen zu lassen, sei eine individuelle Entscheidung, aber "für die Gesellschaft ist es der einzige Schlüssel zur Freiheit", betonte Meinl-Reisinger. Derzeit gebe es deutlich mehr Nachfrage als Angebot, dies führe zu "Vorwurschteln" und "Vorschummeln" bis hin zu "Verdachtsmomenten handfester Korruption", kritisierte Meinl-Reisinger. Man befürchte auch bei den niedergelassenen Ärzten ein "Hauen und Stechen", wer als erster geimpft wird.

Loacker bezweifelte einmal mehr die Pläne der Regierung und pochte auf einen konkreten Plan, wann jeder zum Impfen dran ist. Es gehe nun um gefährdete Gruppen etwa in Alten- und Pflegeheimen, aber auch um Jüngere in Berufsgruppen, die besonders gefährdet seien oder viele Kontakte haben, also im Gesundheitsbereich, aber auch beispielsweise Lehrer und Kindergärtner. Gleichzeitig sei nun der Impfstoff von AstraZeneca nicht für Personen ab 65 Jahren empfohlen. Diese beiden Komponenten müssten nun zusammengebracht werden: Gewisse Impfstoffe müssten für Ältere reserviert werden, das Personal in Heimen etwa könnte ja auch mit einem anderen Impfstoff immunisiert werden. Es sei eine saubere, verbindliche Priorisierung notwendig, forderte Loacker. Die Bevölkerung müsse wissen, wann man dran kommt - nicht unbedingt das Datum, sondern welche Gruppen eben vorher drankommen, "das würde die Unruhe rausnehmen", glaubt Loacker.

Die Öffnungsschritte ab 8. Februar begrüßen die NEOS, weil man eine gewisse Balance finden müsse, wie Meinl-Reisinger erklärte. "Ich glaube, dass hier ein vernünftiger Mittelweg gegangen wird." Details seien freilich noch offen. Sie hielte es beispielsweise für essenziell, wenn auch die Betriebe testen und Bestätigungen ausstellen könnten, die dann für den Friseur gelten. Meinl-Reisinger plädierte jedenfalls für risikobewusstes Verhalten: "Freiheit kommt mit Verantwortung", auch gegenüber den eigenen Angehörigen, hier sei regelmäßiges Testen der Schlüssel.

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