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Innenpolitik

Studie: Österreichs Muslime sind für Fundamentalismus besonders anfällig

Von (luc)   14. Januar 2015 00:04 Uhr

Studie: Österreichs Muslime sind für Fundamentalismus besonders anfällig
Die Zivilgesellschaft setzt Zeichen: "Gemeinsam gegen den Terror" war das Motto der Kundgebung am vergangenen Sonntag in Wien

WIEN. Muslime tendieren in Österreich stärker als in anderen europäischen Ländern zum religiösen Fundamentalismus: Zu diesem Ergebnis kommt Ruud Koopmans vom Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin.

Koopmans hat die Aussagen von insgesamt 9000 befragten Muslimen und Christen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Schweden und Österreich verglichen.

In der Alpenrepublik teilten 55,2 Prozent der Muslime tendenziell fundamentalistische Ansichten wie "die Gebote sind wichtiger als die Gesetze" und man solle "zu den Wurzeln" der eigenen Religion zurückkehren.

Unter Deutschlands Muslimen lag dieser Fundamentalismus-Wert bei 29,9 Prozent. Deutlich niedriger war dieses Niveau bei Christen (4,4 % in Österreich).

Auch bei der Zustimmung zur antisemitischen Aussage "Juden kann man nicht trauen" lagen österreichische Muslime an der Spitze (64,1 Prozent).

Der Hang zum Fundamentalismus nehme vor allem mit dem steigenden Bildungsgrad ab, nannte Koopmans den wichtigsten Faktor. Zur Gewaltanfälligkeit gehöre jedoch mehr als Fundamentalismus, etwa die "Feindseligkeit gegenüber anderen Gruppen und die Angst, dass die eigene Gruppe zerstört" werden könnte.

Vorbeugung in der Schule

Die Bundesregierung prüft derzeit Maßnahmen, um dem Extremismus vorzubeugen. Integrationsminister Sebastian Kurz (VP) will in der 5. Schulstufe "Politische Bildung" als Pflichtfach.

Auch wenn sich die Experten einig sind, dass Integrationsdefizite und Fundamentalismus nicht zwangsläufig zur Gewalt führen, stand der Ministerrat am Dienstag im Schatten des Terrors von Paris. Kanzler Werner Faymann (SP) und VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner möchten "Synergien" für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nützen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (VP) fordert einen dreistelligen Millionenbetrag, um die Polizei für die Terrorbekämpfung aufzurüsten. Sie will dafür bis zum Ende der Woche ein Konzept vorlegen. Verteidigungsminister Gerald Klug (SP) bot ihr vorab die Hilfe des Bundesheeres mit notfalls 400 gepanzerten Fahrzeugen und den neun militärischen Black-Hawk-Hubschraubern an.

FP-Chef Heinz-Christian Strache will, dass all jene Rückkehrer, die im Verdacht stehen, in einer Terrormiliz gekämpft zu haben, "interniert" werden. 


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