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Außenpolitik

Kabinettsumbau in London: Truss folgt Raab im Außenministerium

Von nachrichten.at/apa   15. September 2021 20:03 Uhr

Liz Truss

LONDON. Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine Regierungsmannschaft neu aufgestellt. Den aufsehenerregendsten Wechsel gibt es im Außenministerium.

Der bisherige Chefdiplomat Dominic Raab wechselt ins Justizministerium, wie der Regierungssitz Downing Street am Mittwoch per Twitter mitteilte. Zudem werde der 47-Jährige zum Stellvertreter von Premierminister Johnson und zum Lord Chancellor berufen. Seine Nachfolge soll die bisherige Handelsministerin Liz Truss antreten.

Die 46-Jährige gilt als Liebling der konservativen Basis und machte sich einen Namen mit dem erfolgreichen Abschluss mehrerer internationaler Handelsabkommen nach dem Brexit. Raab hatte in den vergangenen Wochen heftig in der Kritik gestanden, weil er während des chaotischen Rückzugs westlicher Truppen aus Afghanistan nur zögerlich aus dem Urlaub zurückkehrte. Das dürfte ihn nun den Job gekostet haben. Die Versetzung ins Justizministerium gilt als Degradierung.

Dominic Raab

Keinen Wechsel gibt es an den Spitzen im Finanz- und Innenministerium. Schatzkanzler Rishi Sunak und Innenministerin Priti Patel bleiben im Amt.

Ihre Posten räumen mussten der bisherige Justizminister Robert Buckland sowie Bildungsminister Gavin Williamson und Wohnungsbauminister Robert Jenrick. Nachfolger Jenricks wird der langjährige Johnson-Verbündete Michael Gove, der sich vor allem um die vom Regierungschef versprochene Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen dem wohlhabenden Süden Englands und dem wirtschaftlich abgehängten Norden kümmern soll. Als gebürtiger Schotte ist er auch für das Thema Einheit des Königreichs zuständig. Für den stark kritisierten Williamson rückt Nadhim Zahawi ins Kabinett, der bisher als Staatssekretär für die Corona-Impfkampagne verantwortlich war.

Bei der Kabinettsumbildung gehe es darum, ein starkes und vereintes Team zusammenzustellen, um die Erholung von der Pandemie besser voranzutreiben, sagte ein Regierungssprecher. Ein regelmäßiger Umbau des Kabinetts ist in Großbritannien üblich und gilt als Instrument für den Premierminister, um seine Autorität zu festigen. Boris Johnson hätte das - anders als seine Vorgängerin Theresa May, die eine Minderheitsregierung anführte - eigentlich nicht nötig. Seine konservative Tory-Partei verfügt über eine satte Mehrheit im Unterhaus. Allerdings wird vermutet, dass Johnson weiteren Spekulationen einen Riegel vorschieben wollte, damit die Debatte nicht den bevorstehenden Parteitag seiner Konservativen überschattet.

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