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Weltspiegel

29 Tote bei schwerem Busunglück auf Madeira

Von nachrichten.at/apa   18. April 2019

FUNCHAL. Bei einem Busunglück auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira sind am Mittwoch 29 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Überlebende vermutet als wahrscheinliche Unfallursache ein Bremsversagen.

"Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen. Der Bus fuhr von der Quinta Splendida los, nach einigen Sekunden wurde er immer schneller", erzählte ein verletzter Mann. "Er schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er außer Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich", ergänzte der Überlebende. Der Mann hatte sich demzufolge bei dem Unfall eine Rippe gebrochen, seine Frau wurde am Nacken leicht verletzt. 

Nach Angaben der portugiesischen Behörden starben bei dem schweren Busunglück 29 deutsche Touristen, das Auswärtige Amt in Berlin ging von "vielen Deutschen" unter den Opfern aus. 

Der Reisebus war in der Gemeinde Caniço in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter auf ein Wohnhaus gestürzt. Auf Bildern war zu sehen, wie der zerstörte Reisebus auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach liegt.

Rebelo de Sousa sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus und sagte mit Blick auf die Toten: "Mir wurde gesagt, dass es alles Deutsche sind." Er wolle am Donnerstag mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier sprechen. Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa am Mittwochabend.

Video: Als Unfallursache wird ein technischer Defekt vermutet

Fahrer versuchte zu bremsen

Die Regionalregierung ordnete eine dreitägige Trauerzeit für die Insel an. Diese gelte von Donnerstag bis Samstag, hieß es in einer Erklärung des Regierungsrats der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf halbmast gesetzt.

Der Fahrer hatte am frühen Mittwochabend offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. Die Zeitung "Observador" berichtete von insgesamt 57 Menschen an Bord. Verletzt wurden bei dem Unfall demnach 27 von ihnen. Zwei konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Unter den Verletzten waren den Angaben zufolge zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer.

Der Fahrer hat nach Angaben einer Augenzeugin mit allen Mitteln versucht, den Unfall zu verhindern. Jedoch sei es ihm nicht gelungen, das Fahrzeug noch zum Stoppen zu bringen, sagte Rita Castro, die das Geschehen nach eigenen Angaben aus der Nähe beobachtet hatte.

Danach sei zunächst eine "ohrenbetäubende Stille" eingetreten. "Ein Schrei aus Stille, wie in einem Schockzustand", sagte die Portugiesin. Sie selbst habe zunächst auch keinen Laut hervorgebracht. Sie könne sich gut den Schrecken vorstellen, den der Fahrer gespürt habe, zumal der Bus bei dem Absturz ein Haus getroffen habe.

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in der östlich der Provinzhauptstadt Funchal gelegenen Gemeinde Caniço. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte die Unglücksstelle weiträumig ab.

Die Unfallursache war zunächst noch unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund gewesen sein - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal.

Der Ort des Unglücks:

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