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Weltspiegel

Rechte Terrorzelle in der Bundeswehr?

10. Mai 2017 00:04 Uhr

Rechte Terrorzelle in der Bundeswehr?
Die Bundesanwaltschaft Karlsruhe ermittelt gegen deutsche Soldaten (Reuters)

BERLIN/KARLSRUHE. Der Verdacht wiegt schwer: Es mehren sich die Indizien, wonach es innerhalb einer Einheit der deutschen Bundeswehr einen rechten Freundeskreis oder sogar eine rechtsextreme Terrorzelle gegeben habe.

Denn im Fall des terrorverdächtigen Bundeswehr-Offiziers Franco A. haben Ermittler gestern einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Das teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Karlsruhe mit. Es handle sich dabei um den 27-jährigen Deutschen Maximilian T.

Der Beschuldigte soll "aus einer rechtsextremen Gesinnung heraus" mit Franco A. und dem ebenfalls Ende April festgenommenen Matthias F. einen Anschlag geplant haben. Laut Bundesanwaltschaft haben "die drei Verdächtigen einen Angriff auf das Leben hochrangiger Politiker und Personen des öffentlichen Lebens geplant, die sich in Flüchtlingsangelegenheiten engagieren". Als Ziele hätten sie Alt-Bundespräsident Joachim Gauck und Justizminister Heiko Maas im Visier gehabt.

Die Ausführung der Tat sollte laut Ermittlern Franco A. übernehmen. Dazu hatte sich der Soldat unter falscher Identität als Asylsuchender aus Syrien registrieren lassen. "Auf diese Weise wollten die drei Beschuldigten nach dem Anschlag den Verdacht auf in Deutschland erfasste Asylbewerber lenken", erklärte die Bundesanwaltschaft. Die geplante Tat sollte von der Bevölkerung als radikal-islamistischer Terrorakt eines anerkannten Flüchtlings aufgefasst werden, um die Stimmung gegen Flüchtlinge anzuheizen.

Einer deckte den anderen

Der nun verhaftete Maximilian T. soll Franco A. gedeckt haben, indem er ihn gegenüber Vorgesetzten entschuldigte. Etwa wenn dieser nach Bayern fuhr, um seine Identität als Flüchtling zu pflegen und die rund 400 Euro pro Monat auszuheben, die ihm als vermeintlicher Syrer zustanden.

Zur Vorbereitung ihrer Tat hatten sich die Beschuldigten den Ermittlern zufolge in Österreich eine Pistole beschafft. Mitte Jänner habe Franco A. die Waffe in einem Putzschacht auf einer Toilette am Wiener Flughafen deponiert. Dort wurde sie von österreichischen Polizisten entdeckt – was die Sicherheitskräfte auf die Spur von Franco A. und Matthias F. brachte.

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