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Das Handy als Einkaufswagen: Shopping mit dem Smartphone

16. März 2011 00:04 Uhr

Mit dem Handy einkaufen

WIEN. Noch nutzen wenige ihr Telefon zum Internet-Shopping, doch in wenigen Jahren rechnen Händler mit saftigen mobilen Umsätzen. Das Handy wird vor allem ein persönliches Hilfsmittel beim „echten“ Einkauf im Geschäft sein.

 

„Es gibt kaum etwas, das nicht über das Handy verkauft werden kann“, bewertet der Chef von Google Österreich, Karl Pall, das Potenzial des Handy-Einkaufs. Selbst die Pioniere des mobilen Einkaufs würden bei weitem nicht nur Technik-Artikel über ihr Handy einkaufen, sondern quer durch alle Produktkategorien. Pall stützt sich dabei auf eine gemeinsam mit der Otto-Gruppe in Auftrag gegebene und gestern präsentierte Studie über Smartphones und Mobile Shopping unter 2500 Internet- und Smartphone-Nutzern in Österreich.

Demnach werde die mobile Internetnutzung (auch via Tablet-PCs) rapide ansteigen. Heute hat jeder dritte Österreicher ein Smartphone, 2015 wird statistisch gesehen jeder Österreicher mindestens eines haben. „Die Nutzer werden den mobilen Einkauf als Teil ihrer täglichen Shopping-Realität betrachten“, so die Autoren. Allein der Versandhandel Otto Österreich rechnet mittelfristig damit, 15 Prozent seines Umsatzes mit M-Commerce, also dem Shopping über mobile Endgeräte, zu erzielen, sagte Harald Gutschi, Sprecher der Geschäftsführung Otto Österreich. Aktuell können seine Kunden 500.000 Artikel mobil bestellen, bis zu einer Million sollen es binnen eines Jahres werden.

„Die Smartphone-Nutzer werden das gleiche Angebotsspektrum mobil erwarten, das ihnen generell online zur Verfügung steht“, so Gutschi.

Dass die Konsumenten künftig massenhaft, in der U-Bahn sitzend, mit dem Handy Waren wie Jeans oder DVDs online bestellen, bezweifelt Christoph Schaffer, Leiter des Studiengangs Mobile Computing an der Fachhochschule Hagenberg im Gespräch mit den OÖNachrichten. Dennoch schreibt er dem Handy eine wichtige Rolle beim Shoppen der Zukunft zu. „Der große Trend liegt in der Personalisierung“, weiß Schaffer. Das Endgerät wisse etwa über die Vorlieben des Nutzers Bescheid und filtere beispielsweise Produktinformationen, damit der Konsument nicht ständig die Qual der Riesenauswahl hat und sich schneller für ein Produkt entscheiden kann.

Ein praktisches Beispiel: Jemand hat eine Lebensmittel-Allergie und darf bestimmte Inhaltsstoffe nicht essen. Statt mühsam im Supermarkt die kleingedruckten Zutaten und E-Nummern zu studieren, scannt der Allergiker mit dem Handy den Strich-Code des Lebensmittels und bekommt das OK oder Nein samt Inhaltsstoffen und Preisvergleich anderer Anbieter auf sein Smartphone. Später kann er dann auch eine Bewertung via Handy abgeben, wie ihm das Müsli geschmeckt hat. „So werden die Konsumenten mündiger, heute sind sie, wenn sie vor Ort im Geschäft sind, ja praktisch ausgeliefert“, so Schaffer.

Bezahlen mit dem Handy

Einerseits wird das Handy beim Einkauf in der realen Shopping-Welt bald stärker Bezahlfunktionen übernehmen (mit eingebauten NFC-Chips) oder sogar die Kreditkarte ersetzen. Beim mobilen Online-Einkauf andererseits dürften sich dieselben Bezahlsysteme durchsetzen, wie im herkömmlichen Internet-Shopping.

Experten sehen das heute mitunter mühsame Eintippen der Bezahldaten in den kleinen Handy-Bildschirm nicht als Hindernis, das dem Trend zum mobilen Shoppen gefährlich werden könnte. Schließlich könne man die Bezahldaten für künftige Bestellungen speichern oder mit „Single-Click-Bestellungen“ bei vorheriger Registrierung Zeit sparen. (uru)

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