Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    ANMELDUNG
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.


gemerkt
merken
teilen

So laufen die Aktionen der Klima-Kleber ab

Von nachrichten.at/apa, 25. Januar 2023, 09:37 Uhr
KLIMA-BLOCKADE - "LETZTE GENERATION" STOPPTE VERKEHR AM WIENER G†RTEL
Aktivisten der "Letzten Generation" Bild: TOBIAS STEINMAURER (APA)

WIEN. Bevor Neuzugänge der "Letzten Generation" auf die Straße dürfen, müssen sie ein Ausbildungsseminar absolvieren.

Ab 13. Februar wollen Aktivisten der "Letzten Generation" in Wien zum zweiten Mal mit einer "Welle" den Morgenverkehr möglichst breit stören. Inzwischen haben sich auch weitere Personen gemeldet, die sich an dem Protest beteiligen wollen. Wichtigster Punkt dabei: Gewaltlosigkeit. "Wenn von uns Gewalt ausgeht, haben wir verloren", sagte David Sonnenbaum der APA.

Der Weg vom Sympathisanten zum Aktivisten führt meist über ein Kontaktformular auf der Homepage der "Letzten Generation". Sobald dies ausgefüllt ist, werden die Personen von der Organisation kontaktiert und zur Mitarbeit eingeladen. Nach der vergangenen Aktionswoche im Jänner gingen etwa 300 entsprechende Anfragen bei der "Letzten Generation" ein. 60 bis 70 davon bekundeten auch ein Interesse daran, an den umstrittenen Klebe-Aktionen mitzumachen. "Davor müssen aber alle das Seminar absolvieren", so Sprecher Sonnenbaum.

In den Seminaren werden die Aktivisten und Aktivistinnen in Kleinstgruppen nicht nur über den rechtlichen Hintergrund und mögliche Konsequenzen ihrer Teilnahme aufgeklärt, sondern es wird auch der Umgang mit etwaigen aggressiven Autofahrern, Selbstschutz bei Attacken oder richtiges Verhalten beim Kontakt mit der Polizei eingeübt - bis dahin, ob man beim Wegtragen durch die Beamtinnen und Beamte die für beide eher komfortable "Paket-Position" einnimmt oder sich "wie ein Sack" von der Fahrbahn tragen lässt. "Wir verhalten uns aber immer defensiv", unterstrich Sonnenbaum.

Motivation: Wut, aber auch Verzweiflung

Die Motivation der Teilnehmer ist sehr oft Wut aber auch Verzweiflung, da für sie die handelnden Akteure in der Politik und Wirtschaft noch viel zu wenig gegen die Klimakrise beitragen und nicht einmal der "Minimalforderung" von Tempo 100 auf den Autobahnen entsprochen wird. Dies sei umso unverständlicher, da die Forderungen der Aktivisten Sonnenbaum zufolge inzwischen auch wissenschaftlicher Konsens sind. "Es geht schlicht um unser Überleben", sagte Sonnenbaum.

Sobald die Aktivisten ihre Crash-Ausbildung durchlaufen haben, bekommen sie die Bezeichnung "Biene" verliehen und werden einer Gruppe zugeteilt, die meist zehn bis 15 Personen umfasst, wobei ein Aktivist als "Bienenkönigin" fungiert. Um zu verhindern, dass ihr Vorhaben verraten wird, werden an den Aktionstagen lediglich die "Bienenköniginnen" über den genauen Ort und Zeit informiert. Den "Bienen" wird lediglich der Treffpunkt, meistens eine U-Bahnstation, verraten.

So laufen die Aktionen ab

Die Aktionen spielen sich in der Regel so ab: Die Aktivistinnen und Aktivisten betreten die Fahrbahn, sobald die Fußgängerampel auf "Grün" steht. Dann stellen sie sich quer über die Fahrbahn auf und ziehen orange Warnwesten an. Sobald sich die Stimmung aufheizt, setzen sie sich, als Zeichen der Deeskalation, auf die Fahrbahn. Erst wenn die Polizei einschreitet, kommt der Kleber zur Anwendung, um den Einsatz möglichst in die Länge zu ziehen. "Wobei wir stets darauf achten, die Rettungsgasse freizuhalten, um etwaige Notfälle passieren zu lassen", unterstrich Sonnenbaum.

Dass ihr Protest zu Ablehnung führt, ist den Aktivisten bewusst. Immerhin richten sich die Aktionen nicht gezielt gegen "klimafeindliche" Akteure, sondern werden direkt in die breite Zivilgesellschaft getragen. "Es tut uns auch leid, dass es so kommen musste, aber wir haben keine andere Wahl", meinte Sonnenbaum. Inzwischen sei in den Diskurs aber "auch Bewegung hineingeraten, wir bekommen viel Zuspruch".

Für Wien kündigte die "Letzte Generation" eine nächste große Welle ab 13. Februar an. Dieses Mal könnte die Lage noch angespannter werden als bei der jüngsten "Welle", da sich der Protest über "zwei bis drei Wochen" hinziehen dürfte, wie Sonnenbaum sagte. Dafür ist inzwischen beim Aufeinandertreffen mit der Polizei ein bisschen Routine eingekehrt: Inzwischen werden die Aktivisten und Aktivistinnen sanft mit Speiseöl und einer Holzspachtel von der Straße gelöst. Anfangs waren lediglich Metallspachteln ohne Lösungsmittel im Einsatz: "Das tat richtig weh", erinnerte sich Sonnenbaum.

Mehr zum Thema
Chronik

Klima-Kleber kündigten nächste Protest-Welle an

WIEN. Am letzten Tag ihrer Aktionswoche haben Aktivisten der "Letzten Generation" Freitagfrüh den Bereich rund um den Wiener Naschmarkt im Bereich ...

mehr aus Chronik

Daumen steckte fest: Feuerwehr musste Bowlingkugel aufsägen

Dreijähriger Bub soll in Skischule missbraucht worden sein

Lawinenabgänge in Tirol - Vier Wintersportler am Sonntag tot geborgen

Wintersportler bei Lawinenabgang in Tirol ums Leben gekommen

Interessieren Sie sich für dieses Thema?

Mit einem Klick auf das “Merken”-Symbol fügen Sie ein Thema zu Ihrer Merkliste hinzu. Klicken Sie auf den Begriff, um alle Artikel zu einem Thema zu sehen.

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

46  Kommentare
46  Kommentare
Aktuelle Meldungen