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Wels

Unterricht im Krankenhaus: Schule bringt ein Stück Normalität zurück

15. Januar 2020 00:04 Uhr

Unterricht im Krankenhaus: Schule bringt ein Stück Normalität zurück
Neue Medien werden in der Heilstättenklasse gezielt eingesetzt.

GRIESKIRCHEN. In der Heilstättenschule am Klinikum Grieskirchen werden erkrankte Kinder unterrichtet.

Damit Kinder und Jugendliche, die über einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben müssen, nicht den Anschluss an den Unterricht verlieren, gibt es im Klinikum Grieskirchen die Heilstättenschule. Sie ist direkt im Spital untergebracht, gemeinsam mit den Lehrern der Stammschule werden die Schüler betreut.

Karin Tikal, Lehrerin und Kunsttherapeutin, unterrichtet in der Grieskirchner Heilstättenklasse und setzt auch auf neue Medien. "Der Einsatz hat sich bewährt, zum Beispiel bei Liveschaltungen direkt ins Klassenzimmer oder beim Einsatz von Sprachlernprogrammen für Oberstufenschüler", sagt Tikal.

Moodle, Tablet und iPad helfen dabei, Schule und Krankenhaus zu vernetzen. So kann Lernen trotz Krankenhausaufenthaltes gelingen, und die Kommunikation zu Freunden reißt nicht ab. "Kinder und Jugendliche sollen das Gefühl haben: ‚Ich gehör dazu, bin sozial erwünscht, ich kann meinen Platz wiederfinden …‘", sagt Tikal. Bereits ab dem ersten Krankenhaustag ist der junge Patient in den Unterricht miteingebunden, außer die Erkrankung lässt es nicht zu.

An der Abteilung für Psychosomatik am Klinikum-Standort Grieskirchen finden junge Patienten, die zum Beispiel an den körperlichen und psychischen Auswirkungen von außergewöhnlichen Belastungen, Essstörungen oder Trennungs- und Verlustängsten leiden, Hilfe und Unterstützung. Je nachdem, ob es sich um eine Abklärungsphase oder eine längere Therapie handelt, kann die Aufenthaltsdauer bis zu acht Wochen dauern, bei Essstörungen auch länger.

Bei Schulverweigerern bemüht sich das Behandlungsteam, die Kinder wieder zu integrieren. "Außerhalb der realen Schulmauern gelingt das recht gut. Es wird dann durchaus hinterfragt, ob die Stammschule die richtige ist oder ob nicht ein Wechsel von Vorteil wäre", erklärt die Lehrerin. Neben der Schulvermeidung gibt es auch gegenteilige Extremfälle: Schüler, die zu gerne lernen und stets perfekt sein wollen. Dies trifft besonders auf magersüchtige Patientinnen zu. "Wir versuchen, diesen hohen Lernstress zu reduzieren, indem Lerntempo und Lernmenge reduziert und Pausen eingelegt werden." Gemeinsam mit den Heilstätten- und Stammschullehrern, den behandelnden Ärzten, Pflegepersonal, der klinischen Psychologie und der sozialen Arbeit werden mit den Eltern Helferkonferenzen abgehalten. "Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr in die Schule zu finden", sagt Tikal. Die Kinder müssen dazu bereit sein, so gibt es nach der Entlassung beispielsweise Schulprobetage in der Übergangsphase.

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