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Salzkammergut

Gmunden lässt Straßenbahn bis Vorchdorf fahren

Von Edmund Brandner   18. Februar 2013 00:04 Uhr

Die große Stunde des Wolfgang Sageder
Die jüngste Sitzung des Gmundner Gemeinderates hatte historische Bedeutung.

GMUNDEN. Verkehrsstadtrat Wolfgang Sageder hat nach jahrelangen Diskussionen sein Ziel erreicht.

Als Gmundens Gemeinderat Ende vergangener Woche die Verlängerung der Gmundner Straßenbahn beschloss, war das der große Tag von SP-Verkehrsstadtrat Wolfgang Sageder. Feierlich gekleidet und nach eigenen Worten „so aufgeregt, als wäre das mein erster Auftritt im Gemeinderat“, zählte er im Rathaussaal noch einmal die Gründe auf, warum Gmunden diese historische Chance nicht verpassen darf. Warum die 650 Meter lange Lücke im Gmundner Schienennetz mit 100 Jahren Verspätung geschlossen werden sollte.

Das Momentum genutzt

Sageder hatte jahrelang für die Vollendung der Straßenbahn gekämpft. Er hatte Schritt für Schritt darauf hingearbeitet und unermüdlich Überzeugungsarbeit geleistet. In der Bevölkerung ebenso wie in den Parteien – auch in der eigenen. Sageder fädelte mit der Landesregierung die für Gmunden unwiderstehliche Finanzierungsaufteilung nach einem 80:20-Schlüssel ein und erbettelte auch noch Fördergelder in Wiener Ministerien. Und als vor zwei Wochen durch einen OÖN-Bericht österreichweit bekannt wurde, dass Gmundens Straßenbahn ohne Verlängerung unmittelbar vor ihrer Schließung steht und die Stadt nur noch wenige Tage Zeit hat, das Finanzierungsangebot anzunehmen, nutzte er den Moment und machte gemeinsam mit Vertretern der VP den Sack zu.

Die FP sprach sich im Stadtparlament gegen die Verknüpfung der Straßenbahn mit der Traunseebahnlinie aus, blieb dabei aber allein – und musste sich vorhalten lassen, selbst einst im Wahlkampf für das Projekt Stimmung gemacht zu haben. Doch davon wollte FP-Stadtrat Gerald Grampelhuber nichts wissen. Die Verlängerung sei zu teuer angesichts der niedrigen Auslastung der beiden Linien, argumentierte er. Gmunden sei durch Citybusse gut erschlossen. Mit einer Sondergenehmigung könne man die Schließung der „Museumsbahn“ außerdem vielleicht verhindern.

Sageder, der wusste, dass die Sache längst gelaufen war, verfolgte die Debatte still beobachtend. Als der Gemeinderat nach der Sitzung geschlossen in ein Wirtshaus übersiedelte, bestellte er dort wie immer Fruchtsaft. Denn so historisch kann eine politische Entscheidung gar nicht sein: Sageder bleibt nüchtern.

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