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Die Mozartstraße ist Heimat von Linzer Künstlern

20. Jänner 2015, 14:44 Uhr
Mozartstraße
Mozartstraße   Bild: H.Atteneder@nachrichten.at

Natürlich hat die Mozartstraße mit Kunst zu tun, ist sie doch nach Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) benannt. Seit 1869 heißt der zwischen Rudigier- und Eisenhandstraße gelegene Verkehrsweg so.

  • Ehemaliges Hotel: Im einstigen „Hotel de l’Europe“ war von 1935 bis 1981 die Polizeidirektion samt Gefangenenhaus untergebracht.
  • Alt-Bürgermeister und Hausbesetzer: Franz Dobusch eignete sich die Idee von jungen Kultur-Revoluzzern an.

Mozartstraße

Natürlich hat die Mozartstraße mit Kunst zu tun, ist sie doch nach Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) benannt. Seit 1869 heißt der zwischen Rudigier- und Eisenhandstraße gelegene Verkehrsweg so.

Doch die Mozartstraße war lange auch Ort staatlicher Gewalt. Denn im einstigen "Hotel de l’Europe" (Mozartstraße 6–10) war von 1935 bis 1981 die Polizeidirektion. Seit 30 Jahren steht dort ein Geschäfts- und Bürohaus. Eine Gedenktafel erinnert an jene Menschen, die in der Nazi-Ära im Polizeigefängnis ums Leben kamen.

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Die einstige Polizeidirektion ist auch mit lebhafter Zeitgeschichte verbunden. Denn Anfang der Achtzigerjahre wollten junge Revoluzzer das Haus zum Kulturzentrum umfunktionieren. Monatelang bewachten Polizisten das leer stehende Gebäude, um eine Besetzung zu verhindern. 6000 Unterschriften sammelten die Revoluzzer für ein Kulturzentrum in der Polizeidirektion. Der damalige Chef der Jungen Generation der SPÖ, der spätere Bürgermeister Franz Dobusch, griff die Forderung auf. Ergebnis: das Kulturzentrum Posthof am Hafen.

Die Mozartstraße hat auch heute mit Kunst zu tun. Hier leben die Künstler Dietmar Brehm, Ingrid Kowarik, Susanne Purviance sowie Helga und Herbert Schager. Der Maler und Trickfilmer Thomas Steiner hat in der Mozartstraße sein Atelier.

Interessantes zur Mozartstraße

  • Von A bis Nordpol: In Brigitte Holzingers Ladyshop (Mozartstraße 11) wird jede Frau fündig, wenn es ums chice Darunter geht. „Eine Kundin von mir ist 94 Jahre und legt noch Wert auf schöne Unterwäsche!“
  • 140 Kinder besuchten im abgelaufenen Jahr die Mozartschule (Volksschule 40). Untergebracht ist die  Bildungseinrichtung in einem geschichtsträchtigen Gebäude, das bereits 130 Jahre alt ist.
  • 13.000 Mitglieder vertritt die Wirtschaftskammer Linz-Stadt. Untergliedert sind die verschiedenen Berufsfelder in sieben Sparten. Innerhalb dieser gibt es 80 Fachgruppen.
  • Die Firma Niemetz, die die Schwedenbomben erzeugte, geht auf die 1890 in der Mozartstraße gegründete Konditorei zurück.

Trickfilm

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Thomas Steiners, Professor am Oberstufengymnasium und Trickfilmanimateur

Ein Linzer Weltstar des Trickfilms

Thomas Steiners Atelier in der Mozartstraße liegt halb im Keller. Seinen Lebensunterhalt verdient der 57-Jährige als Professor am Oberstufengymnasium und an der Pädagogischen Hochschule in Linz, obwohl er in seinem künstlerischen Spezialgebiet Animationsfilm (= Trickfilm) Weltrang hat.

Im heurigen Juni war Steiner auf dem „Festival d’Animation Annecy“ in Ostfrankreich, dem weltweit bedeutendsten und wichtigsten Festival für Animationsfilme. 7000 Teilnehmer waren dort, darunter Giganten wie Disney und Pixar. „In Annecy gibt es alles, von Sponge Bob bis zur Avantgarde“, sagt Steiner, der heuer als einziger österreichischer Künstler zum Annecy-Festival eingeladen wurde.

Steiners Filme entstehen zum Teil in seinem Atelier in der Mozartstraße. „Hier mache ich die Zeichnungen“, erzählt der Linzer Künstler. Die gezeichneten, gemalten oder fotografierten Einzelbilder bearbeitet Steiner dann in seiner Wohnung am Computer.

Theresienkirche in Annecy

Auf dem Annecy-Festival zeigte Steiner seinen experimentellen Film „Theresia“. „Ausgangspunkt ist die Theresienkirche im Linzer Keferfeld. Im Film geht es um Bilder von sakralen Räumen, die ich durch Übermalungen und Computeranimation verfremde“, erklärt der Linzer Kunst-Professor.
Steiner war mit seinen Filmen schon auf Festivals auf der ganzen Welt, in Bangkok ebenso wie beim Cinemathek-Festival in San Francisco, in Tokio und auch in der Tate Gallery in London.
Filmen ist ein Teil des Kunstschaffens des Stadtwerkstatt-Mitbegründers, der zunächst Kunsterziehung in Linz und dann bei Hubert Silecki Animationsfilm an der Meisterklasse von Maria Lassnig an der Universität für Angewandte Kunst in Wien studierte: „An Filmen arbeite ich einige Monate im Jahr. Malen und Zeichnen beschäftigt mich das ganze Jahr.“

Radfahrer in Linz
Mozartstraße   Bild: Thomas Weibold

Sewa

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"Nein, nur die wenigsten wissen, dass die Abkürzung für „Sensations- warenhaus“ steht."

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Interview mit Bileena Vorauer

Von Kunstblumen über Haushaltsartikel bis hin zu Spielwaren: Die Filiale der Kette Sewa an der Mozartstraße 4 wirkt beim Betreten wie einer der Läden aus längst vergangenen Tagen, in denen alles erhältlich ist und das zu günstigen Preisen. „Angefangen haben wir als Diskonter, mittlerweile haben wir auch Artikel die mehr als 100 Euro kosten“, sagt Filialleiterin Bileena Vorauer.

  1. Die Geschäfte von Sewa gelten ja als Läden, in denen Artikel sehr günstig erhältlich sind. Wer ist da die typische Klientel, die bei Ihnen einkauft?

    Ein Großteil der Kunden in unserem Geschäft sind Frauen. Diese kommen aus allen Altersschichten. Ursprünglich haben wir ja als Diskonter begonnen, mittlerweile sehen wir uns in der Rolle als Direktimporteur.
  2. In Ihrem Laden scheint es auf den ersten Blick nichts zu geben, was nicht erhältlich ist. Was kaufen die Kunden denn besonders gerne?

    Ja, wir haben ein recht breites Warensortiment. Am beliebtesten sind sicherlich die Geschenksackerl, auch die künstlichen Blumen.
  3. Wissen die Kunden eigentlich, was sich hinter der Abkürzung Sewa verbirgt? 

    Nein, nur die wenigsten wissen, dass die Abkürzung für „Sensationswarenhaus“ steht. Hinter der Kette steckt die Madal Bal AG, die ihre Wurzeln in der Schweiz hat.

 

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