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Oberösterreich

Kein Corona-Intensivpatient älter als 74

Von nachrichten.at/geg/apa   16. September 2021 06:16 Uhr

LINZ/WIEN. Oberösterreichs Corona-Intensivpatienten werden immer jünger. Der jüngste wurde vor wenigen Tagen erst 18 Jahre alt– und wird seit beinahe einem Monat intensivmedizinisch betreut.

Waren es im vergangenen Jahr noch hauptsächlich Menschen über 75 Jahre, die auf eine Intensivstation verlegt werden mussten, ist derzeit keiner der 34 Corona-Intensivpatienten in Oberösterreich älter als 74.

„Mit der Impfung hat sich auch die Altersstruktur deutlich verändert“, sagt Brigitte Buberl, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation im Kepler Universitätsklinikum in Linz. Die mit 14 Intensivpatienten am stärksten betroffene Altersgruppe ist nun jene zwischen 45 und 59 Jahren. Vier Intensivpatienten in Oberösterreich sind jünger als 30 Jahre. 31 der 34 Intensivpatienten in Oberösterreich sind nicht vollständig geimpft. In Wien müssen derzeit sechs Kinder und Jugendliche im Krankenhaus betreut werden, ein Kind befindet sich auf der Intensivstation.

Die steigenden Zahlen bei der Intensivbetten-Belegung gehen mit dem starken Anstieg der Neuinfektionen einher: Innerhalb von 24 Stunden wurden gestern 2624 neue Fälle gemeldet. Das ist der höchste Wert seit fünf Monaten– am 15. April waren es zuletzt mehr. In Oberösterreich wurden gestern 519 Neuinfektionen gemeldet.

89 Prozent aller Intensivpatienten ungeimpft

Zahlen aus den Krankenhäusern in ganz Österreich zeigen ebenfalls ein deutliches Bild. Fast 60 Prozent der Einwohner Österreichs sind mittlerweile vollständig immunisiert. Am Dienstag waren jedoch 635 von 806 Covid-Spitalspatienten ungeimpft, das sind knapp 79 Prozent der Betroffenen, hieß es am Mittwoch aus dem Gesundheitsministerium gegenüber der APA. Auf den Intensivstationen ist das Verhältnis noch größer, dort wurden am Dienstag von 201 Patienten 23 Impfdurchbrüche behandelt. Unter den Schwerstkranken sind also 89 Prozent ungeimpft.

Die bisher verabreichten Covid-Schutzimpfungen sind weiterhin hoch wirksam. Das zeigt der am Mittwoch von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) aktualisierte Bericht zu Impfdurchbrüchen. Nach den seit Februar erhobenen Daten ist das Risiko für eine symptomatische Infektion trotz Vollimmunisierung im Vergleich zu nicht vollständig Geimpften und Ungeimpften um mindestens 88 Prozent reduziert. Diese verläuft dann in fast allen Fällen leicht und kaum tödlich.

Mehr Geimpfe = mehr Impfdurchbrüche

Seit Anfang Februar waren in Österreich bei insgesamt 175.815 laborbestätigten Coronafällen mit Symptomen unter Personen ab zwölf Jahren 8.845 Fälle vollständig geimpft (5,03 Prozent). Davon wiederum wurden 215 Patienten (0,12 Prozent aller Fälle) im Krankenhaus behandelt.

Anteilsmäßig traten zuletzt vermehrt Impfdurchbrüche auf. Allerdings ist laut AGES zu erwarten, dass es mit steigendem geimpften Bevölkerungsteil auch zu mehr Impfdurchbrüchen kommt. Innerhalb der vergangenen vier Kalenderwochen 33 bis 36 gab es unter 24.718 symptomatischen Fällen 5.704 Infektionen bei Vollimmunisierten (23,08 Prozent). 54 Betroffene wurden in Spitälern behandelt, das ist ein Anteil von 0,22 Prozent an allen Fällen und somit ähnlich niedrig wie im Gesamtzeitraum seit Februar.

88 Prozent Impfeffektivität

Die Impfeffektivität von mindestens 88 Prozent ergibt sich aus einem Vergleich des Anteils vollständig Geimpfter mit symptomatischer Infektion mit dem Anteil vollständig Geimpfter in der Bevölkerung, erläuterten die Experten. Der Wert lag von Anfang Februar bis inklusive der vergangenen Kalenderwoche (KW 36) für die Altersgruppe 18 bis 39 Jahre bei 89,11. Bei den 40- bis 59-Jährigen zeigte sich 88,45 Prozent Impfeffektivität und ab 60 Jahren waren es 89,61 Prozent.

Auch Daten aus anderen Untersuchungen und weiteren Ländern zeigen, dass Covid-19-Erkrankungen "bei vollständig geimpften Personen weitestgehend mild verlaufen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle vermieden werden", betonte die AGES in ihrem Update. Impfdurchbrüche treten demnach insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen oder eingeschränktem Immunsystem auf, bei denen die Impfung keinen Immunschutz erzielen konnte.

Kickl wettert gegen das Impfen

Wer den Bezirk Braunau verlassen will, muss ab Samstag einen 3-G-Nachweis vorzeigen. Bezirkshauptmann Gerald Kronberger appellierte gestern erneut an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen. Im Widerspruch dazu setzte FPÖ-Chef Herbert Kickl gestern bei einer
Pressekonferenz in Linz wieder zu einem Rundumschlag gegen
das Impfen an. Er sprach von "Gesundheits-Apartheid". Mehr dazu im folgenden Artikel:

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