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Oberösterreich

"Jetzt kann ich Österreich etwas zurückgeben"

26. Februar 2021 00:04 Uhr

"Jetzt kann ich Österreich etwas zurückgeben"
Reem Shanan unterrichtet bereits.

LINZ. Lehrgang bereitete 16 geflüchtete Pädagogen auf Bildungssystem vor – drei von ihnen unterrichten bereits.

 C1. Keine andere Kombination aus Buchstaben und Zahlen hat Reem Shanan in den vergangenen Jahren mehr strahlen lassen. Für die 38-Jährige aus der syrischen Hauptstadt Damaskus war es der Eintrittscode in ein neues Berufsleben. Sie hat den C1-Deutschkurs für "sehr Fortgeschrittene" erfolgreich absolviert und kann nun endlich das tun, was sie in ihrem Heimatland bis zum Jahr 2017 voller Tatendrang gemacht hatte: unterrichten.

"Ich bin sehr froh, dass ich nun auch hier Lehrerin sein kann. Jetzt kann ich Österreich, das mich aufgenommen hat, als es mir schlecht ging, etwas zurückgeben", sagt sie. Von der Bildungsdirektion Oberösterreich wurde sie mit einem Sondervertrag ausgestattet und war bereits während der Semesterferien in einer Neuen Mittelschule in Wels für die Betreuung von Schülern verantwortlich, die sich in Englisch verbessern müssen. Shanan könne vor allem Schüler mit Migrationshintergrund gut erreichen – und davon gibt es in Oberösterreich viele: Im Schuljahr 2018/19 waren es 44.000 Kinder und Jugendliche (22 Prozent), die eine Schule in Oberösterreich besuchten und zu Hause nicht Deutsch als Umgangssprache sprechen. 13 Prozent aller Schüler im Land sind keine österreichischen Staatsbürger – sie kommen aus 130 Nationen.

"Ein großes Potenzial"

"Die Zweisprachigkeit unserer neuen Lehrer ist ein riesiger Vorteil für unser Bildungssystem. Diese Chance müssen wir nützen", sagt Kurt Mitterlehner. Er war Leiter jenes Lehrgangs, der von beiden Pädagogischen Hochschulen in Linz veranstaltet wurde und 16 geflüchtete Pädagogen auf das Bildungssystem in Österreich vorbereitet hat – die OÖN haben berichtet. Drei der Teilnehmer unterrichten bereits, viele weitere sollen folgen. Sie müssen noch den anspruchsvollen C1-Kurs absolvieren. "Es ist wichtig, dass die neuen Pädagogen gut Deutsch sprechen können. Besonders, wenn es darum geht, komplizierte Sachverhalte zu erklären", sagt Mitterlehner.

Für Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) ist die Bildung ein "Integrationsmotor". Sie ermögliche Chancen und begünstige Integrationsbemühungen. Pädagogen mit Migrationshintergrund seien aber an Schulen unterrepräsentiert. Ihre Mehrsprachigkeit sei ein "Potenzial für unsere Gesellschaft". (geg)

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