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Manfred Razenböck: "Ich lebe für das, was ich mache"

RIED/SCHLÜSSLBERG. Serie "Was wurde aus...?": Der ehemalige Profi Manfred Razenböck bildet in der Fußballakademie Linz und bei "Tormannplus" die Goalies von morgen aus.

"Ich lebe für das, was ich mache"

An die 100 Kinder und Erwachsene werden von Manfred Razenböck (rechts) und seinem Team gecoacht. Bild: privat

Manfred Razenböck konnte noch nicht richtig sprechen, da wusste er schon, was er einmal werden will: "Fußasmann". "Meine Eltern erzählen heute noch, dass ich als kleiner Bub Fußballer nicht sagen konnte. Bei mir hieß es Fußasmann." Der gebürtige Natternbacher sollte recht behalten. Mit 15 Jahren holte ihn Rudi Zauner zur SV Ried und ein Jahr später war er bereits zweiter Tormann. Im Laufe seiner Karriere feierte er viele Erfolge (siehe unten), musste aber immer wieder Rückschläge einstecken. "Dieses Auf und Ab hat mich und mein Leben sehr geprägt. Ich habe dadurch viel gelernt. Als ich beim GAK war, haben mich viele schon abgeschrieben, aber ich habe mich wieder nach oben gekämpft. Aufgeben kam für mich nie in Frage und das will ich jetzt den Burschen weitergeben", erklärt der 37-Jährige seine Philosophie.

Heute lebt Manfred Razenböck in Schlüßlberg, arbeitet in der Fußballakademie Linz als Tormanntrainer und ist Geschäftsführer der Fußballschule "Tormannplus". Rund 100 Kinder und Erwachsene werden dort von ihm und seinem Team betreut. Die Goalies von morgen treffen sich einmal pro Woche zu einem speziellen Training. Darunter der gesamte Nachwuchs von Blau-Weiß Linz. "Es handelt sich um ein Standort-Training, das für jeden leistbar sein soll. Wir haben 14 Betreuer angestellt, die in Kleingruppen die Torleute trainieren. In den vergangenen drei Jahren haben wir uns einen guten Namen gemacht und darauf bin ich stolz", erklärt Manfred Razenböck. "Ich wollte nach meiner aktiven Karriere etwas machen, wo ich mich wirklich auskenne. Bei Tormannplus kann ich den Burschen meine persönliche Erfahrung weitergeben. Wer Profi werden will, muss diesem Ziel alles unterordnen", weiß der ehemalige Tormann der SV Josko Ried.

Die Einstellung ist das A und O

Manfred Razenböck hat sich der Ausbildung und Weiterentwicklung seiner Schützlinge mit Haut und Haaren verschrieben und betont: "Ich lebe für das, was ich mache." Er weiß außerdem, welche Eigenschaften ein guter Tormann mitbringen sollte. "Die Einstellung ist das Allerwichtigste. Talent alleine ist definitiv zu wenig. Und man darf nie die Freude und den Spaß am Fußball verlieren."

Die Fußball-Leidenschaft hat der ehemalige Profi seinem achtjährigen Sohn, der selbst bei Grieskirchen spielt, vererbt. Allerdings steht der nicht zwischen den Pfosten. Würde sein Filius einen ähnlichen Weg wie er selbst einschlagen, wäre ihm die Unterstützung seines Vaters gewiss. "Es gibt nichts Schöneres, als sein Hobby zum Beruf zu machen. Allerdings würde ich darauf bestehen, dass er eine weitere Ausbildung macht", stellt Manfred Razenböck klar. Der gelernte Installateur weiß aus Erfahrung, wie schnelllebig Fußball ist.

Razenböck ohne "t"

Der Grund für die ungewöhnliche Schreibweise des Namens Razenböck reicht zwei Generationen zurück. In der Geburtsurkunde seines Opas hatte jemand auf den Buchstaben "t" vergessen. Ein Fehler, der den Schlüßlberger bis heute verfolgt. "Wenn ich mich irgendwo vorstelle, dann sage ich das ‘ohne t’ immer gleich dazu. Aber mein Name wird trotzdem extrem oft falsch geschrieben." Früher habe man ihn außerdem immer wieder nach einer möglichen Verwandtschaft mit dem ehemaligen Landeshauptmann Josef Ratzenböck gefragt. "Aber das ist in den letzten Jahren weniger geworden, weil die jungen Leute ihn oft gar nicht mehr kennen. Eine Verwandtschaft wäre allerdings bestimmt nicht nachteilig gewesen."

Nachwuchskicker als Lehrer

Über die Frage nach dem besten Torhüter der österreichischen Bundesliga und dem besten der Welt braucht Manfred Razenböck nicht lange nachdenken. "In Österreich ist das für mich Robert Almer und weltweit Manuel Neuer. Ich bewundere allerdings auch Gianluigi Buffon und Petr Cech. Beide spielen seit Jahren auf einem unglaublich hohen Niveau." Eine Trainingseinheit bei diesen Weltklasse-Torhütern würde der Hausruckviertler dennoch ausschlagen. "Mich coachen meine Burschen. Bei meiner Arbeit mit ihnen lerne ich jeden Tag dazu und dafür bin ich sehr dankbar."

Wer Interesse am speziellen Tormanntraining von Manfred Razenböck und seinem Team hat, kann sich auf der Homepage tormannplus.at über Angebote, Trainer, Termine und Fußballcamps informieren.

 

Steckbrief

Name: Manfred Razenböck
Geboren: am 4. Juli 1978
Stationen als Fußballer: Union Natternbach, Union Peuerbach, SV Josko Ried, SV Pöttinger Grieskirchen, FC Gratkorn, GAK, SC Schwanenstadt und SC Wiener Neustadt
Einsätze: 74 Spiele in der Regionalliga West, 102 Spiele in der ersten Liga, 18 Spiele in der Bundesliga und 8 U18-Länderspiele für Österreich
Erfolge mit der SV Ried: Aufstieg in die Bundesliga 1995 und Cup-Sieg 1998

 

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Artikel Elisabeth Ertl 02. März 2016 - 18:57 Uhr
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