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Innviertel

Jäger sollte schießen - Bauer „beutelte“ mit Traktor Hochsitz

Von Max Hofer   29. Oktober 2013 00:04 Uhr

Jäger sollte nicht zum Schuss kommen Bauer „beutelte“ mit Traktor Hochsitz
Jäger gehören offenbar zum Feindbild des Bauern.

BRAUNAU/RIED. Landwirt kam nach zehntägiger Haft wieder auf freien Fuß, er muss jedoch in Therapie

Auch wenn sich wieder alles halbwegs eingerenkt hat und im Prozess versöhnliche Töne angeschlagen wurden, glaubt der betroffene Waidmann nicht, dass er sich künftig wieder in die Nähe seines Reviers im Bezirk Braunau wagen wird. Der Schock, den er erlitten hat, ist immer noch nicht überwunden.

Am Ende des Verfahrens im Rieder Landesgericht, bei dem der Jäger als Zeuge aussagen musste, sagte er fast warnend: „Ich fürchte, dass wieder etwas passieren wird!“

Übers Kreuz geraten

Ende September waren der Waidmann und ein Landwirt übers Kreuz geraten. Der Bauer wollte anscheinend nicht, dass der auf einen Hochstand sitzende Jäger zum Schuss kommt, weil angeblich schon einmal „etwas in seiner Nähe eingeschlagen“ hatte. Er herrschte den Waidmann an, den Hochsitz zu verlassen und herunterzukommen, andernfalls er – sinngemäß – mit der Gabel, die auf seinem Traktor aufgepflanzt sei, „nachhelfen“ würde.

Was der Landwirt, der früher selbst Jäger war, gegen den jedoch laut Gericht ein Waffenverbot besteht, dann auch tatsächlich tat. Zumindest touchierte er das hölzerne Bauwerk leicht. Obendrein drohte er, dass er anschließend über den Jäger „drüberfahren“ werde.

Als der erschrockene Waidmann abstieg, knöpfte ihn sich der Bauer trotzdem vor und verletzte ihn leicht im Brustbereich. Damit handelte sich der Peiniger seine Festnahme und einen zehntägigen Gefängnisaufenthalt ein.

Das Gericht legte dem Landwirt auch zur Last, dass er eine Wildkamera und eine neue Aluleiter, die auf den Hochsitz führte, abgebaut hatte. Beides wurde bei ihm von der Polizei gefunden und sichergestellt.

Gefängnistore öffneten sich

Nach der Urteilsverkündung durch Richter Rudolf Aschauer, vor dem sich der von einem Justizwachebeamten begleitete Angeklagte wegen des Vergehens der Nötigung verantworten musste, enthaftete ihn der Vorsitzende und setzte den Bauern wieder auf freien Fuß.

Psychiatrische Behandlung

Zuvor verhängte Aschauer gegen den Beschuldigten jedoch sechs Monate bedingte Haft. Der Richter blieb damit im untersten Bereich. Das Delikt sieht einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren vor. Allerdings erteilte der Vorsitzende die Weisung, das sich der Beschuldigte in psychiatrische Behandlung begeben muss, und stellte dem Landwirt zudem einen Bewährungshelfer zur Seite. Der Angeklagte entschuldigte sich im Gerichtsaal beim Jäger, alle Zweifel räumte er aber offenbar nicht aus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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