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Oberösterreich

Spurensuche im Nationalpark

Von Elisabeth Ganhör   27. August 2011 00:04 Uhr

Spurensuche im Nationalpark
Kompass lesen, Wasser untersuchen und Ausschau nach Tieren halten: 22 oberösterreichische Pfadfinder lernten in der Wildnis der Kalkalpen.

Querfeldein und abseits von Wegen tauchten 22 oberösterreichische Pfadfinder in die heimische Wildnis ein. Beim Forschungslager „WildWux“ ergründeten sie gemeinsam die unberührte Natur des Nationalparks Kalkalpen.

Welche Qualität hat eigentlich das Wasser? Wann darf ich es trinken? Und welche Tiere sind im Nationalpark Kalkalpen eigentlich zu Hause? Fragen dieser Art stellten sich junge Pfadfinder aus Oberösterreich beim Forschungslagers „WildWux“. Mit Teleskopen, Kompass und Kameras ausgerüstet, machten sich die Jugendlichen zusammen mit zwei Park-Rangern auf Spurensuche.

Eine Raupe sitzt am Weg. Plötzlich bleiben allen stehen. Die 12- bis 16-jährigen Forscher beobachten neugierig, wie sich das Tier über den Waldweg windet. „Oft geht man nur vorbei und nimmt die Natur nicht bewusst wahr. Die Teilnehmer am Forschungslager haben fast ausgesehen, als hätten sie noch nie einen Raupe gesehen“, sagt Ulrich Schueler vom Landesverband der Oberösterreichischen Pfadfinder.

Mit viel Engagement und vor allem mit Liebe zur Natur, ließen sich die 22 Pfadfinder aus allen Ecken Oberösterreichs ganz auf die Natur des Nationalparks Kalkalpen ein. Die Idee zum Forschungslager „WildWux“, hatte Uli Schueler. Zusammen mit Susi Windischbauer vom Landesverband wollten sie die Jugend wieder mehr in die Natur locken. „Uns war klar – wenn man die Natur schützen muss, sollte man sie nicht vor den Menschen verstecken, sondern sie einfach besser kennenlernen“, sagt Schueler.

In einer Kooperation mit dem Nationalpark Kalkalpen, von denen die Ranger Maria Laussamayr und Hermann Janesberger ihr Wissen einbrachten, entstand „WildWux“.

Mit einer Art „Bewerbungsschreiben“ wurde das Forscherteam zusammengestellt. Schließlich musste schon gute Gründe für eine Teilnahme geben. Erste Kennenlern-Treffen brachten noch mehr Aufschluss. „Wir haben da schon gemerkt, dass viele Interessierte sehr engagiert sind und großes Interesse haben, die heimische Natur zu ergründen“, sagt Windischbauer.

Ab in die unberührte Natur

Die 22 Auserwählten ließen sich die Chance nicht nehmen. Vom Biwakplatz Steyr aus inspizierten sie das Nationalparkgebiet unter Anleitung, waren aber auch gefordert, selbst die Augen offen zu halten.

Ein Beispiel für die Spurensuche: Im Nationalpark soll ein Luchs leben, der noch nie zuvor in freier Wildnis gesichtet wurde. Er wurde nur von speziellen Fotofallen abgelichtet, die im Wald aufgestellt wurden, um alles, was sich bewegt, auf Bild zu bannen. Diese spannende Geschichte forderte die Jugendlichen, die sich mit Karte, Kompass und Koordinaten für die Fotofalle auf den Weg machten, um den Luchs eventuell zu finden. „Alle waren total aufgeregt und haben sehr genau die Umgebung im Blickfeld gehabt“, sagt Schueler.

So groß die Vorfreude auf ein Luchsfoto war, so ernüchternd war die Auswertung der Bilder der Fotofalle. Luchs war keiner zu sehen. Nicht auf den Bildern, nicht in der Natur. Dennoch gab es Erfahrungswerte. „Bei dieser Spurensuche habe ich zwar keinen Luchs gesehen. Ich habe aber gelernt, dass die männlichen Hirsche breite Vorder-Hufe haben, weil sie wegen der Geweihe mehr Gewicht tragen müssen“, sagt der 15-jährige Peter Repzuk von der Pfadfindergruppe Vorchdorf. Für Katharina Hollinetz (13), ebenfalls aus Vorchdorf war etwas anderes bemerkenswert. „Ich fand es cool, dass die Nationalpark-Ranger zu jedem Tier und zu jedem Geräusch eine Geschichte erzählen konnten.“

Trinkwasser, ja oder nein?

Der Lagerplatz des Forschungsteams, der neben der Steyrling und dem Rumpelmayrbach lag, bot sich als Natur-Forschungsstelle ebenfalls an. Kann man das Wasser dort trinken? Die jungen Naturentdecker machten auch da die Probe. Alle zwei Stunden entnahmen sie Bachwasser, untersuchten darin Lebewesen bestimmten damit die Qualität des Wassers. Bestimmte Tiere leben nämlich nur in sauberem Wasser. Auch das haben die Pfadfinder gelernt..

Wer sich in der Natur bewegt, muss genau hinhören. Die Nationalpark-Ranger machten den Pfadfindern zum Beispiel klar, dass das Geräusch, das sie kurz hochschrecken ließ, von einem Eisvogel stammte, der nur selten hier anzutreffen ist. Kaum erblickt man ihn, ist er auch schon wieder weg. Auf einer Fläche von 20.586 Hektar gibt es viel entdecken. Folglich konnten auch nur erste Eindrücke im riesigen Nationalparkgebiet gegeben werden.

Lust auf Wandern

Im Zuge der Forschungstage stand schließlich auch eine Beobachtungstour auf dem Programm. Mit offenen Augen durch die unberührte Natur des Nationalparks zu wandern, dabei Informationen über den Lebensraum von Pflanzen und Tieren zu erhalten, kann als wichtige Erziehung verstanden werden. Wer Natur so erlebt, wird nicht nur Lust aufs Wandern bekommen, sondern auch im Einklang mit der Natur das Erlebnis suchen.

So war die Sonnenaufgangswanderung zum Gipfel des Bergers am letzten Forschungslagertag ein besonderes Erlebnis. Von diesen Eindrücken tragen sie wahrscheinlich viele weiter, hoffen die „WildWux“-Verantwortlichen.

Auch die beiden Ranger waren vom Interesse der Pfadfinder begeistert. „Sie hatten alle einen emotionalen Zugang. Das hat man allein daran gemerkt, wie sie sich in der Natur bewegt haben“, so Rangerin Maria Laussamayer.

DIE PFADFINDER IN ALLER WELT

Mit 38 Millionen Mitgliedern sind die Pfadfinder die größte Jugendbewegung der Welt. Alleine in Oberösterreich gibt es 39 verschiedene Gruppen. Dort werden Kinder und Jugendliche, mit Hilfe verschiedener Schwerpunkte zu verantwortungsbewussten Jugendlichen erzogen. Durch wöchentliche Treffen wird auf die verschiedenen Interessen der Mitglieder eingegangen, bestimmte Fähigkeiten werden gefördert.

In Altersstufen wie unter anderem Wichtel und Wölflinge (von sieben bis zehn Jahren) sind die Pfadfinder immer mit Gleichgesinnten zusammen und erleben gemeinsam Abenteuer. Der Stufe entsprechend dreht sich alles um Spiel, Abenteuer, Unternehmungen oder Projekte, die die Kinder eigenständig und im Team entwickeln.

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