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Oberösterreich

Mit Sparsamkeit zum Erfolg: Pfaffings Finanzen sind top

PFAFFING. Die Gemeinde ist Österreichs Spitzenreiter bei Kreditwürdigkeit

Mit Sparsamkeit zum Erfolg: Pfaffings Finanzen sind top

Pfaffings Bürgermeisterin Gabriele Aigenstuhler Bild:

"Wir überlegen uns jede Ausgabe sehr gut", sagt Gabriele Aigenstuhler, Bürgermeisterin des 1500-Einwohner-Ortes Pfaffing im Bezirk Vöcklabruck. Das hat sich nun buchstäblich bezahlt gemacht: Das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) hat für das Gemeindemagazin "public" die 2098 Gemeinden Österreichs auf ihre Kreditwürdigkeit überprüft. Das Ergebnis: Keine weist eine höhere Bonität als Pfaffing auf. Seit sieben Jahren wird die Rangliste veröffentlicht, heuer steht zum ersten Mal eine Gemeinde an der Spitze, die von einer Frau geführt wird.

In den vergangenen Jahren schnitten stets Orte am besten ab, in denen dank großer Betriebe viel Kommunalsteuer in die Kassen kam. In Pfaffing ist das nicht der Fall. "Bei uns gibt es zwar die Firma General Electric, aber die teilen wir uns sozusagen mit der Nachbargemeinde", sagt Aigenstuhler. Die Kommunalsteuern betragen etwa 150.000 Euro pro Jahr.

"Bei uns hat also tatsächlich Sparsamkeit den Ausschlag gegeben", sagt Aigenstuhler. "Wir achten immer darauf, kostengünstige Angebote zu bekommen, und wir lagern nichts aus, etwa beim Winterdienst. Wir machen viel selber." Pfaffing hat derzeit nur etwa 4000 Euro Schulden.

"Klein und wirtschaftlich"

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist für sie die gute Zusammenarbeit in der Gemeinde: "Wir haben ein tolles Team, vom Amtsleiter über den Bauhof bis zum Gemeinderat." Sparsamkeit bedeute aber nicht, dass die Gemeinde jedem Projekt eine Absage erteile. "Der Kanal ist ausfinanziert, unser Gemeindeamt wurde barrierefrei gemacht, und wir haben soeben das leerstehende Gasthaus im Ort gekauft", nennt Aigenstuhler einige Beispiele. "Bei uns sieht man, dass kleine Gemeinden sehr wohl wirtschaftlich arbeiten können."

Mit Sattledt auf Platz neun hat es eine zweite oberösterreichische Gemeinde in die Top Ten geschafft. Reichersberg, Sieger in den Jahren 2016 und 2017, nimmt heuer den elften Rang ein.

 

250 Gemeinden werden jährlich im KDZ-Ranking veröffentlicht. Es handelt sich um jene Gemeinden mit der höchsten Bonität. Die Berechnungen basieren auf Kennzahlen aus den Bereichen Ertragskraft, Eigenfinanzierungskraft, finanzielle Leistungsfähigkeit und Verschuldung.

Dem KDZ zufolge ist allen Siegergemeinden gemeinsam, dass sie einen niedrigen Schuldenstand haben und die unterdurchschnittlichsten Ausgaben beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand aufweisen.

Die wichtigsten Einnahmen sind Ertragsanteile und eigene Abgaben, viel Geld kommt auch durch Grund- und Kommunalsteuer herein.

Das gesamte Ranking finden Sie hier:



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Artikel 12. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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