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Im Uno Shopping gehen langsam die Lichter aus

LEONDING. Im Einkaufszentrum Uno Shopping werden bald wahrscheinlich nur noch die Trafik und die Apotheke geöffnet haben. Der bisherige Frequenzbringer Media Markt übersiedelt in die Plus City. Wie es mit den 48.000 Quadratmeter Verkaufsfläche weitergeht, steht noch nicht fest.

Mit der Leere um die Wette gähnen

Einkaufswagen sind im Uno Shopping derzeit nicht notwendig. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Es fehlt nicht mehr viel, und die Filiale ist besenrein. Der Media Markt im Einkaufszentrum Uno Shopping, lange Zeit der Frequenzbringer schlechthin, verkauft ab. Viel ist nicht mehr da. Hier ein Stabmixer, dort eine Waschmaschine, dazwischen Verpackungsmaterial und Leerflächen. Der große Ansturm ist längst vorbei.

Draußen vor dem Geschäft sitzt auf einem Ledersessel ein müder Konsument. Er blickt verdrossen auf sein Handy und gähnt. Sinnbild für ein Einkaufszentrum, das 24 Jahre nach seiner Eröffnung zu einer Geisterstadt mit einem riesigen Parkplatz geworden ist. Nicht einmal mehr nervige Kaufhausmusik durchschneidet die sich breitmachende Lethargie.

Bernhard Gartner wird einer der wenigen sein, die vorerst noch bleiben. Derzeit befindet sich seine Trafik noch gegenüber dem Media-Markt-Eingang. Der Elektromarkt übersiedelt mit 4. September in die nahe gelegene Plus City, der Koffer- und Taschenhändler Hausmann daneben sperrt ebenfalls zu und verkauft seine Ware ab. Gartner, seit Beginn Trafikant im Uno Shopping, übersiedelt wahrscheinlich Richtung Eingang neben die Apotheke. Bleibt nur noch Nikotin und Nicorette. Nicht viel für 48.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

2008 hat die Bank Austria von ihrem Kreditkunden, der Familie Handlbauer, das Uno Shopping übernommen. Josef Handlbauer hatte das Einkaufszentrum 1990 eröffnet und schon damals damit gehadert, dass sein großer Konkurrent Ernst Kirchmayr im benachbarten Pasching von öffentlicher Seite immer wesentlich besser unterstützt worden sei. Die Plus City hat sich auch immer besser entwickelt und baut um weitere gut 100 Millionen Euro aus.

Josef Handlbauers Sohn Christof Handlbauer veräußerte die Immobilie an die Bank Austria, weil "ein so großer Bankkonzern mehr herausholen kann als ein Familienunternehmen".

Damals standen fünf von 80 Geschäftsflächen leer. Heute stehen fünf von 80 Flächen nicht leer. In wenigen Tagen noch weniger.

Die Bank-Austria Real Invest hat schon mehrfach angekündigt, es werde nun bald ein großer Umbau starten. 2008 war von einer Neuorientierung die Rede, die nie wirklich stattfand.

Umbaupläne stets verschoben

Die Namen der Center-Manager und Zuständigen wechselten häufiger als die Werbelinie. 2009 wurde eine "Operation am offenen Herzen" angekündigt. Damals lag die Leerstandsrate bereits bei 15 Prozent. Danach wurde mehrfach ein Baubeginn in den Raum gestellt. Demnach müsste der Umbau schon längst erfolgt sein.

Im Juni teilte die Real Invest der Stadt Leonding nun mit, es sei ein Konzept in Auftrag gegeben worden, ob überhaupt und – wenn ja – wie das Einkaufszentrum zu nutzen sei. "Wenn es nach diesen Aussagen geht, sollten wir im Oktober wissen, wie es mit dem Uno Shopping weitergeht", sagt Leondings Bürgermeister Walter Brunner. Allerdings höre er schon seit 2010 ständig derartige Ankündigungen. Für die Stadt Leonding ist der Leerstand in mehrfacher Hinsicht bitter. In den besten Zeiten waren im Uno Shopping mehr als 400 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist nicht nur gut für die lokale Arbeitsmarkt-Statistik, sondern bringt auch Kommunalabgaben.

Theoretisch böte die Immobilie durchaus Charme für Investitionen. Schließlich gibt es kaum noch Immobilien, die derart gewidmet sind und sogar Möglichkeiten für einen Ausbau auf mehr als 60.000 Quadratmeter bieten. Allerdings scheint die Plus City in der Nachbarschaft übermächtig zu sein. Das Haid Center hat mit Ikea einen Spitzen-Frequenzbringer, und die nahe gelegenen Fachmärkte in Leonding haben die Möglichkeiten eingeschränkt.

Eine Verkäuferin in einem der noch offenen Geschäfte im Uno Shopping sagt, sie höre schon seit Jahren, es werde bald umgebaut. "Besser, es ist jetzt Schluss, und man wurschtelt nicht weiter."

Dass die Geisterstadt verwahrlost, kann man nicht behaupten. Auf dem Parkplatz geht Frau Kogu Demelchanova gewissenhaft ihrer Reinigungstätigkeit nach. Sie macht das täglich. Der Bankomat ist nach wie vor in Betrieb. Und die mit Neonleuchten versehenen Rolltreppen versehen unverdrossen ihren Dienst, führen nach oben und nach unten. Die oben gelegene Toilette und die fast leer stehende Tiefgarage sind bequem zu erreichen. Während unseres Besuchs im Einkaufszentrum wollte dies freilich niemand.

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Artikel Dietmar Mascher 20. August 2014 - 00:04 Uhr
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