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Gefängnisküche

Wasser und Brot war einmal, Häftlinge sind nach den ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen zu verpflegen.

„Wenn wer einsitzt, dann soll er das auch büßen und nicht auch noch gratis verköstigt werden“, hört man immer wieder von Außenstehenden, die Strafgefangene am liebsten bei Wasser und Brot in einer Zelle schmachten sehen. In Österreichs Haftanstalten sind die Zustände anders, und weit entfernt von den Bedingungen im Ausland, wo die Insassen erniedrigt, und oftmals traumatisiert in die Freiheit entlassen werden. Aus einigen Gesprächen mit Menschen, die im Ausland eingesperrt waren, spürt man als Unbeteiligter ein Unbehagen. Auch noch Jahre nach dem Aufenthalt. Niemand spricht gerne über die Zeit hinter Gittern, viele ziehen sich zurück, sind gebrochen, oder überspielen es mit improvisierter Lässigkeit.

Auch wenn Österreich auf keinen Fall mit ägyptischen, thailändischen oder südamerikanischen Gefängnissen verglichen werden kann, spricht man hier ebenso wenig von einem „Hotelaufenhalt mit gratis Essen“. Niemand will eingesperrt werden und damit sein Leben brandmarken.

Neue Ansätze

Slow Food versucht, weltweit die Bedingungen (insbesonders die Ernährungssituation) von Häftlingen zu verbessern (siehe http://www.slowfood.com/freedom-food/). In der Justizanstalt Linz, Außenstelle Asten, wird vorbildlich jeden Tag frisch gekocht, Lebensmittel aus dem eigenen Garten verwendet, und Kochhandwerk für die Zeit nach der Haft vermittelt (einen Erfahrungsbericht lesen Sie hier!). Die Köchin Donata Bauer hat mit acht Strafgefangenen und mir einen Tag gekocht.

Rezepte für die Gerichte, die am 7.12.2016 in der JA Asten für 170 Portionen gekocht wurden:

Gedünstetes Rindsschnitzel mit Spätzle und Gartengemüse
Gebackene Palatschinke gefüllt mit Pilzen und Käse
Pfirsich-Topfen-Schnitte

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Artikel Philipp Braun 08. Januar 2017 - 10:56 Uhr
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