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Wenn Kubin auf "Nextcomic" trifft

Landesgalerie Linz: Acht Künstler setzen sich mit dem Werk Alfred Kubins auseinander.

Wenn Kubin auf "Nextcomic" trifft

ATAK, Daily Painting, 11. 8. 2008, Mischtechnik auf Papier Bild:

Wie beeinflusst das Werk Alfred Kubins moderne Comics? In unterschiedlichsten Ausprägungen, das beweist eine Ausstellung, die seit gestern in der Landesgalerie Linz zu sehen ist.

"Es zog mich durch die Bilder ..." ist der Titel der Schau, die die Landesgalerie erstmals in das heute gestartete Festival "Nextcomic" einbindet. Vier Künstlerinnen und vier Künstler wurden eingeladen, sich intensiver mit den Werken Kubins auseinanderzusetzen.

"Für Kubin haben Illustrationen eine große Rolle gespielt, weil er jahrelang so seinen Lebensunterhalt bestritten hat", sagt die Leiterin der Landesgalerie Gabriele Spindler über den 1877 geborenen Grafiker und Schriftsteller. Auch das Narrative, das seine Kunst auszeichnet, bietet sich als Anknüpfungspunkt zum Comic an. Im Kubin-Kabinett können sich Besucher mit den Zyklen "Phantasien im Böhmerwald" und den Illustrationen zum phantastischen Roman "Die andere Seite" mit Kubins Schaffen vertraut machen.

"Als junger Zeichner hatte ich ja eher die Vorstellung, dass ein Zeichner zeichnet und ein Schriftsteller schreibt, dass beides auch geht, hat mich irgendwie ermuntert, ebenfalls beides zu probieren", sagte Nicolas Mahler über sein Verhältnis zu Kubin. In "Der fremde!" greift er einen Text von Elfriede Jelinek auf und persifliert in seiner visuellen Bearbeitung Horrorfilm-Klischees. Atak zeichnet seit 2006 jeden Tag ein kleines, knallbuntes Bild. Rund 200 dieser "Daily Paintings", deren Bogen sich von SpongeBob bis zur "Dame mit dem Hermelin" quer durch die Zeiten und Weltgeschichte spannt, werden gezeigt.

Brigitte Falkner schuf eine Graphic Novel, die in Schwarz-Weiß Parasiten thematisiert, Thomas Ott schabt Morbides aus seinen Figuren und lässt in "Goodbye" seinen Protagonisten an verschiedenen Selbstmordvarianten scheitern. Auch Franz Suess fokussiert in seinen Auseinandersetzungen mit Menschen am Rande der Gesellschaft auf Düsteres. Edda Strobl erinnert sich in "Die wunderbare Welt der Pilze" an Drogenerfahrungen, Anke Feuchtenberger lässt in ihren expressionistischen Bildern Ekel und Schönheit zugleich wirken. Christina Röckl übersetzte in Bilder, was Kindern zu "Seele" einfiel.

Insgesamt gelingt es "Es zog mich durch die Bilder ..." nicht nur, mögliche Interpretationen von Kubins Werk aufzuzeigen, sondern auch die vielen verschiedenen Facetten, in die sich Comics weiterentwickeln. (jule)

Comic und Kubin

„Es zog mich durch die Bilder“: Ausstellung in der Landesgalerie Linz, 1. Stock, kuratiert von Jasmin Haselsteiner-Scharner und Sabine Sobotka, geöffnet bis 25. August

Öffnungszeiten: Di - So: 10 - 18 Uhr, Do: 10 - 21 Uhr, Montag geschlossen

Kindereröffnung: Sa, 23. März, 15 - 17 Uhr, Lesung „Kaugummi verklebt den Magen“ mit Christina Röckl
Musikalische Begleitung: Christian Kießling, außerdem Möglichkeit, sich im „Kinderzimmer“ spielerisch an das Thema Comic anzunähern

Kuratorinnenführung: Do, 21. März, 19 Uhr, mit Jasmin Haselsteiner-Scharner und
Sabine Sobotka

Familienführungen: Fr, 15. März, 15 Uhr, und Mi, 20. März, 15 Uhr

Sonntagsführungen: von 17. März bis 8. Juli: jeden So, 15 Uhr, außerdem: 4. und 25. August, 15 Uhr

Seniorinnenführungen: Do, 21. März, 14 Uhr, Do, 11. April, 14 Uhr

Abendführungen: Do, 4. April, 2. Mai, 6. Juni, 19 Uhr

Zum Festival Next Comic: heute bis 23. März, alle Infos finden Sie im Internet unter www.nextcomic.org

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Artikel 14. März 2019 - 00:04 Uhr
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