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Donaufestwochen: Die Beständigkeit der Liebe

Im Mittelpunkt der Donaufestwochen Strudengau steht mit schöner Regelmäßigkeit eine Barockoper. Heuer fiel die Wahl auf Georg Philipp Telemanns musikalisches Drama „Orpheus oder Die wunderbare Beständigkeit der Liebe“.

Die Beständigkeit der Liebe

Donaufestwochen Strudengau: Orpheus (Markus Volpert) im Reich der Nymphen in Telemanns Musikdrama. Bild: r. winkler

Inhalt dieses musikalischen Dramas aus 1726 ist der aus der Antike bekannte Mythos vom Sänger Orpheus und seiner Geliebten Eurydike. Der Komponist, seinerzeit in der Wertschätzung über J. S. Bach gestellt, war unendlich fleißig, an die 3000 (!) Werke soll er erstellt haben. Dass er auch für das Theater arbeitete, ist seit langem nur bei „Ausgrabungen“ zu registrieren.

Um die Attraktivität der rührenden Orpheus-Geschichte zu steigern, wurde die Überlieferung um die Gestalt der unerwidert liebenden und daher von Mordlust getriebenen Königin Orasia erweitert, die in Eurydike die Gegenspielerin sieht. Zu dieser Sichtweise lieferte der Komponist ein großes Bündel an virtuosen, koloraturenreichen Arien, auch mit italienischen und französischen Beigaben ausgeschmückt, sowie wirksam geformte Rezitative, die alle zusammen große Anforderungen an die Sänger stellen. Dabei hat er auch dem Orchester wichtige Aufgaben übertragen.

Donaufestwochen-Intendantin und Dirigentin Michi Gaigg hat die Partitur mit viel Theatersinn eingerichtet und mit passender Zwischenmusik angereichert. Das alles wurde mit großem Können und Sinn für feste Dramatik und feine Lyrik umgesetzt.

Das „L’Orpheo Barockorchester“ – ein kompetenter Anwalt für solch diffizile theatralische Aufgaben – spielt farbig und ausgewogen. Die Hauptlast tragen die zehn Streicher und dazu eine flexibel eingesetzte Continuo-Gruppe (Cembalo, Laute, Cello). Hervorzuheben unter den Bläsern ist die beseelte Oboe von Carin van Heerden bei Orpheus „holdem Klang“ vor der Unterwelt.

Die Premiere musste wetterbedingt aus dem stimmungsvollen Arkadenhof in den barocken Rittersaal verlegt werden. Für die Aufführung genügten ein Podium, die Andeutung von königlicher Erhabenheit (Minibadezimmer), ein kahler Baum als Synonym für den verlassenen Orpheus und einfache Kostüme (Isabella Reder).

Die Regie, das Opern-Debüt für die aus Grein stammende Manuela Kloibmüller, erweist sich als Muster an Unaufdringlichkeit. Sie hat die Geschichte in die Gegenwart transportiert, den Inhalt anschaulich vermittelt, ein paar Requisiten auch mit feinem Humor eingebaut und den Rollen-Trägern charakteristische Züge vermittelt. Auf diese Weise wurden die Sänger auch durch das Dickicht aus meist kontemplativen Arien und oft handlungsarmen Rezitativen geführt. So entstanden ansprechende und lebendige Szenen.

Für die acht Solopartien stehen mit den Anforderungen vertraute Sänger zur Verfügung. Voran als Luxusbesetzung der mächtig orgelnde Reinhard Mayr (Oper Zürich) in der Rolle des Pluto. Markus Volpert (Orpheus) lässt mit noblem Organ und deutlichem Spiel an seinem Zustand aus Freud und Leid teilhaben. Ulrike Hofbauer (Eurydike) nimmt mit schönem Sopran und gutem Spiel für sich ein. In dieses Umfeld fügt sich Karina Lochner ein mit höhensicherem Sopran als „abgehobene“ Königin Orasia.

Auch kleinere Rollen sind vortrefflich besetzt mit Barbara Kraus (Ismene), Christian Zenker (Eurimedes), Marelize Gerber (Nymphe, Priesterin) und Julie Comparini (Ascalax).

Alle diese theatralischen Elemente in ausgewogenem Zusammenspiel fügten sich zu einem mit Beifall überschütteten Premierenabend.

Info: Weitere Termine: 13., 14. und 15. August, jeweils 18 Uhr, Schloss Greinburg

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Artikel Von Franz Zamazal 09. August 2010 - 00:04 Uhr
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