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Gesundheit

Universität Oxford testet Wurmmittel gegen Covid-19

Von nachrichten.at/apa   23. Juni 2021 08:53 Uhr

OXFORD. Die Universität Oxford testet in einer breit angelegten Studie die Wirksamkeit des Antiparasitikums Ivermectin als eine mögliche Behandlungsmethode bei Covid-19 Patienten.

Das in der Humanmedizin als Wurmmittel zugelassene Medikament führe in Laborstudien zu einer Reduktion der Virusreproduktion, erklärte die britische Universität. Eine kleine Pilotstudie zeige, dass eine frühe Gabe des Mittels die Viruslast und die Dauer der Symptome bei einigen Patienten reduzieren könnte.

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie europäische und US-amerikanische Aufsichtsbehörden vom Einsatz von Ivermectin bei Covid-19-Patienten abgeraten haben, wird es in einigen Ländern, darunter Indien, zur Behandlung der Krankheit eingesetzt. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, forderte unterdessen, dass auf "Impfskeptiker und Impfleugner" zugegangen werden müsse.

"Wenn wir nicht auch einen Teil dieser Gruppe vom Sinn der Impfung überzeugen, werden wir die Herdenimmunität nicht erreichen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Mit Blick auf die hoch ansteckende Delta-Variante erklärte der Deutsche: "Wer sich nicht impfen lässt, wird sich früher oder später mit dem Coronavirus infizieren."

Drosten: "Bewusstsein für Impfung stärken"

Der deutsche Virologe Christian Drosten plädierte angesichts einer befürchteten Ausbreitung der Delta-Variante dafür, das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Impfung zu stärken. "Das ist wirklich das, was wir jetzt machen müssen", postulierte der Wissenschafter der Berliner Charité im Podcast "Coronavirus-Update" (NDR-Info).

Drosten legte sich nicht fest, ob es beim Infektionsgeschehen zu einer Trendumkehr wegen Delta bereits im Sommer oder erst im Herbst kommen könnte. Im Herbst werde die Inzidenz auf jeden Fall wieder steigen, sagte er - und hob die Bedeutung der Impfung bei Eltern von Schulkindern hervor.

Zahlen in England steigen wieder

In England, wo sich die Corona-Lage wegen der ansteckenderen, in Indien entdeckten Mutante wieder verschlechtert hat, sei die Sieben-Tage-Inzidenz ausgehend von einem Niveau von 25 wieder angestiegen. "Man hatte nicht so weit runtergebremst, wie wir das jetzt in Deutschland schon gemacht haben." Hierzulande lag der Wert zuletzt bei unter 10 Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner.

Der Virologe verwies zum Beispiel auch darauf, dass es nach Deutschland wohl keine so hohe Zahl an unabhängigen Eintragungen der Variante - etwa direkt aus Indien - gegeben habe. In England gebe es zudem eine etwas andere Struktur in der Bevölkerung mit asiatischstämmigen Communitys, in denen das Virus anfangs hochgekommen sei. "Deswegen kann es auch sein, dass sich das bei uns nicht so einstellt." Ein weiterer großer Vorteil sei, dass in Deutschland die Sommerferien bevorstehen.

Aus eigenen Labordaten gebe es erste Hinweise, dass Menschen, die mit der Delta-Variante infiziert sind, eine noch höhere Viruslast haben als Infizierte mit der Alpha-Variante (B.1.1.7), berichtete Drosten. Bisherige Daten geben für ihn Signale, dass Delta etwas schwerere Verläufe verursache. Der Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf für vollständig Geimpfte sei im Vergleich zur noch in Deutschland dominierenden Variante Alpha aber gleichwertig. Der Schutz nur durch die Erstimpfung gilt jedoch als schwächer verglichen mit der Wirkung gegen früheren Virusformen.

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