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"Ich bin ein Glückspilz: Die Transplantation der Niere war das Beste für mich"

Von Barbara Rohrhofer, 07. Mai 2024, 13:38 Uhr
Nierentransplantation
Rudolf Brettbacher lebt seit 24 Jahren mit seiner "neuen" Niere Bild: Ordensklinikum

Seit 50 Jahren werden im Ordensklinikum Linz Elisabethinen Linz Nieren verpflanzt, da es zu wenig Spenderorgane gibt, betragen die Wartezeiten auf die Transplantation drei bis vier Jahre

Am Ordensklinikum Linz Elisabethinen werden seit 50 Jahren Nieren transplantiert – jährlich wird dieser Eingriff rund 60 Mal vorgenommen. "Seit 1974 behandeln wir Patienten mit chronischem Nierenversagen auf diese Weise. Unser Transplantationszentrum ist neben Wien, Graz und Innsbruck eines von vier in Österreich", sagt Michael Girschikofsky, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses. Jährlich finden bundesweit rund 700 Organtransplantationen statt, 400 davon betreffen die Niere.

"Die Transplantation ist die allerbeste Therapie bei Nierenversagen", sagt Primar Daniel Cejka, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Transplantationsmedizin. "Denn die Dialyse – Blutwäsche, der sich Betroffene unterziehen müssen – ist zwar lebenserhaltend, aber sehr zeitaufwendig, vergleichbar mit einem Halbtagsjob", sagt Cejka. Die mittlere Lebenserwartung eines 50-jährigen Patienten mit Nierenversagen, der eine Dialyse erhalte, betrage nur acht bis neun Jahre. "Mit einer Transplantation können Jahrzehnte an Leben geschenkt werden."

Die Wartezeit auf ein neues Organ beträgt derzeit durchschnittlich dreieinhalb Jahre. "Trotz der Widerspruchslösung ist die Anzahl der Spender in Österreich leider zu gering", sagt der Mediziner. Er wünscht sich, dass von Ärzten mehr potenzielle Organspender an die entsprechenden Stellen gemeldet werden. Ein Viertel der im Ordensklinikum gespendeten Nieren sind sogenannte Lebendspenden. "Freunde, Verwandte und Partner sind immer wieder bereit zu spenden." Der Rest der Organe entstammt von verstorbenen Personen.

Komplexe Operation

Wird dem Klinikum in Linz ein Organ zugeteilt, kümmert sich speziell geschultes Personal um die Abwicklung der Spende, um die Planung der Operation und um die Verständigung der Patienten.

"Ich und meine Kolleginnen sind 24 Stunden, sieben Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr auf Abruf bereit", sagt Transplantkoordinatorin Tamara Holzinger-Hammer. Steht dann ein passendes Organ zur Verfügung, kann der Eingriff erfolgen. "Eine Transplantation ist immer eine komplexe Operation, bei der die modernsten Techniken angewandt werden", sagt Primar Matthias Biebl, Leiter der Abteilung Allgemein-, Viszeral-, Gefäß-, Thorax- und Transplantationschirurgie. Die Ergebnisse seien sehr gut.

Erfolgsquote bei 99 Prozent

Fast 99 Prozent der Nieren, die eingesetzt werden, beginnen zu arbeiten, weil die vorangegangenen Checks enorm streng sind und es daher zu weniger Abstoßungsreaktionen kommt. Für die Betroffenen ist diese Zeit sehr belastend.

"Das Pflegepersonal steht den Patienten mit Gesprächen zur Seite, um Ängste und Sorgen zu mindern", sagt Christa Pfleger, Stationsleiterin auf der Nephrologie.

Seit 24 Jahren mit "neuer" Niere

Wie positiv eine Nierentransplantation das Leben beeinflussen kann, erzählt der Linzer Rudolf Brettbacher, Obmann des Vereins Niere Oberösterreich. Der 64-Jährige hat seit seinem siebten Lebensjahr Diabetes Typ 1.

Ab 1990 zeigten sich erste Einschränkungen der Nierenfunktion. "Spätschäden wie Auswirkungen auf Augen, Nerven, Blutdruck, die Durchblutung und eben die Nieren konnten aufgrund meiner Vorgeschichte nicht vermieden werden", sagt Brettbacher. "Das Licht am Ende des Tunnels für lebenswertes oder überhaupt das Leben wurde immer kleiner. In der Zeit vor der Transplantation ging es mir schon sehr, sehr schlecht." Im Jahr 2000 – an einem Karfreitag – kam die erlösende Nachricht: In Innsbruck konnten ihm Niere und Bauchspeicheldrüse transplantiert werden. Da er fünf Jahre vor seiner OP schon einen Transplantpatienten kennengelernt habe, habe er keine Angst gehabt. "Die Transplantation war ein Segen und das Beste für mich. Seither bin ich gesünder als vorher und konnte bis vor kurzem Vollzeit in meinem Beruf arbeiten. Jetzt bin ich in Pension und weiß: Ich bin ein Glückspilz." (bar)

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Autorin
Barbara Rohrhofer
Leiterin Redaktion Leben und Gesundheit
Barbara Rohrhofer
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