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Gesundheit

Diabetes: Angst und Stress durch die Pandemie

Von OÖN   10. November 2021 00:04 Uhr

Diabetes: Angst und Stress durch die Pandemie
Diabetes betrifft in Österreich 800.000 Menschen. Die Krankheit ist bei Covid-19 ein Risikofaktor.

Eine Studie belegt, dass zuckerkranke Menschen besonders belastet sind. Auch Long-Covid trifft sie stärker.

Anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November schlagen die Österreichischen Diabetesberater Alarm: Eine europaweite Studie zeigt, dass die Gesundheit von zuckerkranken Menschen durch die Pandemie sehr stark gelitten hat.

Befragt wurden mehr als 1800 auf Diabetes spezialisierte Pflegekräfte. 48 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass die Pandemie auf diese Patienten starke Auswirkungen bezüglich der physischen und psychischen Gesundheit hat. Folgende Probleme wurden vor allem genannt:

  • Angst: 82 Prozent
  • Stress: 65 Prozent
  • Depression: 49 Prozent
  • akute Hyperglykämie: 39 Prozent
  • Fußkomplikationen: 18 Prozent

47 Prozent der Pflegekräfte gaben an, dass sich das Versorgungsniveau von Menschen mit Diabetes "außerordentlich" oder "sehr stark" verschlechtert habe. Die Umfrage wurde von der "Foundation of European Nurses in Diabetes" in Auftrag gegeben und bis September 2020 durchgeführt.

Immerhin sind in Österreich rund 800.000 Menschen von Diabetes mellitus betroffen, Tendenz steigend. Denn zur Jahrtausendwende waren es laut Schätzungen der UN-Weltgesundheitsorganisation WHO noch rund 130.000 Personen.

Besonders betroffen von der Pandemie sind jene Diabetiker, die bereits eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben. Eine 2021 publizierte Übersichtsarbeit zeigt, dass diese Patienten in besonders starkem Ausmaß unter Long-Covid leiden. Durch die Folgeerscheinungen einer Corona-Infektion verschlimmern sich Symptome wie Herzrasen, Muskelschwund im Alter oder Muskelermüdung in dieser Gruppe ganz besonders. "Deshalb sind eine gute Diabeteskontrolle sowie begleitende Rehabilitation und Lifestylemodifikation hier sehr wichtig", sagt Barbara Semlitsch, die Vorsitzende des Verbands der Österreichischen Diabetesberater (diabetesberater.at): "Durch den Personalmangel im medizinischen Bereich bleiben Menschen mit Diabetes auf der Strecke. Es gibt zu wenig niedergelassene Ärzte, die umfassende Betreuung anbieten können."

Herz und Kreislauf untersuchen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen können Komplikationen an verschiedenen Organen und Körperteilen wie Augen, Mund, Nerven, Nieren und Herz verursachen. "Menschen, die an Typ-2-Diabetes leiden, weisen oft ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf", sagt Philipp Leuschner, Medical Director von Boehringer Ingelheim in Österreich. Daher sollten betroffene Personen regelmäßig mit ihrem Arzt darüber sprechen, wie sie ihre Herzgesundheit fördern können. "Denn die Steuerung der Herzgesundheit ist für Menschen mit Diabetes ebenso wichtig wie die Steuerung des Blutzuckerspiegels", so Leuschner. Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehörten zu den Haupttodesursachen bei Typ-2-Diabetes-Patienten.

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