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Kultur

Betörend und verführerisch: 20 Jahre Mollner Maultrommler

Von Klaus Huber   16. August 2012

Betörend und verführerisch: 20 Jahre Mollner Maultrommler
Am 24. August ab 19 Uhr im Hoisn-Haus in Molln: Mollner Maultrommler

Wer Musik als sinnliches Erlebnis vermitteln kann, zieht die Zuhörer in seinen Bann. Den Rußmännern aus Molln gelingt das mit einer schier „unmöglichen“ Instrumentenpaarung, mit Maultrommel und Tuba. Ihre CDs bewirken bewunderndes Staunen, erst das Live-Erlebnis erzeugt jedoch jenes magische Gefühl, dem sich der Sensible alles vergessend hingeben kann.

Gelegenheit dazu wird das Jubiläumsfest der Mollner Maultrommler bieten. Die seit 20 Jahren erfolgreiche Gruppe verdankt ihre Gründung dem Erkennen einer Marktlücke: In der breiten Vielfalt oberösterreichischer Volksmusik fehlte die traditionelle Maultrommel. Schon als Kinder wachsen die Brüder Manfred und Robert Rußmann in die Volksmusik hinein. Manfred (*1969) spielt Klarinette, Zither und Gitarre, Robert (1974) Tenorhorn und Tuba. Als sie Aufnahmen der Mittenwalder Maultrommler aus Bayern hören, beschließen sie: „So machen wir’s auch!“ Ihr persönlicher Ehrgeiz und die fast 400-jährige Maultrommeltradition ihres Heimatortes Molln erweisen sich als gutes Fundament.

„Angelernt“ vom exzellenten bayerischen Maultrommelspieler Günther Arnold entwickeln sie in unzähligen Übungsstunden ihren eigenen Stil. Gemeinsam mit Bassist Bernhard Bruckner und Gitarristin Brigitte Affenzeller schneiden sie beim Alpenländischen Volksmusikwettbewerb in Innsbruck mit ausgezeichnetem Erfolg ab – die Mollner Maultrommler werden zum Begriff. Als der Bassgeiger ausfällt, sorgt Robert Rußmann mit der Tuba für die tiefen Frequenzen und damit den neuen, charakteristischen Gesamtklang. Roberts feines, leises Tubaspiel und Manfreds vom Oberton bestimmte Maultrommel ergänzen sich perfekt. Weitere Besetzung heute: Herbert Walter (Gitarre, Zither), Volker Klein (Steirische Harmonika) und Christoph Köpf (Percussion, Obertonflöte).

In ihrer Geschichte wurde die Maultrommel höchst unterschiedlich bewertet, sie wurde als Konzertinstrument gefeiert und als „unsittlich“ verteufelt, 1856 sogar verboten, da ihr betörender Klang mithelfe, die Mädchen zu verführen. Maultrommelspieler stritten das auch gar nicht ab: „Znagst hab i mei Trommel zupft zwischen de Zähnt, da is glei mei Dirndl zum Fenster her grennt.“

Zum Fest „20 Jahre Mollner Maultrommler“ am 24. August ab 19 Uhr beim Hoisn-Haus, einer Maultrommel-Produktionsstätte in Molln, locken auch Ex-Lehrer Günther Arnold, die Hausruck-Maultrommelmusik, Bernhard Hanreich und das Mühlviertler Duo „Maul- und Trommelseuche“.

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