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Holzpoldl reloaded, aber wie!

Manuel Grabner hat das Traditionsgasthaus in Lichtenberg übernommen. Für den Start gibt es Vorschusslorbeeren

Holzpoldl reloaded, aber wie!

Garnelensauce zum Saibling: Lyrisches Bild:

Einstige Fans der Küche der Fehrers im Gasthaus Holzpoldl in Lichtenberg haben eine lange Phase des Entzugs hinter sich. Die wunderbaren kulinarischen Ideen, serviert in gemütlicher Umgebung, waren stets eine Reise wert. Dass ihnen irgendjemand eine Haube oder sonst einen Kochlöffel nicht mehr vergönnt hat, verstehe, wer will.

Die gute Nachricht ist, dass die Fehrers mit Manuel Grabner einen würdigen Nachfolger gefunden haben.
Der 31-Jährige, der am Arlberg drei Hauben erkocht hat, hat dem Gasthaus sein Flair gelassen und nur leichte Adaptierungen vorgenommen. Die Küche ist nicht überkandidelt und kommt trotzdem originell daher.
Vor allem aber: Es schmeckt ausgezeichnet, was Grabner sich da ausgedacht hat.

Bei angenehmer Hintergrundmusik gibt einem das Servierpersonal das Gefühl, herzlich willkommen zu sein.
Bereits am vierten Tag nach der Eröffnung ist das meiste schon gut eingespielt.

Die Vorspeisen sind originell, haben sich aber nicht ganz entschieden, aus der Dimension eines Amuse-Gueule (landläufig wohlschmeckender Gaumenkitzler) zu entwachsen.

Das pochierte Ei mit gerösteten Eierschwammerln (11 Euro) fängt gerade an zu schmecken, schon ist es weg. Auch von der gebeizten Aisttal-Forelle mit Avocado, Sprossen und Kren (14 Euro) hätten wir gerne mehr gegessen.

Das wäre es aber schon, was an harscher Kritik angebracht ist. Das Paprikahendl mit Butternocken, geröstetem Speck und Sauerrahmcremolata (14 Euro) fällt uns zart vom Knochen entgegen, die Sauce ist gerade richtig.

Für sie und die Garnelensauce zum gebratenen Saiblingsfilet und Erbsentortellini (24 Euro) brauchen wir Brot zum Eintauchen. Es wäre schade drum.

Beim Dessert lässt der junge Grabner seine Genialität dann haubenartig aufblitzen. Die Zartbitter-Schokolade mit Erdbeere und Zitronengraseis sowie die Limetten-Crème-Fraîche- Tarte mit Himbeersorbet (10 bzw. 9,50) sind eine Freude für jede Geschmacksknospe.

Was die Freude steigert, ist das gute Angebot an offenen Weinen zu christlichen Preisen. Das macht Lust auf mehr.

****

OÖN-Bewertung 

Gesamtpunkte: 16 von 18
Küchenleistung: 5 von 6
Service: 4 von 4
Ambiente: 4 von 4
Preis-Leistungs-Verhältnis: 3 von 4
Vielversprechend: Der erste Eindruck macht Lust auf mehr

INFOS ZUM LOKAL
Am Holzpoldlgut 2, 4040 Linz
Telefon: 07239/6225
Ruhetage: Montag, Dienstag

www.holzpoldl.at

 

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Artikel OÖN 09. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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