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20 Jahre Internet in Österreich

„Jeder trägt Verantwortung“

14. August 2010 00:04 Uhr

„Jeder trägt Verantwortung“
Meral Akin-Hecke

OÖN: Sehen Sie Social Media als neuen Narzissmus ohne Nachhaltigkeit und mit Zeitverlust? Oder als Zugewinn an moderner Kommunikation?

Akin-Hecke: Eine gewisse Portion Narzissmus ist dabei, sonst würde eine Person nicht öffentlich über sich selbst und alles, was sie so tut, sprechen wollen. Der langfristige Nutzen entsteht erst durch die langfristige Nutzung. So können sich Menschen unterhalten, zusammenschließen und von anderen lernen, die sich auf „normalem“ Weg nicht kennengelernt hätten.

OÖN: Was bedeutet Ihnen die Darstellung auf diesen Plattformen, das „Verfolgtwerden“ auf Twitter, beruflich wie privat?

Akin-Hecke: Jede Person trägt Verantwortung, was sie über sich bekanntgibt und wie sie mit Daten und Aussagen anderer umgeht. Das ist eine neue Art, wie wir kommunizieren. Es kann schnell auch etwas schiefgehen, eventuell sollte man eine Kennenlernphase einlegen, bevor man aktiv wird.

OÖN: Ist eine Trennung zwischen „beruflich“ und „privat“ in Social Media überhaupt möglich respektive sinnvoll?

Akin-Hecke: Ja, an bestimmten Orten und Plattformen ist sie auch sinnvoll. Manchmal ist es dennoch interessant, Persönliches zu erfahren, um diesen Menschen ganzheitlich kennenzulernen. Es macht durchaus auch im beruflichen Kontext Sinn, ab und zu auch Persönliches zu erzählen, aber Achtung: nichts Privates!

OÖN: Einige Zukunftsforscher glauben nicht an Social Networks...

Akin-Hecke: Online-aktive Menschen machen derzeit nur ein Fünftel der Weltbevölkerung aus. Alle zu erfassen, wird noch lange dauern und erst mit den mobilen Technologien vollständig möglich sein. Die meisten Menschen werden nie Computer brauchen, sondern sich über Handy mit dem Internet verbinden.

OÖN: Geht damit die persönliche Gesprächskultur verloren?

Akin-Hecke: Wer sein Leben in diese Richtung lebt, wird sicherlich etwas verlieren. Internet und Handy verstärken unser Kommunikationsleben. Ich sehe das nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung dort, wo Face-to-face-Kommunikation nicht möglich ist. Viele Online-Aktivitäten sind erste Schritte, um sich persönlich zu treffen oder gemeinsame Aktionen zu setzen. Meral Akin-Hecke ist Vorstand von Digitalks – Netzwerk für digitale Medien: www.digitalks.at

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