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Erfolg passiert jenseits des Mittelmaßes

LINZ. Viele Firmen bleiben im Mittelmaß stecken, sagt Hermann Scherer. Er erklärt, was gackernde Hühner, ein Kurs im Turbobügeln und „Revolutionszeit“ im Kopf mit Unternehmenserfolg zu tun hat.

Erfolg passiert jenseits des Mittelmaßes

Wer Erfolg hat, agiert meist jenseits des Mittelmaßes. Um das zu erreichen, sollte man seine eigenen Stärken weiterentwickeln, statt sich mit Schwächen aufzuhalten. Bild: wo

„In Europa haben wir ein dramatisches Maß an Mittelmäßigkeit erreicht“, sagt Hermann Scherer bei einer Veranstaltung des OÖ. Tourismus. Im Kampf um die beste Marke, den besten Service und das beste Produkt in Kombination mit dem besten Preis bleiben die meisten Firmen im Mittelmaß stecken. „Das alles zu schaffen, geht einfach nicht“, sagt Scherer.

Er nennt es „Differenzieren – oder verlieren“. „Erobern Sie den Logenplatz im Kopf Ihres Kunden“, rät der langjährige Verkaufsprofi. Schließlich kann ein Kunde meist unter vielen Anbietern wählen. Für jeden Unternehmer bedeutet das, sich abheben zu müssen: „Wer nicht auffällt, fällt weg.“

„Viele Unternehmer sind besser als der Kunde es registriert“, sagt er. Die Kommunikation nach außen ist daher für ihn ein zentraler Punkt. „Eine nicht kommunizierte Leistung ist wie eine nicht erbrachte Leistung.“ Ob im Bewerbungsgespräch, im Service (wie etwa im Tourismus) oder beim Verkauf von Produkten: „Machen Sie den anderen klar, was Sie können!“

Hierbei hält es Scherer mit dem amerikanischen Autovisionär Henry Ford: „Enten legen Eier in aller Stille, Hühner gackern laut dabei – die Folge ist: alle Welt isst Hühnereier.“ Weit hergeholt? Vielleicht. Dennoch macht es eines deutlich: Die fundierteste Expertise bringt nichts, wenn niemand etwas davon mitbekommt.

Für Scherer bedeutet, raus aus dem Mittelmaß gleichzeitig, weg vom Generalistentum. „Steffi Graf ist eine miserable Sportlerin, nur im Tennis ist sie zufällig richtig gut gewesen“, sagt Scherer und rät, die eigenen Kompetenzen herauszuarbeiten.

„Wenn Sie von sich selbst eine Stärken-Schwächen-Analyse machen, werden Sie feststellen, dass Sie wahrscheinlich in 90 Prozent aller Dinge schlecht sind“, erklärt er. Ein Beispiel: „Auf einer Skala von minus zehn bis plus zehn bin ich im Bügeln etwa eine minus acht. Jetzt kann ich einen Kurs ‘Turbobügeln für Manager’ belegen und mich um ganze acht Punkte verbessern. Dann bin ich im Bügeln aber immer noch eine Null“, sagt Scherer. Fazit: Lieber Stärken stärken als sich mit seinen Schwächen aufzuhalten.

Sich selbst verbessern zu wollen, ist wichtig. „Man muss den inneren Schweinehund überwinden. Das bringt Erfolg, und Erfolg ist der beste Motivator.“

Revolutionszeit im Kopf

Für den Verbesserungsprozess eines Unternehmens sollten Firmenchefs ihre Mitarbeiter miteinbinden. „Gewähren Sie sich und ihren Mitarbeitern täglich eine ‘Revolutionszeit’. Zeit, um Vorschläge zu machen und Ideen zu finden“, sagt Scherer. Dafür muss man nicht viel (Zeit) investieren, die Verzinsung ist aber enorm. Schließlich braucht man etwa keine externen Berater bezahlen.

„Arbeiten Sie nicht im, sondern am Unternehmen“, rät der Experte. Dabei geht es nicht um die Menge der Verbesserungsvorschläge. „Die meisten erwarten sich, das meiste davon umzusetzen. Besser ist: Erwarten Sie, fast nichts davon zu erreichen“, sagt Scherer. Das dafür umso erfolgreicher.

Buchtipp: „Jenseits vom Mittelmaß – Unternehmenserfolg im Verdrängungswettbewerb“, Hermann Scherer, Gabal Verlag, 352 Seiten.

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Artikel Von E. Eidenberger 06. Juni 2009 - 00:04 Uhr
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