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Wirtschaftsraum OÖ

Wieser: Schneller, weiter, höher auch in der Pension

Von Dietmar Mascher  15. Februar 2020 00:04 Uhr

Wieser: Schneller, weiter, höher auch in der Pension
„Die Kreislaufwirtschaft hört nicht auf. Es kommt immer etwas dazu. Das ist eine Branche der Zukunft.“ Helmut Wieser (mi.), der Manager hat schon in der Amag das Thema Recycling forciert

Keine Spur von Ruhestand bei Helmut Wieser in seiner Zeit nach der Amag.

Im März 2019 übergab Helmut Wieser die Führung der Amag an Gerald Mayer, bis Jahresende stand er dem Innviertler Aluminiumkonzern noch als Berater zur Verfügung, am Montag wurde er vom Landeshauptmann mit dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet. Dass damit seine Karriere zu Ende ist, glaubt freilich niemand, der den 65-Jährigen kennt.

"Ich bin jetzt auch noch sehr gut ausgelastet. Aber da ich operativ nicht mehr tätig bin, kann ich mir die Zeit besser einteilen und bin entspannter", sagt Wieser, der vor seiner Zeit in Ranshofen viele Jahre in der Führung des großen US-Alu-Konzerns Alcoa gearbeitet hat.

"Ich wollte immer schneller, höher und weiter als andere sein", sagt Wieser, der 1980 Österreich bei den Olympischen Spielen in Moskau im Modernen Fünfkampf vertreten hat und heute leidenschaftlicher Polo-Spieler ist. Der Manager mit Wohnsitzen in Linz und Salzburg ist nach wie vor weltweit vernetzt. Das spiegeln auch seine aktuellen Betätigungsfelder nach seinem Amag-Job.

Acht Jahre lang war er im Board des russischen Stahlkonzerns NLMK in Lipezk. Jetzt sitzt Wieser, der insgesamt 22 Jahre seiner Laufbahn im Ausland verbracht hat, im Strategie-Board des Unternehmens, das vom russischen Oligarchen Wladimir Lissin 1993 gegründet wurde. NLMK sei eng mit Österreich verbunden, habe früher beim Industrieanlagenbau der Voest ( VAI) eingekauft und sei nun Kunde der Nachfolgefirma Primetals.

Funktion auch im Mühlviertel

Auch in Österreich hat Wieser eine Aufsichtsratsfunktion inne: Er sitzt im Aufsichtsrat des Auto-Logistikspezialisten Hödlmayr in Schwertberg. Ähnlich wie in Madrid, wo Wieser im Board of Directors von Befesa sitzt, das etwa eine Milliarde Euro umsetzt und in China ausbaut. Das Unternehmen ist auf das Recycling von Stahlstaub spezialisiert. Der Staub, der im Elektro-Ofen entsteht, wird gesammelt, daraus wird Zink extrahiert und wiederverkauft. Wieser hält große Dinge auf die Kreislaufwirtschaft. Das hat er selbst auch bei der Amag umgesetzt. "Die Kreislaufwirtschaft hört nie auf, es kommt immer etwas dazu. Das ist eine Branche der Zukunft", sagt Wieser.

Unterwegs ist er auch für den Investmentfonds Triton als Superior Advisor. Triton verwaltet ein Anlagevermögen von 17 Milliarden Euro. Wieser sitzt dort im Industry Board und soll Beteiligungsfelder im Industriebereich ausloten.

"Gute junge Leute"

Neben dem Recycling sieht Wieser vor allem in der künstlichen Intelligenz die Zukunft. Und ist nicht zuletzt deshalb seit Jahren beim Wiener Technologiekonzern TTTech beteiligt und im Advisory Board von TTTech Industries. "Die Gruppe hatte vor zehn Jahren 20 Leute, heute sind es 2000."

Für Wieser ist das ein Beleg für seine häufig geäußerte Behauptung, dass das Bildungssystem in Österreich viel besser sei als sein Ruf. "Unsere jungen Leute können was."

Artikel von

Dietmar Mascher

Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Wirtschaftsredaktion

Dietmar Mascher
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