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Wirtschaft

Lockdown lässt Wirtschaft vorübergehend schrumpfen

24. November 2021 00:04 Uhr

Lockdown lässt Wirtschaft vorübergehend schrumpfen
Gabriel Felbermayr (li.) und Martin Kocher hatten gestern keine guten Nachrichten.

WIEN. Minister Kocher erwartet bis zu 30.000 zusätzliche Arbeitslose.

"Die beste Arbeits- und Konjunkturpolitik besteht darin, das Infektionsgeschehen in den Griff zu kriegen", sagte gestern Wifo-Chef Gabriel Felbermayr bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Arbeitsminister Martin Kocher. Ob und wie stark die Konjunktur und damit auch der Arbeitsmarkt vom neuerlichen Lockdown betroffen sein werden, hänge vor allem davon ab, wie wirksam die jetzt beschlossenen Maßnahmen sein werden.

Eine Woche Stillstand koste derzeit etwa 800 Millionen Euro an Wertschöpfung, so Felbermayr. Richtung Weihnachten werde es rund eine Milliarde pro Woche sein. Sollten weitere Maßnahmen und eine Verlängerung des Stillstands notwendig werden, so gehe es zum Jahresanfang 2022 in Richtung 1,2 Milliarden Euro pro Woche.

Dazu kommt, dass sich im produzierenden Gewerbe, vor allem in der Industrie und in der Bauwirtschaft, wegen Lieferengpässen und Materialmängeln zuletzt "leider Gottes sehr kleine, aber doch negative Beiträge zum Wachstum gezeigt haben", so Felbermayr. Die Wirtschaft ist zuletzt also aufgrund des Lockdowns für Ungeimpfte und 2G geschrumpft, und die großen Stützen Industrie und Bau haben zur Schrumpfung beigetragen. "Die große Stabilität dieser Sektoren für den Arbeitsmarkt und für die wirtschaftliche Entwicklung ist aktuell nicht mehr so stark."

Das Wifo werde die Wachstumsprognose für das kommende Jahr demnächst absenken. Ein bisher vorhergesehener Fünfer vor dem Komma werde es nicht mehr werden, so der Ökonom. Ein Vierer vor dem Komma könne sich aber ausgehen. Grund dafür ist, dass die Experten mit einem noch schwächeren Jahresstart rechnen, als sie es bisher taten. Denn schon in der bisherigen Prognose habe man nicht mit dem stärksten Start ins Jahr 2022 gerechnet.

Kurzarbeit steigt massiv

In den jüngsten Arbeitslosenzahlen bildet sich der neue Lockdown für alle noch nicht ab, sagte Kocher. Derzeit sind 277.508 Personen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anstieg von 5652 Arbeitslosen im Vergleich zur Vorwoche. Zusätzlich befinden sich derzeit 73.160 Personen in AMS-Schulungen. Bis Weihnachten wird mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 20.000 bis 30.000 Personen gerechnet.

Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit werde massiv steigen, erwarten die beiden Ökonomen. Gerechnet wird mit bis zu 400.000 Menschen, die wegen des aktuellen Lockdowns in Kurzarbeit geschickt werden. "In diese Richtung wird es gehen – wir hoffen, nicht deutlich darüber", so Felbermayr. Welche Rolle die Impfpflicht spielen werde, darüber könne man noch nichts sagen, sagte Kocher. Da müssten vorher die Bedingungen geklärt werden.

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