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Wirtschaft

"Die tiefste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg"

27. Juni 2020 00:04 Uhr

WIEN. Wifo und IHS erwarten heuer wegen der Coronakrise einen Wirtschaftseinbruch von rund sieben Prozent.

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"Es ist die tiefste Rezession in Österreich seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung wird heuer deutlich stärker ausfallen als in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09." Deutliche Worte fanden gestern die Chefs des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und des Instituts für Höhere Studien (IHS), Christoph Badelt und Martin Kocher, bei ihrer vierteljährlichen Konjunkturprognose.

Beide Ökonomen rechnen heuer wegen der Coronakrise mit einem Wirtschaftseinbruch von rund sieben Prozent. Allerdings sei der Tiefpunkt schon durchschritten und eine leichte Erholung zu erkennen. Die Prognosen von Wifo und IHS stehen unter dem Vorbehalt, dass keine zweite große Welle aufflammt. Je länger die Wirtschaft nicht aktiv wäre, desto stärker könnte sie dauerhaft geschädigt werden, so Badelt und Kocher. Die Unsicherheit halte an. "So eine Situation hat es noch nie gegeben, auch nicht für uns als Wirtschaftsforscher. Diese Krise ist einmalig", sagte der Wifo-Chef.

Die Schließungsschritte lösten sowohl Angebots- als auch Nachfrageschocks aus. Angebotsseitig kamen Sachgütererzeugung sowie Gastronomie, Beherbergung und Verkehr unter Druck, bei der Nachfrage habe sich die Zurückhaltung bei Konsum und Investitionen bemerkbar gemacht, heißt es.

Die Rezession werde "tief, aber kurz" verlaufen; sie beschränke sich voraussichtlich auf zwei Quartale, wie die Ökonomen sagten. Das Vorkrisenniveau werde Ende 2021 noch nicht erreicht sein.

Für das kommende Jahr erwarten Badelt und Kocher eine Erholung der Wirtschaft. Das BIP soll um 4,3 bzw. 5,8 Prozent wachsen. Exporte, Importe und der Konsum sollten wieder anziehen, zudem sollte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt etwas entspannen. Eine globale Prognose sei "aus Mangel an Erfahrungswerten vor allem in Situationen wie diesen" schwierig.

Blümel: "Eine Momentaufnahme"

Für Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) ist der prognostizierte Wirtschaftseinbruch von rund sieben Prozent "keine massive Überraschung". Es handle sich um eine "Momentaufnahme. Ich hoffe, dass es sich noch verbessert bis Jahresende". Voraussetzung sei, eine zweite Welle zu verhindern. (rom)

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