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Wirtschaft

Die Digitalisierung ist angekommen

Von OÖN   24. Oktober 2019 00:04 Uhr

Das war der Digitalos 2019

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LINZ. Der 1. Digitalos Award für die besten digitalen Ideen und Projekte wurde vergeben. Vom Influencer bis zum Industrieroboter bedienen sich alle neuer Technologien

Die Lösehalle der Linzer Tabakfabrik war am Dienstagabend eine "urbane Mine, in der Kreativität produziert wird". So beschrieb Hausherr Chris Müller die Stimmung, die mit der Premiere des Digitalos vermittelt wurde: Die Repräsentanten der Digitalisierung in Oberösterreich kamen zusammen, um die Besten zu feiern und sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Am Mittwoch setzten die OÖNachrichten ihren Digitalisierungsschwerpunkt mit den Digital Days fort.

Wie setzt sich das Newsfeed auf Facebook zusammen? Guido Bülow, der für Medienpartnerschaften bei Facebook zuständig ist, erklärt's im OÖN-TV-Studio:

Mehr als 100 Bewerbungen waren bei den OÖN eingelangt. Mit der Sparkasse OÖ und den Partnern Land OÖ, Stadt Linz, JKU, Tabakfabrik, Google, Wiener Städtische und Puls 24 verliehen sie den Digitalos . "Es war wirklich schwierig, die Sieger zu küren, weil die Qualität der Einreichungen so hoch war", sagte Jury-Vorsitzender Florian Gschwandtner.

"Digital ist global"

Digitalisierung eröffnet vor allem Jungen neue Dimensionen, und viele der Start-ups denken längst global – wie Preisträger Georg Teufl von Rewellio: "Digital ist global, bei uns eben aus Bad Ischl hinaus in die Welt." Oberösterreich schreitet voran auf dem Weg in die Digitalisierung, waren sich die Redner sicher. Allein in die Glasfaser-Infrastruktur investiere Oberösterreich bis 2023 fast 400 Millionen Euro, sagte Landesrat Markus Achleitner.

"Doch Linz hat zusätzlich die Industrie mit Top-Unternehmen", strich Bürgermeister Klaus Luger einen Vorteil gegenüber Digitalisierungszentren wie dem Silicon Valley hervor. Die Trophäe des Digitalos wurde etwa von der voestalpine auf dem Computer designt und mit 3D-Druck aus Metallpulver gefertigt. "So filigran könnte man anders nicht produzieren", sagte voestalpine-Vorstandsvorsitzender Herbert Eibensteiner.

Von einem "Epochenwandel" vom industriellen zum digitalen Zeitalter sprach Chefredakteur Gerald Mandlbauer. Die OÖN machten dies mit ihrem Newsroom und dem multimedialen Auftritt vor. Auch die Sparkasse sei mittlerweile ein "Transformations-Profi", sagte deren Chef Michael Rockenschaub. Digitalisierung wird bei der Wiener Städtischen großgeschrieben. "Wir können papierlos eine Vorsorge-Versicherung abschließen", führte Landesdirektor Günther Erhartmaier als digitale Anwendung an.

Eine gewissenhafte Zeitung werde jedoch nie von Robotern geschrieben werden, sagte Wimmer-Medien-Geschäftsführer Lorenz Cuturi. "Bis künstliche Intelligenz ein Gewissen bekommt, fließt noch viel Wasser die Donau hinunter."

Von der Schulbank zu YouTube-Stars
Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner mit Benjamin Lengauer

Von der Schulbank zu YouTube-Stars

Die digitale Person ist ein Duo: Benjamin Lengauer aus Mauthausen und David Haubner aus Asten haben in der per Online-Voting entschiedenen Sparte gesiegt.

„Ich habe eine g’scheite Freude“, sagte Lengauer, der bei der Gala auf seinen Kollegen verzichten musste, aber auf die lautstarke Unterstützung mehrerer Freunde zählen konnte.

Haubner und Lengauer sind seit sieben Jahren mit Videos auf der Plattform YouTube erfolgreich. Sie erstellen Beiträge, in denen sie sich beim Computerspielen filmen. Begonnen haben die beiden in der Schulzeit. „Ursprünglich wollte ich mir so das Studium finanzieren“, sagte Lengauer.

Mittlerweile können die zwei 25-Jährigen von den Videos leben. Den Kanälen „DieBuddiesZocken“ und „TwoEpicBuddies“ folgen derzeit rund 3,5 Millionen Abonnenten. „Wir haben offenbar einen Nerv getroffen“, sagt Lengauer. Er und Haubner verdienen Geld mit Werbung und Produktplatzierungen. Jeden Tag erscheint ein neues Video. Eines über die Digitalos-Gala ist bereits in Arbeit.

Intelligenter Roboter arbeitet im Versand
Michael Rockenschaub überreichte Harald Schröpf den Digitalos.

Intelligenter Roboter arbeitet im Versand

 

Der Logistik-Roboter „Rovolution“ ist eine Entwicklung aus dem Haus des oberösterreichischen TGW-Konzerns, der bei den Kunden auf großes Interesse stößt. Mit diesem beim Digitalos preisgekrönten digitalen Projekt ist es zum ersten Mal möglich, dank künstlicher Intelligenz Einzelstücke automatisch zu kommissionieren, also zum Versand bereitzustellen. Die Kommissionierung von Einzelstücken war wegen des zuverlässigen Greifens des Roboters bisher äußerst schwierig. Der selbstlernende Rovolution kann mit unerwarteten Ereignissen, etwa wenn ein Artikel zu Boden fällt, umgehen und sie selbstständig korrigieren – Stillstandszeiten lassen sich so vermeiden. Insgesamt investierte TGW einen einstelligen Millionenbetrag in die Entwicklung der Technologie zur Marktreife.

Logistik-Chef Harald Schröpf am Gala-Abend: „Der Digitalos bedeutet uns viel. Unsere Mitarbeiter können darauf stolz sein und werden sich sehr freuen.“

"Eigentlich wollte ich kein Start-up gründen"
Florian Gschwandtner (li.) übergab Georg Teufl die Trophäe.

„Eigentlich wollte ich kein Start-up gründen“

Die Überraschung war Georg Teufl anzumerken: „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, diesen Preis zu gewinnen“, sagte der Digitalos-Gewinner in der Kategorie „digitales Start-up“.

Teufl, der aus Amstetten stammt und in Bad Ischl lebt, hat 2016 in der Kaiserstadt „Rewellio“ gegründet. Die Firma stellt eine Softwareplattform für Schlaganfallpatienten zur Verfügung, damit diese rascher genesen können. „Eigentlich wollte ich kein Start-up gründen“, sagt Teufl. Als Physiotherapeut und Softwareentwickler erkannte er aber, dass es für Patienten „nichts wirklich Passendes auf dem Markt“ gab. Deshalb schritt er selbst zur Tat.

Die Apps des Start-ups sind mit Tablets, Virtual-Reality-Brillen und intelligenten Armbändern kompatibel. Es sei wichtig, Therapien zu personalisieren, so Teufl. Rewellio hat acht Mitarbeiter und ist bei Rehazentren in Österreich, Deutschland und England gefragt.

"Wir erfinden uns alle zwei Jahre neu"
Catalysts-Co-Gründer Christoph Steindl stemmte die Trophäe.

„Wir erfinden uns alle zwei Jahre neu“

„Preise wie der Digitalos sind schön, und sie sind wichtig: Das Ökosystem für Start-ups in Oberösterreich ist sehr gut. Es braucht zudem neue Bühnen, um für IT zu begeistern und die Leute zu ermuntern, sich selbstständig zu machen“, sagt Christoph Steindl, Co-Gründer des Linzer Softwareunternehmens Catalysts: Er hat den Preis in der Kategorie „Digitale Transformation“ entgegengenommen.

Catalysts startete 2005 als Consulting- und Schulungsunternehmen. „Es war aber klar, dass wir uns alle zwei Jahre neu erfinden müssen“, sagt Steindl. Catalysts startete als Softwareunternehmen durch, beschäftigt sich etwa schwerpunktmäßig etwa mit „Computer Vision“ und hilft damit Unternehmen, Mängel an Produkten zu erkennen.

Um in Zeiten des Fachkräftemangels die besten Mitarbeiter zu finden, scheut Catalysts keinen Aufwand: Vor einigen Jahren wurde ein weltweiter Programmierwettbewerb ins Leben gerufen, an dem von New Orleans bis Novi Sad mehrere Tausend IT-Spezialisten teilnehmen.

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