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Wirtschaft

Billigtickets: Nach Gewinnwarnung von Lufthansa ist Branche im Tiefflug

Von Josef Lehner 18. Juni 2019 00:04 Uhr

Billigtickets: Nach Gewinnwarnung von Lufthansa ist Branche im Tiefflug
Lufthansa fliegt mit seiner Billigtochter Eurowings ab Wien keine Gewinne ein. Das Angebot wird reduziert.

WIEN/FRANKFURT. Die Lufthansa hat am Montag mit einer Gewinnwarnung eine Kettenreaktion ausgelöst. Als Hauptübel ortet sie den Preiskampf am Flughafen Wien.

Die Anleger haben daraufhin die deutsche Airline mit Aktienverkäufen abgestraft. Ihre europäische Konkurrenz ist dabei auch in einen Abwärtssog geraten.

Der Kurs der Lufthansa-Papiere gab um mehr als zehn Prozent nach, jener von Easy Jet um fünf, von Air France und Ryanair um je drei, von IAG um 2,5 Prozent.

Damit ist fast die gesamte europäische Branche betroffen, denn zur IAG gehören British Airways, die irische Aer Lingus, Iberia und die Billigflieger Vueling und Level.

Diese und andere Billigflieger und da wiederum deren starkes Auftreten in Wien werden von Lufthansa als eine Hauptursache für den schlechten Geschäftsgang bezeichnet. Die Tochter Eurowings, die viel von der österreichischen Basis aus operiert, werde die Gewinnschwelle heuer verfehlen. Der operative Konzerngewinn dürfte statt bisher geschätzter 2,4 bis 3,0 Milliarden nur 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro betragen. 2017 hatte die deutsche Renommier-Airline noch drei Milliarden Euro verdient, im Jahr darauf gut 2,8 Milliarden Euro.

Wien sei wegen des Preiskampfs der Billiganbieter ein sehr schwieriger Markt, bestätigte am Montag die Führung der Lufthansa-Tochter Austrian-Airlines. "Spaß hat derzeit keiner hier", sagte AUA-Sprecher Peter Thier. Die Ticketpreise seien im Tiefflug. Nach dem Zerfall von Air Berlin und dem Aus für Niki haben sich viele Billigflug-Unternehmen in Wien große Chancen ausgerechnet und ihr Angebot erweitert. Lauda (Ryan Air), Vueling, Wizz Air & Co wollen offensichtlich mit Tiefpreisen ihre Marktanteile sichern.

AUA-Aufsichtsrat geschrumpft

Die Lufthansa erklärte, dass das Geschäft auf den Langstrecken weiter gut laufe. In Europa und im Frachtgeschäft wurden die Umsatzerwartungen zurückgefahren. Das Angebot an Flügen wird ausgedünnt. Bei Eurowings sollen die Kosten weiter gedrückt werden. Das Konzernwachstum werde heuer nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich zu liegen kommen. Ursprünglich waren vier bis sechs Prozent angekündigt worden.

Lufthansa teilte gestern auch mit, den AUA-Aufsichtsrat von neun auf sechs Mitglieder verkleinert zu haben. Ulrike Donath, Monika Kircher, Ulrik Svensson und vom Betriebsrat Didem Strebinger scheiden aus. Karin Exner-Wöhrer zieht neu ein. Der Frauenanteil im Gremium ist damit von einem Drittel auf 16,6 Prozent gesunken. Die gesetzliche Quote von 30 Prozent ist nicht mehr verpflichtend, weil es nun weniger als sechs Kapitalvertreter gibt.

Airbus startet in Paris mit neuem Langstrecken-Jet

Zum Auftakt der größten Luftfahrtschau der Welt, des „Salon aéronautique“ in Paris-Le Bourget, hat der europäische Flugzeugbauer Airbus die Branche überrascht. Er hat angekündigt, ab 2023 einen neuen Super-Langstreckenjet einsatzreif zu haben, und zwar eine Abwandlung des A321neo. Dieser A321XLR soll bis zu 8700 Kilometer bewältigen können, ein Plus von 15 Prozent.

Airbus setzt damit den US-Konkurrenten Boeing unter Druck, der noch vollauf mit den Aufräumarbeiten an seinem Desaster mit dem B737Max beschäftigt ist. Nach zwei Abstürzen mit Toten gilt für ihn ein weltweites Flugverbot. Boeing teilte noch keine Details für seinen neuen Mittelstreckenjet, als B797 bezeichnet, mit.

Airbus hat für den A321XLR indes gestern die ersten 27 Bestellungen erhalten. Die Air Lease Corporation habe außerdem Vorverträge über rund 70 kleinere Airbus-Geräte unterzeichnet.

 

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Josef Lehner

Redakteur Wirtschaft

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