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Wirtschaft

Euro-Rettungsschirm hat bisher nicht gewirkt

10. Juni 2010 00:04 Uhr

WIEN. Die Wirkung des Euro-Rettungspaketes, auf das sich die Länder der Währungsunion Anfang Mai geeinigt haben, ist nach Ansicht der Raiffeisen-Analysten bisher enttäuschend. Die Investoren seien unverändert skeptisch und würden eher Ausstiegsmöglichkeiten aus Anleihen der Mittelmeerländer und Irlands suchen, heißt es in einer Analyse.

Sollten diese Länder tatsächlich auf den Rettungsschirm zurückgreifen müssen, würden die versprochenen Kredite in der Höhe von 750 Milliarden Euro nur für etwas mehr als ein Jahr reichen.

Problematisch sei, dass bei den meisten der betroffenen Länder Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Italien der Großteil des Refinanzierungsbedarfs in den nächsten Jahren anfalle. Einzig Irland hat ein günstiges, weil gestrecktes Fälligkeitsprofil seiner Anleihen.

Bis 2015 müssen die genannten Länder über die Emission von Anleihen und Schatzanweisungen aufgenommene Schulden mit einem Gesamtvolumen von 1,295 Billionen Euro refinanzieren, wovon mehr als die Hälfte (738 Milliarden Euro) allein auf Italien entfällt, hat Raiffeisen-Analystin Julia Neudorfer errechnet. Schon heuer werden noch 283 Milliarden Euro zur Rückzahlung fällig.

Die mit Abstand höchsten Schulden hat Italien, das insgesamt (über 2015 hinaus) 1,339 Billionen Euro über Anleihen aufgenommen hat. Es folgt mit Abstand Spanien (489 Milliarden Euro), vor Griechenland (286 Milliarden Euro), Portugal (knapp 109 Milliarden Euro) und Irland (94 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Die Finanzschuld Österreichs (Bund) beträgt mit Ende Mai 169 Milliarden Euro.

Der gesamte Euroraum hat laut jüngstem Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (Daten bis Ende Februar 2010) Anleihe-Schulden im Ausmaß von 5,987 Billionen Euro. In den USA betrug die Staatsschuld zu Ende des vierten Quartals 2009 10,168 Billionen Dollar (8,514 Billionen Euro).

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