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Wirtschaft

6000 Stahlarbeiter bei Thyssenkrupp protestieren

04. Dezember 2019 00:04 Uhr

DUISBURG. Beschäftigte fordern Investitionen in Arbeitsplätze.

Mehrere tausend Stahlkocher von Thyssenkrupp Steel Europe haben gestern, Dienstag, ihrem Unmut über den Kurs des kriselnden deutschen Konzerns Luft gemacht. Vor der Stahlzentrale in Duisburg kam es zu einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall.

"Wir brauchen keine Liebeserklärung von Thyssenkrupp. Wir brauchen Investitionen in unsere Arbeitsplätze", sagte Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol. Die IG Metall fordert, dass der Konzern in den nächsten Jahren rund 1,5 Milliarden Euro für Investitionen bereitstellt. Die Spitzen von Thyssenkrupp erklärten sich grundsätzlich dazu bereit. Allerdings seien die finanziellen Mittel angesichts der wirtschaftlichen Situation begrenzt. Derzeit seien jährliche Investitionen von 570 Millionen Euro geplant. Vorstand und Aufsichtsrat des Stahlkonzerns würden demnächst ein Zukunftskonzept prüfen und über die Investitionshöhe entscheiden, heißt es.

Den Demonstranten ist auch Ex-Konzernchef Heinrich Hiesinger ein Dorn im Auge. Unter ihm seien mindestens vier Jahre für die letztlich im Frühjahr gescheiterten Fusionspläne mit Tata Steel Europe vergeudet worden, so die Kritik.

Thyssenkrupp will rund 6000 der weltweit 160.000 Stellen streichen, davon an die 2000 in der Stahlsparte. Dem Stahlerzeuger machen weltweite Überkapazitäten und Billigimporte aus Fernost zu schaffen. Hinzu kommt der Bau zweier Stahlwerke vor mehr als zehn Jahren in Brasilien und in den USA, die Thyssenkrupp noch heute finanziell belasten.

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