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Ein olympisches Pflänzchen

Von Reinhold Pühringer 19. Juni 2019 00:04 Uhr

Ein olympisches Pflänzchen

Ab Freitag beginnt in Minsk mit den zweiten Europaspielen das neuerliche Ringen um Bedeutung

Zehn Tage lang wird Minsk ab Freitag im Zeichen der olympischen Ringe stehen. Die weißrussische Hauptstadt richtet die zweite Auflage der Europaspiele aus. Mit dabei 56 österreichische Athleten, verteilt auf 13 Sportarten. Eine Art "Mini-Olympia", mit dem die Macher den Vorbildern in Asien, Afrika und Amerika nacheifern. Allerdings mit einem wesentlichen Unterschied: Während die Multisport-Events auf den anderen Erdteilen eine lange Tradition – jene in Asien haben ihre Ursprünge vor mehr als hundert Jahren – und eine entsprechende Bedeutung genießen, stecken sie auf dem "alten Kontinent" noch in den Kinderschuhen. Was sind Europaspiele wert? Eine Frage, die sich vom Sportkonsument über die Athleten bis hinauf in die Führungsetagen europäischer Verbände zieht.

Neues Leichtathletik-Format

Der geneigte Olympia-Interessierte wird im Programm für Minsk mit Leichtathletik und Schwimmen nach zwei Eckpfeilern großer Spiele fast vergeblich suchen. Während auf Pool-Wettkämpfe – bei der ersten Auflage 2015 in Baku noch als Junioren-EM – wegen der in einem Monat folgenden WM gänzlich verzichtet wird, probiert die Leichtathletik in Minsk ein neues Format aus. Genannt DNA, was "Dynamic New Athletics" heißt. "Ein im K.-o.-Modus ausgetragener Teambewerb mit den laut einer Umfrage beliebtesten Disziplinen", erklärt Helmut Baudis, Generalsekretär der heimischen Leichtathleten. Allerdings ohne Österreich, das ohne Diskuswurf oder Siebenkampf nicht unter den qualifizierten 32 Nationen aufscheint. Eine Einbindung der EM in die Europaspiele, wie etwa im Judo, Badminton und Boxen der Fall, hält Baudis auch künftig für unwahrscheinlich. Schließlich seien die Titelkämpfe einer der wenigen wirklich gewinnträchtigen Wettkämpfe des Europaverbands. Wozu also die Vermarktungsrechte an Europas Olympisches Komitee (EOC) abtreten?

Dazu passend formierte sich im Vorjahr unter dem Dach der Europäischen Rundfunkunion (EBU) ein Multisport-Event, in welcher Europameisterschaften in sieben Sportarten – darunter Leichtathletik, Schwimmen oder Rudern – aufeinander abgestimmt stattfanden. Eine Neuheit, die einerseits 2022 in München eine Fortsetzung finden könnte und andererseits dem Bestreben des EOC, nach europäischen Meisterschaften unter dem Ringe-Banner, entgegenwirkt.

Eine Nummer kleiner

Die Spiele in Minsk werden eine Nummer kleiner ausfallen als jene im von Gas- und Öl-Millionen befeuerten Aserbaidschan, wo rund um die Hälfte mehr Athleten, darunter 143 Österreicher, am Start waren. Damals wie heute beheimatet abermals ein autokratisch geführter Staat ein Olympia-Event. Dass die Spiele als Propaganda-Bühne von Langzeit-Herrscher Alexander Lukaschenko dienen könnten, tut dem jüngsten olympischen Pflänzchen ebenso wenig gut.

56 Österreicher starten bei den Europaspielen

199 Bewerbe in 15 Sportarten werden bei den Europaspielen ausgetragen. Im Bogenschießen, Schießen und Tischtennis werden Quotenplätze für die globalen Sommerspiele in Tokio 2020 vergeben. Im Badminton, Judo, Karate und Rad (Straße) sind die Bewerbe Teil der Qualifikation. Im Badminton, Boxen und Judo werden bei den Europaspielen auch EM-Medaillen vergeben. Unter den insgesamt rund 4000 Sportlern kommen 56 aus Österreich. Aus Oberösterreich sind es deren zehn – oder sind zumindest von einem oberösterreichischen Klub:
Ahmed Hagag (Boxen), Sabrina Filzmoser, Shamil Borchashvili, Daniel Allerstorfer (alle Judo), Ana Roxana Lehaci, Viktoria Schwarz (beide Kanu), Bettina Plank (Karate), Andreas Graf (Bahnrad), Sofia Polcanova und Liu Jia (beide Tischtennis).

2015 in Baku errang Österreich 13 Medaillen (3/6/4).

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