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ÖOC: „Es ist einfach keine ehrliche Art“

22. März 2010 00:04 Uhr

ÖOC-Präsident Stoss
ÖOC-Präsident Stoss

Kein Tag vergeht, an dem nicht neue Details zur Affäre um das Geheimkonto des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) bekannt werden.

So berichtete der neue ÖOC-Präsident Karl Stoss im Ö1-Morgenjournal, dass auf dem Konto, eingerichtet von der alten Führung, drei Millionen Euro bewegt wurden.

Belegt werden konnte davon bisher nur die Hälfte. Zeichnungsberechtigt waren der ehemalige Präsident Leo Wallner, der ehemalige Generalsekretär Heinz Jungwirth und dessen ehemalige Stellvertreterin Manuela Kovarik. Laut Stoss sollen bisher allerdings keine Unterschriften von Wallner aufgetaucht sein. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Stoss lieferte auch einen Einblick in die Machenschaften. So sollen dem ÖOC im Rahmen eines Sponsorvertrages Flugmeilen zur Verfügung gestellt worden sein, die konsumiert und abgeflogen wurden.

Dennoch hat sich der „Generalsekretär von einem Reisebüro eine Proforma-Rechnung ausstellen lassen, selbst den Beleg erstellt und diesen Beleg mit dieser Rechnung im Bundeskanzleramt zur Subventionierung der Reisen zu Olympischen Spielen eingereicht. Mir scheint das sehr eigentümlich. Es ist einfach keine ehrliche Art. Man kann nicht ein Gut, das man geschenkt bekommen hat, verbrauchen und dann eine fingierte Rechnung einreichen, um wieder zu Geld kommen“, sagte Stoss.

Sportminister Darabos schließt nicht aus, dass das Ministerium Geld zurückfordern könnte. Das ÖOC könnte sich dann an den Verursachern schadlos halten. „Dann werden wir das weiterreichen und von dort zurückfordern, die das fälschlicherweise für ihren eigenen Bedarf oder einen anderen Bedarf ausgegeben haben“, erklärte Stoss.

Der frühere Präsident Leo Wallner will vom geheimen Konto nichts gewusst haben, obwohl er zeichnungsberechtigt war: „Ich weiß es nicht, was ich da unterschrieben habe, das ist mir hergelegt worden. Ich glaube nicht, dass ich Überweisungen durchgeführt habe“, sagte Wallner in einem ORF-Interview. Die Frage ist nun: Wer hat vom Geheimkonto profitiert. Natürlich, ohne etwas davon gewusst zu haben.

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