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Landespolitik

Omikron-Personalausfälle: Wie sich Stromversorger und Handel wappnen

Von Alexander Zens  29. Dezember 2021 14:44 Uhr

Energieunternehmen, Polizei und Lebensmittelhandel gehören zur kritischen Infrastruktur – mit ihnen hat das Land am Mittwoch beraten.

LINZ. Getrennte Teams, mobile Eingreiftruppe – auch Einsatzorganisationen und Spitäler wachsam.

Auch wenn die Omikron-Variante des Coronavirus weniger schwere Verläufe bringt, die höhere Ansteckungsgefahr könnte in den nächsten Wochen zu großen Personalausfällen in Unternehmen und Organisationen führen. Am Mittwoch fand dazu in Oberösterreich ein "Sicherheitsgipfel" mit der kritischen Infrastruktur im Landhaus statt. Wie sich Betriebe konkret gegen Omikron wappnen, haben die OÖNachrichten in den jeweiligen Bereichen erfragt.

Lebensmittelhandel

"Wir haben verschiedene Szenarien durchgespielt und Pläne dafür erarbeitet", teilt Nicole Berkmann, Sprecherin von Spar Österreich, mit. So wurde im Lagerbereich eine mobile Eingreiftruppe geschaffen – mit Mitarbeitern, die freiwillig bereit sind, an einem anderen Ort zu arbeiten. Außerdem wird in Märkten, Verwaltung, Lagern und Produktion wieder mehr getestet. Berkmann appelliert an die Bevölkerung, "ganz normal und ruhig einkaufen zu gehen. Je normaler das alles abläuft, desto einfacher für alle. Die Nahversorgung ist sichergestellt."

Einsatzorganisationen

Die Polizei gehe seit Beginn der Pandemie und nun verstärkt "auf Distanz im Miteinander", so Michael Babl, Sprecher der Landespolizeidirektion. Neben Homeoffice seien Teams gegründet worden, die gemeinsam Dienst machen und sich nicht überschneiden. In jeder Dienststelle sind Desinfektionsmittelspender installiert. In der Betriebsküche wurde mit gestaffelten Essenszeiten auf Omikron reagiert. Seit längerem besteht FFP2-Maskenpflicht im Streifenwagen.

Energieversorger

Die Energie AG hat neben den allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand, Maskenpflicht und Homeoffice ein System der Teamtrennung und der kontaktlosen Übergaben in sensiblen Bereichen installiert, wie Manfred Hofer, Geschäftsführer der Netz OÖ und Leiter der Corona-Taskforce der Energie AG, erklärt. Maßnahmen würden auf besonders kritische Szenarien angepasst. Linz-AG-Vorstandsdirektor Josef Siligan sagt, die Krisenorganisation sei sehr gut eingespielt. Auch die Linz AG arbeitet mit räumlicher Trennung der Teams. Dabei werden "vorhandene Reservestandorte" genutzt.

„In besonders sensiblen Bereichen gelten Regelungen wie Teamtrennung und kontaktlose Übergaben.“ - Manfred Hofer, Leiter der CoronaTaskforce der Energie AG

Gesundheitsbereich

Die Spitäler sehen sich mit ihren Stufen- und Einsatzplänen auf einen neuerlichen Anstieg der Infektionszahlen vorbereitet, versicherten Walter Kneidinger, Geschäftsführer des Ordensklinikums Linz, und der Geschäftsführer der Oberösterreichischen Gesundheitsholding, Franz Harnoncourt. Entscheidend sei "ein praxistaugliches Quarantänemanagement", mit dem man auch bei größeren Zahlen asymptomatischer Infektionen und Kontaktpersonen in der Belegschaft den Betrieb aufrechterhalten könne, so Harnoncourt. Spitalsmitarbeiter können seit jeher auch als K1-Kontaktpersonen unter gewissen Umständen arbeiten (negativer Test, keine Symptome), davon wird Gebrauch gemacht. Am 18. November 2020 war der bisherige Höchststand: 2000 Mitarbeiter in oberösterreichischen Spitälern fielen wegen Infektion oder Quarantäne aus, gestern waren es 197.

„Wir tragen alles dazu bei, die Versorgung der Bevölkerung so lange wie möglich sicherzustellen.“ - Franz Harnoncourt, Chef der Gesundheitsholding

Man wolle sich "rechtzeitig vorbereiten und alles tun, um besonders kritische Infrastruktur und bestmögliche Versorgung zu sichern", sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) nach den Beratungen, bei denen etwa auch Feuerwehr, Rotes Kreuz, Samariterbund und Bundesheer dabei waren. SP-Klubchef Michael Lindner kritisierte, dass weitere "zentrale Säulen der sicheren Versorgung" fehlten und andere Landtagsparteien neben Schwarz-Blau nicht eingeladen waren.

Oberösterreich holt pensionierte Polizisten zurück
Landeshauptmann Stelzer

Die Quarantäneregeln in Österreich sehen vor, dass sich geimpfte Omikron-Infizierte erst nach zehn (nicht fünf) Tagen freitesten können, und dass geimpfte K1-Kontaktpersonen bei Omikron nicht auf K2 gestuft werden können. Auf die Frage, ob sich daran etwas ändert, teilt das Gesundheitsministerium mit: Etwaige Anpassungen seien von aktuellen Entwicklungen abhängig und würden anhand fachlicher Kriterien getroffen.

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Alexander Zens

Redakteur Politik

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