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Innenpolitik

Spitäler am Limit: Lockdown in Wien und Niederösterreich bis 2. Mai

Von Annette Gantner  12. April 2021 19:00 Uhr

Spitäler am Limit: Lockdown in Wien und Niederösterreich bis 2. Mai
Ludwig: "Unpopuläre Entscheidungen"

WIEN. Geschäfte bleiben länger zu – Schulen sollen am 26. April öffnen – Burgenland überlegt noch.

In Wien und Niederösterreich bleiben persönliche Dienstleister sowie Geschäfte – mit Ausnahme der Grundversorger – noch länger geschlossen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SP) kündigte gestern nach Gesprächen mit Experten an, dass die Bundeshauptstadt den Lockdown bis 2. Mai verlängert. Der Präsenzunterricht an den Schulen soll eine Woche früher, am 26. April, starten. Ursprünglich waren Öffnungen für 19. April avisiert worden.

Video: Wien und Niederösterreich verlängern den Lockdown bis 2. Mai, das Burgenland wartet noch ab. 

Er wisse, dass es sich um „unpopuläre Entscheidungen“ handle, räumte Ludwig ein. Aber es sei besser, wenn sich die Menschen rechtzeitig darauf einstellen können. Er wolle deshalb auch nicht den Bund-Länder-Gipfel am Freitag abwarten. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen“, sagte Ludwig am Nachmittag in Richtung Niederösterreich und Burgenland. Am Montagabend reagierte dann Niederösterreich. „Die Lage ist in Teilen der Ostregion nach wie vor kritisch“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP): „Bis auf Weiteres schließt sich Niederösterreich Wien bei der Verlängerung der Schutzmaßnahmen an.“

Das Burgenland überlegt noch. Entschieden werden solle am Mittwoch, hieß es aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP). Es wurde auf die stark gesunkenen Inzidenzen im Burgenland verwiesen.

Spitäler am Limit: Lockdown in Wien und Niederösterreich bis 2. Mai
Mikl-Leitner: "Lage in Teilen der Ostregion nach wie vor kritisch"

Schon am Vormittag hatte der Präsident der Gesellschaft für Intensivmedizin, Klaus Markstaller, deutlich gemacht, dass die Spitäler im Osten am Limit sind. „Eine Überforderung der Intensivversorgung durch die Covid-19-bedingte Zusatzbelastung kann zum Risiko für alle werden“, warnte er. Große Operationen, bei denen nach dem Eingriff ein Intensivbett benötigt wird, müssten bereits teils verschoben werden.

Video: Public-Health-Experte Hans Peter Hutter, der bei den Verhandlungen in Wien mit dabei war, im ZiB2-Interview:

In Wiens Spitälern werden laut Ludwig derzeit 778 Covid-Patienten behandelt, 245 davon auf den Intensivstationen. „Es kann jede und jeden treffen“, mahnte Ludwig. Vor allem bei Jüngeren sei die britische Mutante deutlich gefährlicher. Ludwig zeigte sich aber zuversichtlich, dass ab Mai Lockerungen, vielleicht auch in der Gastronomie, möglich sein werden.

Die Maskenpflicht, die derzeit an mehreren öffentlichen Wiener Plätzen gilt, soll vorerst nicht ausgedehnt werden.
Dass die Schüler eine Woche früher ins Klassenzimmer zurückkehren, begründete Ludwig damit, dass sich die psychischen Probleme bei Kindern und Jugendlichen häufen, zudem steige durch den Schulbesuch auch wieder die Testfrequenz. 

Video: Das Pressestatement von Michael Ludwig

Zweite Anlauf für Tests im Handel

Im Gesundheitsausschuss könnte diese Woche versucht werden, die gesetzliche Grundlage für Zutrittstests im Handel (ausgenommen Grundversorgung) sowie für wöchentliche Berufsgruppentests zu schaffen.

Mit dem Vorhaben war die Koalition zuvor am Bundesrat mangels Mehrheit gescheitert, nun wird angedacht, Teile des Gesetzes vorzuziehen und noch im April zu beschließen.

Doch der Widerstand ist groß. Gestern sprachen sich Gewerkschaft und Wirtschaft in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) gegen Eintrittstests im stationären Handel aus.

Eintrittstests seien ein völlig unpraktikabler Vorschlag, argumentierten die Sozialpartner. Sie seien eine Hürde für Impulskäufe, von den Mitarbeitern könne nicht erwartet werden, dass sie Testergebnisse kontrollieren.

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Redakteurin Innenpolitik

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