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Innenpolitik

"Werde Unschuld beweisen": Strache tobt auf Facebook

Von Barbara Eidenberger 24. Mai 2019 00:04 Uhr

Heinz-Christian Strache

WIEN. Der zurückgetretene Parteichef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache postet in dem sozialen Netzwerk spätnachts und emotional.

Zwar ist die Zahl seiner Fans seit dem Rücktritt etwas gesunken, doch die Facebook-Seite von Heinz-Christian Strache ist immer noch eine der reichweitenstärksten Seiten eines Politikers in dem sozialen Netzwerk. Mit seiner offiziellen Seite erreicht Strache fast 800.000 Menschen, seine private Seite hat knapp 47.000 Follower. Entsprechend wichtig war diese Seite für die FPÖ, um ihre Inhalte zu transportieren und mit ihren Anhängern in Kontakt zu treten. Die Frage, wie es mit dieser großen Plattform nach Straches Rücktritt weitergehen werde, war nicht unspannend. Nach einer kurzen Funkstille, die bis Sonntagnachmittag reichte, meldet sich Strache wieder zurück. Erst noch mit der Aufforderung, nun dem neuen Parteichef Norbert Hofer zu folgen und ihn zu unterstützen.

Mehr und mehr kommentiert und postet der ehemalige Politiker – zum Teil auch spätnachts – sehr wütend und emotional. Er werde seine Unschuld beweisen, so Strache, er habe – abseits der "Prahlerei" – ein "reines Gewissen" und wolle "volle Aufklärung". Dieses Posting hatte Strache zuvor ganze sechsmal umformuliert, wie aus dem Bearbeitungsverlauf zu sehen ist. Die vergleichsweise angriffige erste Version wurde schließlich etwas abgemildert und um den Hinweis auf die "betrunkenen Peinlichkeiten" ergänzt. Doch Strache postet nicht nur selbst, er kommentiert auch fleißig. Und macht dabei auch vor Angriffen auf Parteifreunde nicht halt. Die Welser FPÖ hatte einen Beitrag gepostet, in dem sich Bürgermeister Andreas Rabl von der Ibiza-Affäre distanzierte und die Aussagen in diesen Aufnahmen verurteilte. Strache selbst kommentierte dazu: "Außer, dass ich besoffen und saublöd gesprochen habe, frage ich mich, welchen Vorwurf du hast?" Dieser Kommentar wurde später gelöscht. Ebenfalls spätnachts kommentierte der Ex-Vizekanzler einen Beitrag des EU-SP-Kandidaten Andreas Schieder, in dem dieser zum Thema Wasser schrieb: "Schützen statt privatisieren." Strache dazu: "Eine billige Lüge." Viele User kommentierten dies hämisch, woraufhin Schieder selbst zu einer respektvollen Diskussion aufrief.

Politiker, die zurücktreten, verordnen sich selbst meist eine Phase, in der sie sich nicht offiziell zu Wort melden. Dass Strache dieser Strategie nicht folgt, wird auch von Parteifreunden mit Sorge beobachtet. Denn das Video und die Aussagen darin möchte man schnell hinter sich lassen und nach außen demonstrieren: "Jetzt erst recht".

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Barbara Eidenberger

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