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Innenpolitik

Früherer Sozialminister und ÖGB-Präsident Hundstorfer gestorben

Von nachrichten.at/apa   20. August 2019 09:55 Uhr

Rudolf Hundstorfer

WIEN. Der frühere ÖGB-Chef und Sozialminister erlag im 68. Lebensjahr einem Herzinfarkt.

Wie der "Kurier" unter Berufung auf Gewerkschaftskreise berichtet, ist der frühere Sozialminister und Bundespräsidentschaftskandidat im Urlaub in Kroatien einem Herzinfarkt erlegen. 

Hundstorfer war bis zuletzt als Funktionär aktiv. Erst am Dienstag vergangener Woche absolvierte er seinen letzten öffentlichen Auftritt: In seiner Funktion als Präsident der Volkshilfe Wien eröffnete er eine neue Sozialeinrichtung für obdach- und wohnungslose Menschen in Wien-Donaustadt. Ebenfalls bis zu seinem Tod tätig war der in dritter Ehe verheiratete Vater einer Tochter als Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO).

Video: Trauer um Rudolf Hundstorfer:

"Er hat sich für die Menschen stark gemacht"

SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda sind tief betroffen über das Ableben des ehemaligen Sozialministers: "Mit Rudolf Hundstorfer verlieren wir einen großen Sozialdemokraten und wahren Menschenfreund, der unschätzbar Wichtiges zur Verbesserung des Lebens der Menschen geleistet hat", teilten sie mit: "Mit Rudolf Hundstorfer verliert die sozialdemokratische Familie einen wichtigen Mitstreiter und einen Freund, der uns sehr fehlen wird."

„Unser Freund Rudi Hundstorfer wurde heute völlig unerwartet aus unserer Mitte gerissen. Die sozialdemokratische Familie wird ihn sehr vermissen“, teilte SPÖ-Oberösterreich-Vorsitzende Birgit Gerstorfer in einer Aussendung mit: „Er hat sich für die Menschen stark gemacht und ist für ihre Rechte eingetreten“, so Gerstorfer.

Tief betroffen zeigte sich auch der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried, der Hundstorfers Familie und Angehörigen tiefes Beileid aussprach. "Seine Kraft und Stärke, sein typischer Wiener Schmäh, seine Solidarität werden fehlen", meinte er. Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein von den Grünen, der SPÖ-Rathausklub und die SPÖ-Landesparteien trauerten. Ebenso die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures.

In einer ersten Stellungnahme von Bundespräsident Alexander Van der Bellen heißt es: "Ich bin tief betroffen vom plötzlichen Tod von Rudolf Hundstorfer, mit dem ich jeden Austausch sehr geschätzt habe, auch während unserer gemeinsamen Kandidatur zur Präsidenschaft." Österreich verliere einen "warmherzigen Menschen und einen bedeutenden Gewerkschafter und Politiker. Er wird uns fehlen", so Van der Bellen.

Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein würdigte Hundstorfers jahrzehntelanges Engagement im Dienste der Republik: "Mit Rudolf Hundstorfer verliert Österreich einen engagierten Politiker, der sich stets für soziale Gerechtigkeit in unserem Land eingesetzt hat. Er hat über Jahrzehnte auf Landes- und Bundesebene in verschiedenen öffentlichen Funktionen den Ausgleich ins Zentrum seiner Tätigkeit gestellt und im Sinne der Sozialpartnerschaft das Miteinander gestärkt", so die Bundeskanzlerin.

"Rudi Hundstorfer hat den ÖGB im Jahr 2006, in einer wirklichen schwierigen Zeit, als Präsident übernommen und damit große Verantwortung bewiesen", erinnerte sich ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian an einen Freund, der sich auch nach dessen Zeit als ÖGB-Präsident und Sozialminister immer für das Wohl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingesetzt habe. Auch ÖGB-Vizepräsident und Christgewerkschafter Norbert Schnedl zeigte sich bestürzt.

„Rudi Hundstorfer ist es zu verdanken, dass in Oberösterreich tausende Arbeitsplätze gerettet werden konnten“, erinnert Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident Johann Kalliauer an die Verdienste des ehemaligen ÖGB-Präsidenten und Sozialministers.

Sozialministerin Brigitte Zarfl ehrte "einen der profiliertesten Sozialpolitiker der Zweiten Republik".

Als damaliger Sozialminister habe Hundstorfer einen großen Anteil daran, dass Österreich die große Krise von 2008/09 ohne massenhafte Kündigungen überwinden konnte, sagte der damalige Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Dafür sei er ihm auch heute noch "unendlich dankbar". Hundstorfer habe einen wesentlichen Anteil daran, dass Österreich heute besser dastehe als andere Länder.

Betroffenheit herrschte bei allen Parteien. "Wir haben Rudolf Hundstorfer bei allen politischen Gegensätzen menschlich und fachlich sehr geschätzt", meinten FPÖ-Obmann Norbert Hofer und der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl

Betroffen reagierte auch ÖVP-Obmann Sebastian Kurz auf die Todesnachricht: "Mit dem überraschenden Ableben von Rudolf Hundstorfer verliert Österreich einen Menschen, der sein politisches Leben stets in den Dienst der Republik gestellt hat", teilte Kurz in einer Aussendung mit:  "Ich habe Rudolf Hundstorfer als engagierten Politiker kennengelernt, der in seiner Zeit als Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz große Verdienste in der Sozialpolitik erworben hat. Er hat die österreichische Politik viele Jahre mitgeprägt und sich dabei auch über die Parteigrenzen hinaus Respekt und Anerkennung verschafft. Unsere Anteilnahme gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie und seinen Freunden", so Kurz.

"Rudi war ein Sozialdemokrat der alten Schule", würdigte die Jetzt-Abgeordnete und frühere Parteikollegin Daniela Holzinger den Verstorbenen. Auch Neos und Grüne reagierten betroffen.

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