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Innenpolitik

Anschober kontert in der Causa Ischgl: Tirol erhielt alle Informationen

Von Wolfgang Braun  23. Mai 2020 00:04 Uhr

Anschober kontert in der Causa Ischgl: Tirol erhielt alle Informationen
Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne): Jede relevante Information weitergegeben.

LINZ. Bis 14. März wurden 21 Corona-Warnungen aus dem Ausland an Tirol weitergeleitet.

Sollte das stimmen, dann sei Gesundheitsminister Anschober "rücktrittsreif". FPÖ-Chef Norbert Hofer brachte gestern bereits schweres Geschütz in Stellung.

Denn Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) bzw. sein Ministerium sahen sich in der Causa Ischgl mit unangenehmen Vorwürfen konfrontiert: Dem Ministerium seien über das Gesundheits-Frühwarnsystem der EU, das Early Warning and Response System (EWRS), aus mehreren europäischen Ländern positive Corona-Tests bei Heimkehrern aus Ischgl bzw. anderen Tiroler Ski-Orten gemeldet worden. Diese Informationen seien aber nicht an die zuständigen Tiroler Behörden weitergeleitet worden, so der Tiroler Landesamtsdirektor Herbert Forster.

Corona-Risikogebiet

Konkret ging es um Fälle zwischen dem 9. und 13. März, die via EWRS-System aus Deutschland, Kroatien, Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark an das Ministerium berichtet wurden. Ischgl hatte in den ersten März-Tagen in einigen Ländern der EU, aber auch in Island, bereits den Status eines Corona-Risikogebietes erlangt.

Anschober widerspricht nun im Gespräch mit den OÖNachrichten der Kritik, sein Ressort habe den Tiroler Stellen wichtige Informationen vorenthalten. "Wir haben tausende Eilmeldungen in das EWRS überprüft. Alle für die Arbeit der Tiroler Behörden relevanten internationalen Informationen wurden den Tiroler Behörden übermittelt", sagt Anschober.

Zwischen 3. und 14. März habe es insgesamt 21 solcher Meldungen aus Belgien, Deutschland, Kroatien, Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark mit konkreten Daten und Hinweisen zu bestätigten Covid-19-Fällen bzw. über Kontaktpersonen zu bestätigten Covid-19-Fällen gegeben, die man an die Stellen in Tirol weitergeleitet habe.

Nicht weitergeleitet habe man lediglich Fälle aus dem EWRS, bei denen es wegen fehlender Personen- oder Aufenthaltsdaten unmöglich war, Kontaktpersonen festzustellen. Diese Meldungen im EWRS dienen dazu, einen Überblick über die epidemiologische Lage in einem Land zu erhalten, heißt es aus dem Ministerium.

Aus dem heimischen epidemiologischen Meldesystem (EMS) geht laut Ministerium zudem hervor, dass den zuständigen Tiroler Bezirksverwaltungsbehörden bis zum 12. März bereits 150 bestätigte Covid-19-Fälle bekannt waren. Die Zahl erhöhte sich dann innerhalb eines Tages um weitere 60 Fälle auf 210. Betroffen waren zu dieser Zeit bereits Personen aus mehr als 25 Nationen, die in Tirol positiv getestet wurden.

Das Corona-Krisenmanagement der Tiroler Behörden soll von einer vom Landtag eingesetzten Expertenkommission untersucht werden. Zugleich ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

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Stellvertretender Chefredakteur, Leiter Politikredaktion

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