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Innenpolitik

Corona: Diese Regeln gelten seit 1. August

Von Lucian Mayringer  01. August 2022 00:04 Uhr

Ab heute gilt für Corona-Infizierte die beinah uneingeschränkte Freiheit
Im Freien dürfen sich auch positiv Getestete praktisch ohne Einschränkungen bewegen.

WIEN. Ab 1. August sind die Absonderungspflichten passé, geblieben ist die Kritik an Unschärfen.

Am Sonntag wurden 5714 Corona-Neuinfektionen gezählt. Für sie galten noch die Quarantäne-Regeln, die ab heute durch die Verordnung von Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) abgeschafft sind. Verkehrsbeschränkungen heißt die neue Realität, in der einiges an Unklarheit bleibt.

Verkehrsbeschränkungen: Bisher mussten Infizierte für mindestens fünf Tage in Quarantäne, nach denen man sich mit einem CT-Wert von über 30 freitesten lassen konnte. Letzteres gilt nun auch für die Verkehrsbeschränkungen, die bedeuten, dass Infizierte FFP2-Masken tragen müssen. Diese Pflicht entfällt daheim (solange nur Haushaltsmitglieder anwesend sind) und im Privat-PKW sowie im Freien, wo dann ein Zwei-Meter-Abstand zu anderen Personen einzuhalten ist.

Man darf Veranstaltungen, Gasthäuser oder Schwimmbäder mit Maske besuchen, diese aber nicht abnehmen, weshalb die Konsumation in einem Lokal nicht gestattet ist. Die Verkehrsbeschränkungen gelten maximal zehn Tage.

Betretungsverbote: Generelle Einschränkungen gibt es in einigen Bereichen dennoch für Corona-Positive: Sie dürfen Krankenhäuser, Pflege-, Behinderten- und Kuranstalten sowie Kinderbetreuungseinrichtungen, Volksschulen und Horte nicht betreten. Davon ausgenommen sind Mitarbeiter dieser Arbeitsorte (mit Maske).

Corona mit Symptomen: Wer sich ab heute krank fühlt und positiv auf Covid getestet ist (muss durch einen PCR-Test abgesichert werden), hat weiterhin Anspruch auf Krankenstand. Für die Meldung beim Arbeitgeber bedarf es einer ärztlichen Bestätigung. Nur für (mutmaßlich) Corona-Infizierte gibt es wieder die telefonische Krankschreibung durch den Arzt.

Corona ohne Symptome: Wer sich trotz positivem Test nicht krank fühlt, ist angehalten, seiner Arbeit mit Maske nachzugehen. Davon ausgenommen sind Berufe, die mit Maske de facto nicht ausgeübt werden können (etwa Logopäden, Musiker). Kommen an einem Arbeitsort nur aktuell Infizierte zusammen, entfallen alle Beschränkungen. Davon ausgenommen sind "vulnerable Orte", wie Spitäler. Dort gilt permanente Maskenpflicht für alle.

Vulnerable Gruppen: Um Menschen zu schützen, die trotz Impfung bei einer Infektion schwere Verläufe zu befürchten haben oder aus medizinischen Gründen gar nicht geimpft werden können, wird die Risikogruppen-Verordnung reaktiviert. Sie räumt den Betroffenen zunächst bis Ende Oktober den Anspruch auf Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz, Homeoffice oder eine befristete Dienstfreistellung ein.

Neuer Modus: Ab Herbst gilt der vierstufige Variantenmanagementplan (VMP). Dieser sieht im Idealfall (Covid als "normale Atemwegserkrankung") keine Einschränkungen vor. Im ungünstigsten Fall könnten Maskenpflicht und sogar nächtliche Ausgangssperren zurückkehren.

Kritik und alternative Regelungen

  • Alex Brodmann, Chef des Interessenverbandes führender Pflegeorganisationen (darunter Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz), kritisierte am Wochenende, dass nun Corona-positive Mitarbeiter einzusetzen wären. Schließlich gehe es um „Personengruppen, bei denen Corona zu ernsten Folgen, im schlimmsten Fall zum Tod führen kann“.
  • Mit JKU-Rektor Meinhard Lukas übt ein prominenter Jurist Kritik am Quarantäne-Aus. „Nicht durchdacht“ sei, dass ein Nicht-Infizierter nicht ohne Weiteres vom Arbeitsplatz fernbleiben könne, wenn in seinem Büro ein Covid-19-Infizierter sitzt, verweist Lukas auf das im Strafgesetz verankerte Gefährdungsverbot. An der Kepler-Uni werde er allen Infizierten empfehlen, daheim zu bleiben.
  • In Wiener Spitälern, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und städtischen Schulen kommen weiter keine positiv getesteten Mitarbeiter zum Einsatz. Eine analoge Regelung hat Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP) für alle Landeseinrichtungen mit Kundenkontakt angekündigt.

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Lucian Mayringer

Redakteur Innenpolitik

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