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WhatsApp-Update: Was, wenn ich nicht einwillige?

Von nachrichten.at/apa   14. Mai 2021 11:29 Uhr

WhatsApp
Neue AGB: Am 15. Mai ist es so weit.

Erst wurden sie verschoben, nun kommen sie doch, allerdings etwas sanfter: Die Facebook-Tochter WhatsApp ändert trotz heftiger Kritik seine Datenschutz-Bestimmungen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem umstrittenen Update.

Ab Samstag gelten bei WhatsApp die neuen, umstrittenen Nutzungsbedingungen. Eigentlich wollte der zu Facebook gehörende Messenger-Dienst diese bereits Anfang Februar einführen. Nachdem als Reaktion zahlreiche Nutzer zur Konkurrenz abwanderten, wurde die Frist bis 15. Mai verlängert. Das sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was ändert sich durch die neuen Nutzungsbedingungen?

Facebook will WhatsApp als Kommunikationskanal zwischen Unternehmen und Kunden nutzen und so endlich Geld mit dem Messenger und seinen weltweit zwei Milliarden Nutzern verdienen. Die Funktion ist optional, entsprechende Chats sollen eindeutig als solche erkennbar sein. 

Was passiert, wenn ich nicht einwillige?

In einem Blog-Eintrag von WhatsApp heißt es, dass bei Nicht-Einwilligung "weder Accounts gelöscht, noch die Funktionalität eingeschränkt" würden. Nutzer, welche die AGB noch nicht akzeptiert haben, haben auch nach dem 15. Mai noch "einige Wochen" Zeit, dies zu tun. Danach wird die Erinnerung permanent angezeigt. Dann funktioniert der Messenger nur noch in abgespeckter Form: Der Zugriff auf die Chatliste ist nicht mehr möglich, eingehende Anrufe können trotzdem entgegengenommen werden. Bei aktivierten Benachrichtigungen können eingehende Nachrichten gelesen und beantwortet werden.

Nach ein paar Wochen mit diesen Einschränkungen gehen keine Anrufe oder Benachrichtigungen mehr ein - der Account ist quasi stillgelegt. Und wenn er erstmal "inaktiv" ist, wie WhatsApp solche Accounts bezeichnet, erfolgt normalerweise nach 120 Tagen die Löschung.

WhatsApp-Update
Hinweis auf die neuen Nutzungsbedingungen in der App.

Wieso hagelt es gerade jetzt Kritik?

Kritiker befürchten vor allem, dass Nutzerdaten an Facebook oder Drittunternehmen weitergegeben werden. Konkret geht es um Account-Informationen wie Namen, Telefonnummer oder Profilbild - Chats bleiben hingegen verschlüsselt. WhatsApp selbst streitet einen neuerlichen Datenaustausch im Zuge des Updates ab.

Der Austausch von Daten mit Facebook ist aber nicht neu. Der Messenger teilt nach eigenen Angaben ohnehin schon länger Informationen mit Facebook: etwa die Telefonnummer, bestimmte Geräteinformationen wie die Gerätekennung und die Betriebssystemversion sowie WhatsApp-Nutzungsdaten. Außerhalb der EU fließen bereits einige Daten unter anderem zu Werbezwecken an Facebook. In der EU verbietet die DSGVO eine solche Mehrfachverarbeitung von Daten.

In Deutschland wurde inzwischen auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar aktiv. Er kann allerdings nur befristet eingreifen, weil für Facebook die irische Datenschutzbehörde zuständig ist. Um eine Entscheidung auf europäischer Ebene herbeizuführen, wurde eine Befassung durch den Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA) beantragt. Die deutsche Anordnung, in der Facebook untersagt wird, Daten von WhatsApp für eigene Zwecke zu nutzen, wird laut Facebook die Einführung der neuen Regeln nicht aufhalten.

Was sind die Alternativen?

Messenger-Rivalen wie Telegram und Signal verzeichneten zuletzt einen starken Zulauf. Auch der deutsche Verbraucherschutz empfiehlt in einer Analyse aller Anbieter den Wechsel zu Messengern, "die keine Daten ihrer Nutzer zu Werbezwecken verwenden oder an andere Unternehmen weitergeben".

Enorme Marktmacht

Die Marktmacht von WhatsApp ist jedoch enorm. In Österreich nutzen laut Marktforschern über acht von zehn Internetnutzern zwischen 16 und 64 Jahren den Dienst. Und: Für die beliebten Gruppen müssen alle Mitglieder zum selben Konkurrenten umziehen. Wer sich dennoch zum Wechsel entschließt und seine Chats behalten möchte, sollte seine Verläufe schnellstmöglich sichern.

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