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Chronik

Wintereinbruch in Österreich: Straßensperren, Stromausfälle und Lawinengefahr

13. November 2019 08:51 Uhr

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Bild 1/7 Bildergalerie: Wintereinbruch sorgt für Straßensperren und Stromausfälle

Der Winter ist nun endgültig in vielen Teilen Österreichs eingezogen. In Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark kam es durch die starken Schneefälle zu Straßensperren, Stromausfällen und der Schließung von Schulen.

In Oberösterreich mussten Feuerwehren zu kleineren Unfällen auf schneebedeckter Fahrbahn ausrücken.In Breitenau (Bezirk Kirchdorf) ist ein Schneepflug bei winterlichen Bedingungen in den Straßengraben gerutscht. Die Feuerwehr zog das Fahrzeug wieder zurück auf die Straße, verletzt wurde niemand. In Bad Goisern ist am Mittwochvormittag ein Auto in einer steilen Kurve des Laimerwegs ins Rutschen geraten. Auf einer Böschung blieb das Fahrzeug schließlich hängen. Mit Hilfe zweier Seilwinden gelang es den Einsatzkräften, den Pkw wieder auf die Straße zu ziehen. Die Lenkerin blieb unverletzt. 

Schnee Unfall Bad Goisern

Starke Schneefälle haben in der Nacht in Westösterreich Probleme bereitet. In Kärnten mussten einige Straßen wegen Gefahr durch umstürzende Bäume gesperrt werden, dazu kamen Abschnitte mit Schneekettenpflicht. Weil auch keine Schulbusse fahren konnten, bleiben laut ORF Kärnten voraussichtlich manche Schulen und Kindergärten geschlossen. Auf der Salzburger Tauernautobahn (A10) blieben zahlreiche Lkw hängen. In Osttirol waren rund 2.500 Haushalte ohne Strom, teilte die Tinetz-Stromnetz Tirol AG mit.

Video: Der Brenner eingeschneit, Venedig knietief unter Wasser

2.500 Haushalte in Osttirol ohne Strom

Die starken Schneefälle haben in der Nacht auf Mittwoch zu Stromausfällen in Osttirol geführt. Um die Mittagszeit waren noch immer rund 2.500 Haushalte ohne Strom, sagte der Sprecher der Tinetz-Stromnetz Tirol, Klaus Schüller, der APA. Die Reparaturarbeiten wurden indes durch Lawinengefahr erschwert. Zudem blieben im Bezirk 17 Schulen geschlossen.

In das komplett vom Stromausfall betroffene Villgratental sowie in den Abschnitt im Lesachtal können die Reparaturtrupps derzeit aufgrund von Straßensperren wegen Lawinengefahr nicht vordringen, so Schüller. Man hoffe, dass man in den kommenden Stunden die Mitarbeiter zumindest mit Hubschraubern zu den Schadensstellen fliegen könne. Aufgrund der Schneelast sei es zu Baumstürzen und Seilrissen gekommen. Zu Mittag meldete die Tinetz 93 unversorgte Trafostationen in 16 Gemeinden. Über die Nachtstunden waren fünf Servicetrupps im Einsatz. Zur Unterstützung waren seit den frühen Morgenstunden weitere sechs Trupps aus Nordtirol nach Osttirol unterwegs.

Wegen der starken Schneefälle blieben im Bezirk Lienz am Mittwoch auch 17 Schulen geschlossen, berichtete Bezirkshauptfrau Olga Reisner nach einer Besprechung der Bezirkseinsatzleitung. "Die Situation ist im Griff. Probleme bereitet der schwere Schnee. Die Einsatzkräfte und der Straßendienst sind bemüht, Verkehrsbehinderungen zu minimieren", erklärte Reisner zudem.

Die Bevölkerung wurde vor Schneebruch und Lawinengefahr gewarnt. "Wegen Schneebruchgefahr bitte nicht in den Wald gehen oder sich unter Bäumen aufhalten. Bei Wetterbesserung bitte unbedingt die Warnungen der Lawinenkommissionen und des Lawinenwarndiensts beachten", richtete die Bezirkshauptfrau einen dringenden Appell.

In Osttirol waren wegen der starken Schneefälle auch einige Straßen gesperrt. Betroffen waren etwa die Drautalstraße bei Abfaltersbach oder die Villgratener Straße zwischen Innervillgraten und Kalkstein. Für die Region war am Montag eine Schneewarnung herausgegeben worden. Hier kommen laut ZAMG bis Mittwochabend selbst in Tallagen 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee zusammen. Indes zeigte sich Mittwochfrüh auch die Brennerautobahn im winterlichen Kleid. Räumfahrzeuge waren im Einsatz.

Video: Winterliche Bedingungen auf der A13 Brennerautobahn

Straßensperren und geschlossene Schulen in Kärnten

Starke Schneefälle haben in der Nacht in den westlichen Landesteilen Kärntens für Probleme gesorgt. Einige Straßen mussten wegen Gefahr durch umstürzende Bäume gesperrt werden, dazu kamen Abschnitte mit Schneekettenpflicht. Weil auch keine Schulbusse fahren konnten, bleiben laut ORF Kärnten voraussichtlich manche Schulen und Kindergärten am Mittwoch geschlossen.

Umgestürzte Bäume sorgten in Oberkärnten auch für Stromausfälle. Wie Kelag-Sprecher Josef Stocker auf APA-Anfrage sagte, waren rund 4.000 Haushalte in den Bezirken Hermagor, Spittal und Villach-Land ohne Strom. Wie lange es dauert, bis die Versorgung wieder hergestellt ist, war vorerst unklar: "Rund 100 unserer Monteure sind im Einsatz, wegen der zahlreichen Straßensperren kommen sie aber an manchen Orten gar nicht zu den beschädigten Leitungen", so Stocker.

Es gab einige Feuerwehreinsätze wegen umgestürzter Bäume, hieß es am Mittwoch in der Früh vonseiten der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). Besonders betroffen waren das Drautal, das Lesachtal und das Mölltal.

Gesperrt waren laut Polizei wegen des starken Schneefalls in Richtung Salzburg der Katschbergtunnel auf der Tauernautobahn (A10) und der Wurzenpass (B109). Für den Plöckenpass (B110) herrschte Kettenpflicht, ebenso für die Katschbergstraße (B99), die Turracher Straße (B95) und die Drautal Straße (B100) im westlichen Bereich bis zur Tiroler Landesgrenze. Auf der gesamten Drautal wie auch Mölltal Straße (B106) kam es immer wieder zu Behinderungen durch liegen gebliebene Lkw.

Schneefälle führen zu Stromausfällen und Straßensperren

Weil stellenweise bis zu einem Meter Neuschnee gefallen ist, sind Feuerwehren und Schneepflüge in Tirol, Salzburg und Kärnten im Dauereinsatz. Auch Schulen sind geschlossen.

Erhebliche Probleme auf der Tauernautobahn in Salzburg

Die Schneefälle in der Nacht haben Mittwochfrüh auch im Süden Salzburgs für tiefwinterliche Straßenverhältnisse und damit für Probleme gesorgt. Vor allem auf der Tauernautobahn (A10) blieben zahlreiche Lkw hängen. "Die stehen nicht nur am Pannenstreifen, sondern zum Teil auch auf der Fahrbahn. Das behindert die Räumungsarbeiten zusätzlich", teilte eine Sprecherin des ÖAMTC mit.

Als Folge dürfte der Katschbergtunnel zwischen Salzburg und Kärnten aller Voraussicht bis in die Mittagsstunden hinein gesperrt bleiben. Zudem berichteten Einsatzkräfte vor allem in Pongau und Lungau von viel Baumbruch. Viele Bäume und Äste hielten der Schneelast nicht stand und stürzten auf Straßen. Vereinzelt waren auch Stromleitungen betroffen.

Auf zahlreichen Verbindungen im Bundesland galt Schneekettenpflicht - meist für schwerere Fahrzeuge und Lkw. Betroffen waren am Morgen etwa der Filzensattel, der Grießenpass oder der Radstadter Tauern zwischen Untertauern und Tweng. In der Früh waren auch der Ofenauer- und der Hieflertunnel auf der Tauernautobahn am Pass Lueg für Lkw gesperrt.

Die tiefwinterlichen Fahrbahnverhältnisse haben bereits für erste Unfälle gesorgt. Schon am Dienstagabend war bei Zederhaus (Lungau) ein 21-jähriger Türke mit seinem Kleintransporter in einer Kurve von der Straße abgekommen und gegen einen Wildschutzzaun geprallt. Bei der Aufnahme des Unfalles stellte sich heraus, dass am Wagen nur schlechte Sommerreifen montiert waren.

Rund 800 Haushalte im Salzburger Lungau ohne Strom

Die Schneefälle in der Nacht und am Mittwochmorgen haben in Salzburg auch für eine Reihe von Stromausfällen gesorgt. Unter der nassen Last geknickte Bäume und Äste haben vor allem im Süden des Landes Leitungen gekappt oder beschädigt. Wie die Salzburg AG informierte, wurden die Stromausfälle im Pongau und Pinzgau mittlerweile behoben, im Lungau waren am Vormittag rund 800 Haushalte ohne Strom.

Die Techniker der Salzburg Netz GmbH seien aber bereits mit der Behebung der Störungen beschäftigt. Einzig die Gemeinde Hintermuhr (Lungau) war wegen Lawinengefahr vorerst nicht für die Arbeiter erreichbar, da die Straße in den Ort gesperrt ist. Bei Bad Gastein fiel die Sende-Anlage des ORF auf dem Stubnerkogel aus. Große Teile des Gasteiner Tales können darum derzeit keine Radio- und TV-Programme über Antenne empfangen.

Gesperrte Straßen und Bahngleise in der Obersteiermark

Starker Schneefall hat in der Nacht auf Mittwoch in der Obersteiermark zu mehreren Unfällen und gesperrten Straßen wegen umgefallener Bäume geführt. Zwischen Schladming und Gröbming musste der Zugverkehr von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wegen der Witterung eingestellt werden. Die Ennstal Bundesstraße (B320) war ebenfalls über weite Strecken nur erschwert passierbar.

Christoph Schlüßlmayr vom Bereichsfeuerwehrverband Liezen berichtete von ersten Einsätzen seit Dienstagabend. Pkw und Lkw blieben auf den Schneefahrbahnen hängen oder kamen von den Fahrbahnen ab. Mittwochfrüh musste ein Abschnitt der B320 zwischen Liezen und Altenmarkt wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.

Wie die Energie Steiermark mitteilte, hat der nasse, schwere Schnee vor allem im Raum Rohrmoos und Stadl an der Mur Probleme bei der Stromversorgung verursacht. Rund 100 Trafostationen mussten Mittwochfrüh außer Betrieb gehen. Etwa 2.500 Haushalte waren betroffen. Das Personal wurde aufgestockt, sagte Sprecher Urs Harnik-Lauris. Außerdem zog man die Bereitschaften zusammen.

Der Stromversorger geht davon aus, dass weiterer Schneefall für weitere Probleme sorgen wird: Bäume fallen um und Äste reißen ab und beschädigen die Stromleitungen. Während der Schnee für die einen Arbeit und Probleme bedeutet, ist er für andere ein Segen: Skigebiete haben erste Pisten und Loipen geöffnet oder öffnen sie ab kommenden Freitag - etwa auf der Turracherhöhe, auf der Reiteralm und der Planai in der Region Schladming.

4.000 Haushalte in der Steiermark ohne Strom

Vor Einbruch der Dunkelheit waren am Mittwoch rund 4.000 Haushalte in der Obersteiermark ohne Strom. Besonders betroffen waren die Bezirke Murtal und Murau sowie Teile des Ennstals (Bezirk Liezen). Manche Steirer werden die Nacht über ohne Elektrizität bleiben, denn die Mitarbeiter der Energienetze Steiermark könnten nicht rechtzeitig alle Reparaturen durchführen, sagte Sprecher Urs Harnik-Lauris.

Rund 160 Trafo-Stationen waren gegen 16 Uhr außer Betrieb. Unter der Schneelast umgefallene Bäume und abgebrochene Äste hatten etliche Stromleitungen beschädigt. Da die Niederschläge noch bis in die Nacht auf Donnerstag andauern sollten, sei mit weiten Schäden zu rechnen, sagte Harnik-Lauris zur APA.

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