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Chronik

Toter nach Gasexplosion in Wien gefunden

Von nachrichten.at/apa   27. Juni 2019 22:02 Uhr

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Bild 1/17 Bildergalerie: Wohnhäuser nach Gasexplosion in Wien einsturzgefährdet

WIEN. Bei der Gasexplosion vom Mittwoch in einem Wohnhaus in Wien-Wieden ist eine Frau ums Leben gekommen. Am Abend wurde eine weitere Leiche gefunden.

Die verheerende Detonation - die Einsatzkräfte gehen von einer Gasexplosion aus - in einem Gemeindebau in Wien-Wieden hat zumindest ein, wahrscheinlich zwei Todesopfer gefordert. In der Nacht auf Donnerstag wurde in der Trümmern des Hauses Ecke Preßgasse - Schäffergasse eine weibliche Leiche geborgen. In einem weiteren Hohlraum ortete man eine weitere Person, die keine Lebenszeichen gab.

Laut Feuerwehrsprecher Christian Feiler hatte man, nachdem Suchhunde angeschlagen hatten, seit Mittwochabend fieberhaft parallel am Schuttkegel vor dem Haus und jenem im Innenbereich gearbeitet. Während der äußere Bereich ergebnislos abgetragen wurde, fand sich im Haus, nahe an der Fassade die Leiche der Frau. Mit Hohlraumkameras durchsuchte man im Innenbereich weitere Spalten in den Trümmern und wurde fündig: Diese weitere Person gab keine Lebenszeichen von sich. "Wir arbeiten derzeit mit Volldampf, um diese zu bergen", so der Sprecher.

Video: Nach der Explosion in einem Wiener Wohnhaus wurde eine Frau tot geborgen. Eine zweite Person soll geortet worden sein, es gibt aber bisher keine Lebenszeichen.

Tote war 29 Jahre alt 

Bei dem Todesopfer der mutmaßlichen Gasexplosion in Wien-Wieden am Mittwochnachmittag handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine 29-jährige Frau. Bis Donnerstagvormittag wurden 14 verletzte Personen, zwei davon schwer, von der Berufsrettung versorgt bzw. in Spitäler gebracht.

Bei den Schwerverletzten handelt es sich einerseits um einen 31-jährigen Mann, der im betroffenen Haus aufhältig war, andererseits um einen 53-jährigen Bewohner des gegenüberliegenden Gebäudes. Bisher war das Alter des Mannes mit 35 angegeben worden.

Am Vormittag wurde nach einer weiteren verschütteten Person gegraben, die im Bereich des eingestürzten Gebäudes vermutet wurde. Die Verkehrssperren wurden mit 5.40 Uhr bis auf den unmittelbar betroffenen Kreuzungsbereich Schäffergasse/ Pressgasse aufgehoben.

Insgesamt sind im von der Explosion hauptbetroffenen Mehrparteienhaus 42 Personen in 22 Wohnungen gemeldet. Nach wie vor wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Personen im zum Teil eingestürzten Gebäude eingeschlossen sind.

"Über die Ursache der Explosion können weiterhin keine Rückschlüsse gezogen werden, da die Beamten der zentralen Brandermittlung des LKA aufgrund noch nicht abgeschlossener Sicherungsmaßnahmen das Gebäude noch nicht betreten konnten", berichtete Polizeisprecher Harald Sörös. An erster Stelle stehe vorerst die Suche nach möglichen weiteren Personen, "erst danach können die kriminalpolizeilichen Ermittlungsmaßnahmen gesetzt werden". Auch eine Drohne der LPD Wien kam zum Einsatz, um sich ein Lagebild aus der Luft zu verschaffen.

Mehr als 100 Feuerwehrmänner im Einsatz

Während der Nacht waren etwas mehr als 100 Feuerwehrmänner im Einsatz, wobei ständig rotiert wurde, um diese bei der großen Hitze und der anstrengenden händischen Arbeit abzulösen. Durch den direkten Einsatz schweren Geräts wären etwaige Überlebende gefährdet worden. In den Morgenstunden des Donnerstags waren nur mehr 35 Mann an Ort und Stelle, da man im Innenbereich auch nicht mehr zum Einsatz bringen konnte, so Feiler.

Von der zerstörten Fassade fielen durch die Arbeiten immer wieder neue Brocken auf die Straße. Nach der Detonation klaffte ein riesiges Loch in dem mehrgeschoßigen Gebäude. Wohnbereiche zwischen dem zweiten und vierten Stock wurden weggerissen, Bauteile und Inventar auf die Straße geschleudert.

14 Verletzten waren zu beklagen, darunter zwei Schwerverletzte. Ein 35-jähriger Hausbewohner, der sich zum Zeitpunkt der Explosion in seiner Wohnung befand, dürfte von herabfallendem Mauerwerk getroffen worden sein. Der Mann erlitt Knochenbrüche, Rissquetschwunden und schwere innere Verletzungen. Laut Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) stabilisierte sich sein Zustand noch am Abend, Lebensgefahr war keine mehr gegeben. Bei dem zweiten Schwerverletzten handelt es sich um einen 54 Jahre alten Mann, der von Glassplittern getroffen wurde und Schnittverletzungen davongetragen hat. Die zwölf Leichtverletzten wurden teilweise in häusliche Pflege entlassen. Der andere Teil musste zur Beobachtung und zur weiteren medizinischen Behandlung in verschiedenen Krankenhäusern bleiben.

In unmittelbarer Nähe der Unglücksstelle befinden sich eine Volksschule und eine Neue Mittelschule. Wie ein Anrainer der APA mitteilte, sollen sich 30 bis 40 Minuten vor dem Unglück noch Kinder und Eltern, die ihre Kleinen von der Nachmittagsbetreuung abholten, auf der Straße befunden haben. Später wurden die Schulen vorübergehend geöffnet, wo evakuierte Bewohner und besorgte Angehörige gelabt wurden.

Gefahr eines Folgeeinsturzes groß

"Die Gefahr eines Folgeeinsturzes ist sehr groß", sagte Gerald Schimpf von der Wiener Berufsfeuerwehr am Donnerstag knapp vor 17.00 Uhr über das bei der Gasexplosion schwer beschädigte Haus in Wien-Wieden. Einsturzgefährdete Teile wurden demnach gepölzt, Sachverständige waren in die Tätigkeiten eingebunden.

Zur vermissten Person, die sich möglicherweise unter einem Schuttkegel befindet, machte Schimpf keine Angaben. Gesichert feststehen dürfte allerdings, dass eine konkrete Person abgängig ist.

Unterdessen wurden mehrere, teilweise schwer beschädigte Pkw abtransportiert. Sie waren im Unglücksbereich von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen worden.

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