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Wels

In Wels soll ein Campingplatz entstehen

Von Erik Famler   19. Mai 2014 00:04 Uhr

In Wels soll ein Campingplatz entstehen
In Wels fehlt ein Campingplatz. Neben der Kunsteisbahn soll eine Fläche erschlossen werden, die auch Roma-Gespannen Platz bietet.

WELS. Stadtpolitik erwägt Errichtung von Abstellplatz, der Touristen, Roma und Sinti offen steht.

Es geht ja doch. Die Stadt überlegt, bei der Kunsteisbahn einen Campingplatz zu errichten, der allen offen steht – auch Wagengespannen der Roma und Sinti. Die Pläne wurden erst jetzt bekannt. Die Magistratsabteilung 12 hat im Hinblick auf die bevorstehende Sanierung der Eishalle einen Campingplatz eingeplant.

Das Angebot an Flächen rund um die Eislaufhalle ist begrenzt. Eine Ausweitung auf das Gelände des Welldorado wäre möglich. Der hintere Teil des Welser Freibades ist kaum genützt und würde Campierern ideale Bedingungen bieten, heißt es aus Kreisen der Beamtenschaft. Öffentlich wird darüber noch nicht diskutiert: "Der Campingplatz war aber Thema in einem Ausschuss", sagt SPÖ-Fraktionsobmann Johann Reindl-Schwaighofer. Der rote Klubchef will sich in dieser Frage nicht endgültig festlegen. Für Roma- und Sinti-Gespanne sei dort nicht viel Platz: "Natürlich könnte es eine Möglichkeit sein, wenn die Flächen stimmen." Für ihn ist das Messegelände aber weiterhin der bessere Standplatz.

Feuer und Flamme für einen Campingplatz neben der Eishalle ist hingegen ÖVP-Stadtparteiobmann Peter Csar. "Die Monsterflächen gibt es auch in anderen Gemeinden nicht. Warum soll man den Campingplatz nicht auch für Roma und Sinti öffnen? Traurig ist, dass dieses Thema nur emotional diskutiert und nicht nach Sachlösungen gesucht wird."

VP-Vize Peter Lehner pflichtet bei: "Auf dem Campingplatz in Pettenbach funktioniert’s ja auch. Dort machen immer wieder Roma- und Sintigruppen Station. Wenn es ein offizieller Campingplatz ist, kann ich keinen ausschließen."

Ablehnung signalisiert dagegen FP-Vizebürgermeister Andreas Rabl: "Touristisches Campieren mit den Roma zu verbinden, lehne ich ab. Die FPÖ fordert aber seit langem einen Abstellplatz für maximal zehn Wohnmobile. Neben der Kunsteisbahn ist für mehr Fahrzeuge kein Platz." Flächen im Welldorado an den geplanten Campingplatz abzugeben, kommt für den blauen Vize ebenso wenig in Frage. Einen großen Campingplatz könne man auch den Anrainern nicht zumuten.

Bürgermeister Peter Koits (SPÖ) begegnet der Campingplatz-Idee unvoreingenommen. Er wolle aber die Entscheidung darüber den beiden zuständigen Referenten überlassen: "Das liegt in der Verantwortung von Hermann Wimmer und Peter Lehner. Ich gebe aber zu bedenken, dass bei der Suche nach Ausweichplätzen für Roma-Gespanne die Kunsteisbahn ganz hinten gereiht war. Einen Eingriff ins Welldorado würde ich außerdem mit drei Fragezeichen versehen."

Die Wohnwagen der Roma und Wohnmobile von Touristen auf einem gemeinsamen Platz? Stadtmarketingdirektor Peter Jungreithmair schüttelt den Kopf: "Das sind zwei völlig unabhängige Dinge. Ein Campingplatz setzt ein begleitendes Meldewesen voraus. Bisher aber campierten die Gespanne außerhalb aller Regeln."

 

Zitiert

"Natürlich könnte es eine Möglichkeit sein, wenn die Flächen stimmen.“
Johann Reindl-Schwaighofer, SPÖ-Fraktionsobmann

„Touristisches Campieren mit den Roma zu verbinden, lehne ich ab. Die FPÖ fordert aber seit langem einen Abstellplatz für maximal zehn Wohnmobile. Für mehr Fahrzeuge ist neben der Kunsteisbahn kein Platz.“
Andreas Rabl (FPÖ), FPÖ-Vizebürgermeister

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