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Steyr

Länder sollen nun eine Insolvenz des Skigebietes Forsteralm verhindern

Von Hannes Fehringer  14. April 2020 00:04 Uhr

Länder sollen nun eine Insolvenz des Skigebietes Forsteralm verhindern
W. Resch und M. Großberger mit Peter Taschner von der Volksbank (Mitte) bei einem Skiabend: Jetzt hat man Geldsorgen.

GAFLENZ / WAIDHOFEN. Nicht nur, dass gegen den viel zu warmen Winter Schneekanonen ihr Wasser verpulverten, zerfetzte ein Sturm die Folie des Speicherteiches. Der Liftbetrieb steht am Rande der Pleite.

Vor dem Beginn der Wintersaison herrschten bei der Talstation der Forsteralm-Lifte Zuversicht und gute Laune: Das Skigebiet, an der Landesgrenze zwischen Ober- und Niederösterreich, einst vom Industriellen Franz Forster gegründet, stand, bevor sich die Schleppbügel und Sesselgondeln wieder drehten, vor der Jubiläumssaison zum 40-jährigen Bestand. Eine Zeitspanne, genau so lange, wie Manfred Großberger, der seit zwei Jahren die Betriebsgesellschaft der Lifte leitet, auch die Skischule und den Snowboardverleih betreibt. 60.000 zahlende Gäste in der Vorsaison ließen auch die Eigentümervertreter der Seilbahnen und Beschneiungsanlagen, die Bürgermeister von fünf Ybbstal- und sechs Ennstalgemeinden auf ein gutes Gelingen in der Saison 19/20 anstoßen.

Die Jubiläumssaison entwickelte sich dann zum Horror. Vor Weihnachten machte den Betreibern der Schneemangel auf der Forsteralm zu schaffen. Bei der Wetterlage tat sich kaum ein Kältefenster auf, in dem man wenigstens die wichtigsten Pisten beschneien hätte können. Dann fegte Tauwetter das Kunstschneeband, das man nach Neujahr mit viel Mühe und Fleiß zuwege gebracht hatte, wieder weg. Zum Überdruss zerfetzten am Christtag noch Sturmböen die Folien am Speicherteich. Trotz des vielen Pechs und widriger Umstände schaffte die Liftgesellschaft 40 Betriebstage, ehe das Coronavirus den Frühjahrsskilauf jäh beendete. An den Liftkassen war der Umsatz auf ein Drittel eingebrochen. „Wir hatten trotz allem sehr gut präparierte Pisten, aber die Leute hatten etwas die Lust aufs Skifahren verloren“, sagt Großberger. Er und seine Mitgesellschafter mussten 600.000 Euro, die sie in den vergangenen drei Jahren investiert hatten, in den Rauchfang schreiben und ihre Vorstandstätigkeit beenden.

Mit 1. April ist der Mostviertler Nationalrat Andreas Hanger (VP) als Geschäftsführer der Betriebs GmbH eingesprungen. Gaflenz’ Bürgermeister Günther Kellnreitner (VP) vertraut fest auf die Länder Ober- und Niederösterreich als Nothelfer: „Nach dem Sturmschaden hoffe ich auf die Katastrophenhilfe.“ Eine Insolvenz werde man vermeiden, sagt Kellnreitner. Hanger legt sich nicht fest: „Derzeit ist keine Variante ausgeschlossen.“

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Hannes Fehringer

Lokalredakteur Steyr

Hannes Fehringer

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