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Wels und Trodat verlieren einen Granden

Von Von Karin Haas   17. November 2012

Wels und Trodat verlieren einen Granden Von Karin Haas
Aus dem Leben gerissen: Walter Just

Vor wenigen Wochen noch war Walter Just (91) mit vollem Elan bei der großen Feier des 100-Jahr-Jubiläums „seiner“ Firmengruppe Stempel-Trodat mit Sitz in Wels dabei gewesen. Mittwoch erlag er den Folgen eines tragischen Sturzes, den er in seinem Wochenendhaus in Hinterstoder erlitten hatte.

„Wir haben nicht nur eine große Persönlichkeit, sondern auch einen wunderbaren Menschen verloren“, sagt seine Enkelin Alexandra Kutos. Sie arbeitet als einziges Familienmitglied im Unternehmen Trodat mit und verspricht, „das Feuer“ weiter zu tragen.

Von Wien nach Wels

Walter Just wurde 1921 in Wien geboren und absolvierte dort die Realschule. Vom Zweiten Weltkrieg kam er schwer verwundet zurück. Nach dem Welthandelsstudium in Wien trat er ins elterliche Unternehmen ein, das die Nachkriegswirren schließlich nach Oberösterreich brachte. Die Raumnot in Wien und die russische Besatzung ließen die Familie nach einem neuen Standort Ausschau halten. Die Wahl fiel auf Wels, wo Trodat mit 30 Mitarbeitern startete. Bereits in den 80er-Jahren wurde in mehr als 100 Länder exportiert. Heute beschäftigt Trodat 1200 Mitarbeiter, erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 137 Millionen Euro und ist Stempel-Weltmarktführer.

„Doch die Familie stand immer an erster Stelle“, erinnert sich Enkelin Alexandra Kutos.

Seine Töchter führen die kulturellen Lebensthemen von Walter Just weiter. Er ist der geistige Vater des Welser Lebensspuren-Museums von Ingeborg Müller-Just, das sich mit der Geschichte von Stempel beschäftigt. Walter Justs Leidenschaft galt auch der Musik von Richard Wagner, die ihm mit dem von Renate Doppler kuratierten Welser Wagner-Festival jedes Jahr und vielen Gästen Freude bereitet.

Richard-Wagner-Fan

Der „Herr Kommerzialrat“ Just war Ehrenmitglied der Österreichischen Richard Wagner-Gesellschaft in Graz sowie der Spanischen Richard Wagner-Gesellschaft in Barcelona. 1984, als Just die operative Geschäftsführung bei Trodat übergeben hatte, blieb neben seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat auch mehr Zeit für Justs Benefiz-Engagement beim Serviceclub Rotary.

Die Liebe des Witwers (seine Gattin Liselotte starb 1997) galt aber auch der Natur. Bis zuletzt wanderte und spazierte Walter Just in seiner Lieblingsgegend Hinterstoder.

Die Verabschiedung findet am Freitag, 23. November, um 12 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Wels statt. Die Beisetzung erfolgt im Anschluss im Friedhof der Stadt Wels.

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