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Mühlviertel

Menschenrettung: Nach einem Unfall zählen die Minuten

22. September 2019 14:17 Uhr

Arbeiten mit modernen Rettungsgeräten und einfachen „Hausmitteln“

Technische Rettungsteams trafen sich in Rohrbach zu österreichischen THL-Tagen

ROHRBACH-BERG. Maximal eine Stunde sollte vergehen, ehe ein Patient nach einem Unfall in der Notaufnahme des Spitals eintrifft. Daraus ergibt sich, dass die Rettungskräfte der Feuerwehr nicht mehr als 20 Minuten brauchen sollten, um ein Unfallopfer aus einem Fahrzeug zu retten. Genau diese Zeitvorgabe mussten alle 41 Teams einhalten, die am Wochenende in Rohrbach an den Technischen Hilfeleistungstagen (THL-Tagen) antraten, um sich in der hohen Kunst der Menschenrettung zu messen: Die Sekunden verrinnen unerbittlich, dennoch gehen die Technical Rescue Teams (TRT) ruhig an die Sache heran. Gehudelt wird nicht – es ist ein schnelles und sicheres Arbeiten. Der Gruppenkommandant entscheidet nach der Lageerkundung, wie der Patient aus dem Fahrzeug gerettet werden kann. Ein „innerer Retter“ bahnt sich den Weg zum Unfallopfer und betreut es. Der Werkzeugtrupp stellt eine Rettungsöffnung her, der Sicherungstrupp stabilisiert das Fahrzeug. Beobachtet werden alle von Trainern.

Kommunikation und Teamwork

„Das Wichtigste ist die Kommunikation untereinander und das Teamwork“, weiß Martin Wakolbinger, Kommandant der FF Rohrbach. Es wird kein Schritt gesetzt, ohne dass die Teammitglieder und im besten Fall auch der Patient darüber informiert werden. Die Teams funktionieren wie ein Uhrwerk. Dabei wissen sie vor dem Bewerb nicht, was sie erwartet. Alles muss so realistisch wie möglich sein, weshalb die Unfallopfer auch von Freiwilligen simuliert werden und man nicht mit Puppen arbeitet. „Der wohl wichtigste Teil des Ganzen ist die Nachbesprechung. Die Teammitglieder und die Trainer besprechen den ganzen Einsatz durch. Man erfährt, was gut gelaufen ist und was besser gemacht werden könnte. Dabei geht es nicht um eine beinharte Bewertung im herkömmlichen Sinn, sondern ums Lernen“, sagt Wakolbinger. Deshalb herrscht auch unter den Teams kein Konkurrenzdenken. „Das Lernen voneinander und das Abschauen von Techniken ist ausdrücklich erwünscht.“

Gewinner sind alle

Obwohl moderne Technik eine große Rolle spielt, schafften es auch schon außergewöhnliche Kniffe von den THL-Tagen in die Einsatzpraxis: aufgeschnittene PVC-Rohre beispielsweise, die zur Fixierung von Decken genutzt werden können. Sieger sind letztlich alle, und Gewinner dieser Form der Ausbildung sind jene, die in Zukunft der Hilfe der Feuerwehrkräfte bedürfen, wie es Rohrbachs Kommandant Martin Wakolbinger ausdrückte. (fell)

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